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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-12-10 · Heft 44 (10.12.1882) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 44 (10.12.1882)
Date
1882-12-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Wir können um den Themen bang nur klagen, Bis unsere dankdurchglühten Herzen nicht mehr schlagen. Auf der vierten Seite: Die hebräische Inschrift wurde von den ausgez. Hebräern Dr. Weiß, Lector am Bet Hamedrisch in Wien und Redacteur Dr. S. Szanto, den Freunden Carl Fränkel's besorgt und vom Prediger Dr. Jellinek als vorzüglich anerkannt. Carl Fränkel hinterließ zwei Söhne, der eine ein angesehener Wiener Kaufmann, der ältere Sohn ein geschätzter College von uns. Herr Emil Fränkel, der von seiner Jugend an dem Wiener Stadttempel als tüchtiger Sänger angehörte, dann nach Hohenems kam, acht Jahre dort Vorzügliches leistete und nun eben so lange als Obercantor in Strakonitz (Böhmen) functionirt, wo er unterstützt von seinem so bekannten Vorsteher, Reichsrathsabgeordneten Ritter v. Fürth, Orgelgottesdienst mit gemischtem vorzüglichen Chor errichtete und als Chormeister des Männergesangvereines ״Harmonie" gediegene synagogale wie weltliche Aufführungen gibt. 3. Jtzig Fränkel. lieber 40 Jahre Cantor in Grünstadl, vorzügl. sympathischer Bariton, ausgez. Chasan, tadellos edl. Charakter, beliebt und verehrt von seiner Gemeinde, wie von Allen seinen Bekannten. lieber das Ableben des Herrn Isaak Fränkel bringt die ״Grünstädter Zeitung" folgende Zeilen: Grünstadt, 20. December 1882. Ein braver Mitbürger mit einem durchaus edlen, biederen Charakter ging heute früh von hinnen. Es ist Herr Jsaac Fränkel, Cantor der hiesigen israel. Gemeinde, welcher ein Alter von über 73 Jahren erreichte. Derselbe bekleidete schon seit seinen Jünglingsjahren den hiesigen isr. Cantorposten ununterbrochen mit seltener Pflichttreue und echtem gottergebenen frommen Sinn. Ihm lag sein Amt über Alles am Herzen und trotz seiner streng religiösen Richtung war er doch niemals in cultureller Beziehung den Strömungen der Zeit abhold und gestaltete den hiesigen isr. Gottesdienst s. Z. zu einem wahrhaft schönen und erhabenen. Mit einer gewissen Selbstverläugnung hing er an seiner Gemeinde. Vor ca. 25 Jahren wurden ihm in New-Iork die glänzendsten Offerte gemacht; schon war er bereit, mit seiner Familie über den Ocean zu ziehen und hatte diesem gemäß alle seine nicht mitzunehmenden Habseligkeiten bereits veräußert; da auf einmal, nachdem alle seine Verwandten und Mitbürger sein Scheiden fast bejammerten, da faßte ihn ein unsägliches Gefühl des Heimwehes zu all' seinen Lieben, Freunden und Bekannten und er änderte noch am Vorabend seiner projectirten Abreise seinen Entschluß und blieb in seinem lieben Grünstadt, in seiner Gemeinde, die ihm doch pecuniär verhältnißmäßig so wenig bieten konnte. Harte Prüfungen sind dem Braven am Abend seines Lebens nicht erspart geblieben. Ein langwieriges Leiden riß ihm vor 7 Jahren sein geliebtes Weib von der Seite; außerdem mußte er noch das Hinscheiden manches anderen theuern Familiengliedes betrauern. Alle diese Schicksalsschläge ertrug er mit Geduld und Gottvertrauen. Er hinterläßt ein einziges Kind, eine zu Speyer glücklich verheirathete Tochter mit Enkelchen. Von seinen Hinterbliebenen, von allen seinen Freunden und Bekannten wird der Heimgegangene aufrichtig betrauert. Friede seiner Asche. Der Schwiegersohn Jtzig Fränkel's ist unser geschätzter College Ober-Cantor Moritz Rosenhaupt, früher in Speyer, jetzt in'Nürnberg; nach Jtzig Fränkel's Ableben übernahm das Cantorat in Grünstadt Herr Kapel Simon Fränkel, ein frommer, würdiger Repräsentant des heil. Amtes mit schöner Stimme und andachterweckendem Vortrage, erwöge lange Jahre das Amt der dort erbgeseffenen Cantoren-Familie im Geiste des großen Rabbi Josef und der Grünstädter-Kinder versehen! Kleine KHronik. Wien. (G oldstein-Jub iläum). Samstag den 16. d. M. feierte Herr Josef Gold stein, Obercantor am Leopoldstädter Tempel in Wien, das 25jährige Jubiläum seiner Amtswirksamkeit in der hiesigen Gemeinde. Freitag Abends nach dem Gottesdienste begab sich eine Deputation der Gemeinde- Mitglieder in die Wohnung des Jubilars und überreichte demselben eine prachtvoll ausgestattete und von einer großen Anzahl Gemeindemitglieder Unterzeichnete Adresse nebst einem Ehrengeschenke. — Der Gottesdienst am Sabbathtage gestaltete sich in höchst feierlicher Weise. Daß die Leistungen Go löste in außerordentliche waren, ist wohl selbst verständlich. Der Jubilar erhielt Maftir und Herr Cantor Blatt trug einen aus Anlaß des Jubiläums von Sr. Ehrwürden Herrn Doctor Güdemann verfaßten Mischeberach in recht würdiger Weise vor. Der Tempel war wie an den Festtagen voll andächtiger Zuhörer. Im Laufe des Tages erschienen zahlreiche Freunde und Verehrer Go löst eins, sowie folgende Deputationen, um ihn zu diesem Feste zu beglückwünschen. Die Beamten der israel. Cultusgemeinde, geführt vom Obercantor Singer. Derselbe überreichte dem Jubilar nach einer kurzen Ansprache eine schöne, mit Diamanten besetzte Busennadel. Die Mitglieder des Quartetts am Leopoldstädter Tempel überreichten ein wohlgelungenes Bild mit einer Widmung, die Quartettmitglieder des Stadttempels ein mit Silber beschlagenes Gebetbuch. Der Vorstand der türkischen Jsraeliten-Gemeinde in Wien sandte dem Jubilar, der in früheren Jahren, als diese Gemeinde noch keinen Cantor mit Chor hatte, öfters bei Trauungen im türkischen Tempel fungirte, eine sehr hübsch ausgestattete Adresse. Die Quartettmitglieder des türkischen Tempels, geführt vom Obercantor Bauer, überreichten ihr Bild mit einer Widmung versehen. Die Mitglieder der k. k. Hofoper sandten ein Gratulationsschreiben, welches die Unterschriften fast aller hervorragender Künstler und Künstlerinnen trug. Um 2 Uhr Nachmittags erschien die Deputation der Cantoren Wiens, geführt vom Herrn Vereins-Cassier Fischer, als den ältesten der im Amte stehenden Cantoren, dieser richtete eine kurze Ansprache an den Jubilar, worauf dann Obmannstellvertreter Bauer demselben eine Adresse überreichte, welche Schriftführer Kulka zur Verlesung brachte. Weitere Gratulationen kamen vom Vicepräses der israel. Cultusgemeinde in Wien Herrn Pollak Ritter v. Borken au, nebst einem kostbaren Tafelaufsätze, den Vorstehern Dr. Kohn, Winternitz, Pobetli; von den Herrn Dr. Jellinek, Dr. Güdemann, Dr. Ungar, Dr. Lieben, Wien, Dr. Nascher, Dr. Rosenberg, Kaposvar und dem Componisten Goldmark. Außerdem erhielt G oldstein viele Geschenke von Freunden und Verehrern. Von Seite der Cantoren kamen dem Jubilar folgende Gratulationsschreiben und Telegramme zu: Baer, Gothenburg; Berggrün, Hannover; Blaustem, Bromberg; Bachrach, Olmütz; Brod, Prag; Freisinger, Pilsen; Fleck, Wien; Goldstein, Reichenberg; Goldmann, Kanizsa; Hahn/ Teschen; Holzer,

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