Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 45 (28.12.1882)
- Date
- 1882-12-28
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie«. (Nachtrag zum G oldst ein-Jubiläums Der Adreffe des Cantorenvereines haben sich weiters noch angeschloffen die Herren Collegen Grünberger und Herz aus Prerau. Der Kammervirtuos Grünfeld sandte aus Petersburg ein herzliches Gratulationsschreiben. Die Chorknaben des Leopoldstädter Tempels, geWrt dom Chordirigenten Herrn S. Sin ger, brachten dem Jubilar ein Ständchen dar. Sr. Wohlgeboren Herrn Josef Goldstein, Obercantor am Leopoldstädter Tempel in Wien, als Zeichen der Hochachtung und Werthschätzung von seinen Amtsgenossen im. Auslande. Hochgeehrter Jubilar! Fünfundzwanzig Jahre sind bereits verflossen, seitdem Sie, hochgeehrter Herr College, Ihr Amt als Cantor in Wien angetreten und in diesem langen Zeiträume sich die Liebe, Hochachtung und die volle Zufriedenheit Ihrer Gemeinde- Mitglieder zu erwerben und zu erhalten wußten, was Sie umsomehr mit freudiger Erregung und hoher Genugthuung erfüllen muß, da wir ja die Schwierigkeiten kennen, die mit einem solchen Amte verbunden sind. Die Unterzeichneten, welche Ihre großen Verdienste als Cantor und Componist zu würdigen und zu schätzen wissen, haben sich daher vereinigt, Ihnen, hochgeehrter Herr College, ihre wärmste Sympathie und die innigsten Glückwünsche zu Ihrem so frohen und schönen Freudentage darzubringen. Möge der Allgütige in seiner Liebe und Gnade Sie noch lange in Ihrem segensreichen Wirkungskreise erhalten, Ihnen Lebensfrische und Lebensfreudigkeit gewähren, auf daß Sie auch ferner durch Ihren Gesang und Ihre Werke zur Ver- Herrlichung des Gottesdienstes Ihre würdige Gemeinde und uns, Ihre Collegen, erfreuen mögen! Ja wir Alle, hochverehrter Jubilar, rufen Ihnen aus treuem warmen Herzen zu: Der Allvater möge Sie noch recht viele Jahre die Früchte Ihres Strebens an der Seite Ihrer liebenden Gattin, umgeben von guten Kindern zu unserer Freude und zum Segen Ihrer würdigen Gemeinde genießen Lassen! Gothen bürg, den 15. December 1882. A. Baer, Obercantor. — G. Rosenberg, Obercantor und Prediger in Stockholm. — S. Landsberg, zweiter Cantor. — P. Philipsön, Cantor in Stockholm. — Isaak Heymann, Obercantor in Amsterdam. — A. Blaustein, Obercantor und Redacteur des ״Jüdischen Cantor". — I. Mannheim, Obercantor in Landsberg a/W. — A. Zadek, Cantor in Cottbus. — M. Jacoby, Cantor in Pyritz (Pommern). — Max Reiser, Cantor und Religionslehrer in Neuern (Böhmen). — Adolf Schönfeld, Obercantor in Posen. — S. Popper, Obercantor in Frankfurt a/M. — Eduard Abraham, Cantor in Frankfurt a/O. — I. Lachmann, Obercantor in Hürben (Bayern). — H. Perlmutter, Obercantor in Jchenhausen (Bayern). Adresse der türkische« Israeliten - Gemeinde in Wien. Hochgeehrter Jubilar! Der festliche Tag, an welchem Sie Ihr fünfundzwanzigjähriges. Jubiläum als Obercantor der israelitischen Cultusgemeinde in Wien feiern, gibt auch dem Vorstande der türkischen Israeliten-Gemeinde zu Wien, wie so Vielen, denen Ihr Gesang frohe Stunden der weihevollsten Andacht bereitet hat, angenehme Veranlassung, Ihnen, hochgeehrter Herr Jubilar, die herzlichsten Glückwünsche und den Zoll enthusiastischer Be-? wunderuyg darzubringen. Die uralten Weisen, welche, sagenhaften Ursprungs, im Volke Israel seit Jahrhunderten sich fortpflanzen, wie tönen sie, von Ihnen vorgetragen, von Ihrer bewältigenden Kunst belebt, bald schauerlich ergreifend, bald freudig jauchzend; und hingerissen von dem Wohlklang und dem Zauber Ihrer Stimme lauscht andächtig die Gemeinde. Dankbar erinnert sich der Vorstand der türkischen Jsraeliten-Gemeinde zu Wien jener stimmungsvollen Stunden, die unsere Gemeinde genoß, als Sie zeitweilig auch in unserem Kreise functionirten, und daselbst eben so viele Bewunderer als Zuhörer fanden. In diesem Gefühle des Dankes und der Bewunderung spricht auch der gefertigte Vorstand die Hoffnung und den Wunsch aus, daß Sie, hochgeehrter Herr Jubilar, noch viele, viele Jahre im Vollbrauche Ihres künstlerischen Vermögens wirken werden, Ihnen zur Ehre, Ihren Zuhörern zur Freude. Wien am 16. December 1882. Der Vorstand der türkischen Jsraeliten-Gemeinde: Leon I. Haim, Marcus M- Ruffo, Jsach Semo, G. A. Gerson. Königsberg a. E (Orig.-Corr.) Unser Cantor Herr Ignaz Tschaßni, ein in jeder Weise ebenso tüchtiger, als uneigennütziger Mann, hat vor seiner Uebersiedlung von hier ein Andenken zurückgelaffen, das ihn in jeder Weise ehren wird. Am 18. d. wurde hier eine blutarme Witwe zu Grabe getragen. Herr Tschaßni, der sich durch seine seltene Rednerbegabung schon vielfach und mehrfach einen guten Ruf und Namen geschafft, übernahm aus freiem Antriebe ohne jedes Entgelt die Function und hat bei diesem Anlasse wieder gezeigt, was die Macht des Wortes vermag. Das laute Schluchzen und Weinen der dem Sarge in großer Menge Folgenden gaben beredtes Zeugniß von dem Eindrücke seiner Grabrede. Möge es diesem Manne glücken, in seiner neuen Stellung' zu seinem eigenen und dem Wohle der Gemeinde zu wirken.' Cottbus, 18. December. Aus Luckau wird uns vom 9. d. M. gemeldet: Durch den Wohlthätigkeitssinn und die Opferwilligkeit unserer Einwohner, sowie durch die rege Thätigkeit des hiesigen Frauenvereins, ist es auch in diesem Jahre möglich, circa 100 Kinder mit Weihnachtsgeschenken zu erfreuen. Daß hierbei auch ein katholisches und jüdisches Kind bedacht wird, ist besonders anzuerkennen, und das sicherste Zeichen, wie wenig Einfluß confessionelle Meinungs-- Verschiedenheiten auf den wohlthätigen Sinn unserer Bevölkerung ausüben. Dieser erfreulichen Nachricht füge ich noch hinzu, daß in Luckau nur zwei jüdische Familien wohnen. — Von Dresden aus werden nach allen Ländern und Städten zahlreiche antisemitische Broschüren versendet, die an Gehässigkeit und Schmutzigkeit alles bisher Geleistete bei weitem übertreffen. Auch dem Herrn Dr. med. Michaelis hies. (Christ) wurde eine solche Schmähschrift zugestellt, die sofort an den ihr gebührenden Platz — befördert wurde. In Stralsund (woselbst ich früher fungirte) ist neulich das schöne Denkmal, welches die dortige israelitische Gemeinde ihrem vor einigen Jahren verstorbenen CMusbeamten H. Hirsch mann setzen ließ, feierlich eingeweiht worden. Die Kosten wurden durch freiwillige Beiträge aufgebracht. — In Finsterwalde hielt vorgestern Herr Pastor I)r. Lindemann in dem dortigen ״Evangelischen Bürger-Verein" einen Vor-