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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-12-28 · Heft 45 (28.12.1882) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 45 (28.12.1882)
Date
1882-12-28
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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trag über das Thema: Die weltgeschichtliche Bedeutung' des Volkes Israel mit Beziehung ' auf die moderne Judenfrage. Leider habeich nicht erfahren: הלנו הוא אם?*׳*׳רעו — Durch einige Zeitungen ist die Nachricht gegangen, daß ein christlicher Einwohner in Finsterwalde zum Judenthum übergetreten sei. Diese Notiz ist dahin richtig zu stellen, daß von einem früher in Crossen wohnhaften Manne hierher die Bitte um ein Attest ergangen ist, behufs eventuellen Uebertrittes zum Judenthum! Daß, wie die Zeitungen melden, in diesem Entschlüsse eine beabsichtigte Eheschließung mit einer Jüdin zu Grunde liegt, gehört wohl in das Gebiet der bloßen Vermuthung. A. Z ad eck. Thcatrk, Kunst und Literatur. H o f o p e r n t h e a t e r. In der Vorwoche gelangten die letzten zwei Theile der ״Nibelungens-Tetralogie zur Aufführung. Herr Winkelmann als Siegfried war vortrefflich disponirt und ersang sich außerordentlichen Beifall. Die Leistungen der Herren Scaria, Schmitt und Frau Materna waren vorzügliche.- Der große Andrag bewies, daß die Aufführung dieses Kunstwerkes dem Wiener Publicum zum Bedürfniß geworden. Theater an der Wien. Die Millöcker'sche Operette ״Der Bettelstudent" erweist sich als Zugstück ersten Ranges und erzielt täglich ein ausverkauftes Haus. Carltheater. Die gestrige Festvorstellung, dirigirt vom Capellmeister Strauß, war außerordentlich gut besucht. Es ist zu erwarten, daß durch die Acquisition Strauß dieses Theater, welches vom Wiener Publicum bis jetzt als Stiefkind behandelt wurde, zur früheren Blüthe gelangt. Theater in der I o s e f st ad t. Die Costa'sche Posse ״Ein Blitzmädel", Musik von Millöcker, wird sich gewiß noch recht lange auf dem Repertoire erhalten. Die Partien sind alle vorzüglich besetzt. Herr Director Costa kann sich besonders zur Acquisition seiner Gemalin, geb. Goldstern, gratuliren. Dieselbe erntet bei jeder Vorstellung außerordentlichen Applaus. Semiroth l'el chaj. Synagogen-Gesänge für Solo, Soli und Chor - mit Orgelbegleitung (ad libitum) von Max G. Löwenstamm, weiland Obercantor an der Münchener Synagoge. Unter diesem Titel veröffentlicht der Sohn des Componisten ein in 5 Heften erscheinendes Werk, das geeignet ist, den Bedürfnissen der Jetztzeit aus liturgischem Gebiete in vollkommenster Weise zu entsprechen. Es enthält Chöre, die mit dem strengsten Satze Lieblichkeit, melodische Stimmführung, durchaus angemessenen Ausdruck verbinden; denen eine höchst gelungene Orgelbegleitung beigegeben ist, die sich aber auch ohne dieselbe zum wirkungSvollen Vortrage eignen. Dankenswerthe Würdigung wurde den Recitativen gewidmet, die ebenfalls mit Orgelbegleitung versehen, moderne Wendungen mit traditionellen Weisen vereinigen. Von Dr. Fr. Lachner, königl. bayr.. General-Musik-Director, Prof. Rheinberger, königl. bayr Hof.Capellmeister, Pros. Dr. E. Hanslik, kais. königl. Negierungsralh und Obercantor Singer in Wien günstigst beurtheilt, kann dieses willkommene, zeitgemäße Werk allen isr. Gemeinden wärmstens empfohlen werden. Zu beziehen durch den Herausgeber Franz Josef Löwenstamm in Wien, Nibelungengaffe 3, ferner durch die Musikalienhandlungen C. A. Andra in Frankfurt a/M., Falter und Sohn in München. Preis fl. 2 ö. W. ----- Mk. 3.50 Pf. Vier Fragen sind es, welche die Pädagogen im hohen Grade interessiren, ganz besonders aber diejenigen, welche die Lösung aller socialer Fragen in der Bildung als der gemeinsamen Wurzel aller Verhältnisse der Familie und GesammtheiL mit Recht suchen und finden. Die Stellung der Frau in Haus und Welt, Schule und Leben ist eine solche Frage, welche Geister und Herzen bewegt und nur in guten Stätte1׳ der Frauenbildung und Erziehung zur erwünschten Lösung gelangt. Hier aber sind's vier Fragen, welche uns gegenübertreten: Wir hängen Schule und Haus im Hinblick auf die moralischintelleetuelle Erziehung zusammen, wie gewinnt man auf dieser Grundlage Form und Norm, Maß und Grenze der weiblichen Bildung, wie und wo gelangt diese zur Reife und Höhe, welche Entwickelung muß sie nehmen, um der Nation sich als fegenbringend zu erweisen. Diese vier Fragen beantworten vier uns vorliegende Vorträge der wohlverdienten pädagogischen Schriftstellerin Fräulein Amalie Thilo, früher Vorsteherin des von ihr begründeten Damen-Lyceums zu Breslau, gegenwärtig Vorsteherin des Fortbildungsinstitutes in Wien. Der erste Vortrag beantwortet die erste Frage und führt den Titel: ״Das Zusammenwirken von Haus und Schule, oder die Pädagogik als Lehrgegenstand in weiblichen Fortbildungsschulen". Wien 1881. Die zweite Frage dient dem zweiten Vortrage zum Vorwurfe ״Ein Wort zu den Reformen der weiblichen Bildung". Wien 1878. Mit der dritten Frage beschäftigt sich die ״Rede bei Eröffnung der Vorlesungen im Damen-Lyceum zu Breslau am 12. October 1874." Breslau 1874. Die Beantwortung der vierten Frage durchzieht den vierten Vortrag: ״Die Bildung der Frau in Beziehung auf ihre nationale Aufgabe." Breslau 1876. Sämmtliche Vorträge sind im Geiste Pestalozzi's mit weiblichem Feingefühl und männlicher reflexionsreicher Energie klar und präcis gehalten und sind in Form und Inhalt bestens zu empfehlen. Die Verfasserin wird im Verein mit mehreren Professoren der Fortbildungsschule ihres (ans einer Mädchen-Bürgerschule, Fortbildungsschule und Pensionat bestehenden) Institutes wissenschaftliche Vorträge sowohl im Jnstitutssaale (Wollzeile 35), als auch im Saale des niederösterreichischen Gewerbe- Vereines' auch in diesen Winter veranstalten. Der Ertrag wird wohlthätigen Zwecken gewidmet sein, —er. A V i S o! Wir ersuchen dringendst die geehrten Herren Abonnenten ihre Rückstände noch vor Jahresabschlntz zu begleichen, nnd hoffen, das; uns irnnächsten Jahre diese unliebsamen Aviso erspart bleiben. Die Administration. Druckfehler-Berichtigung: Im Aussatze: ״Ein Abendgottesdienst am Sabbath Chanuka" ist zwischen ״Substanz" und ״Größe" ein Punkt, zwischen ״Gedankens" und ein Komma zu setzen. GorrrresporröeNi I. in M. Ihr Abonnement war am 1. December zu Ende. L. in H. Bal-Tefila können Sie direct bei Ob.-Cantor Baer in Gothenburg subscribiren. B. i n O. Haben bereits abgffendet. I. N. in R. Cantor Sch. wohnt I, Seitenstettengaffe 4. Wien. T. in Oe. Wir sind von Ihrer Aufrichtigkeit überzeugt. B. i n S. Ihre Arbeit erscheint demnächst. Gruß. Z. in C. Besten Dank für Eingesandtes. Unser Berhältniß bleibt wie im vergangenen Jahre. Herzlich colleg. Gruß. H. in T. Wir warten noch immer auf Bewußtes. Die Redaction.

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