Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 41 (26.11.1882)
- Date
- 1882-11-26
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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׳7׳ Auch wird mau sich Jsak bei seiner Opferung viel eher als Kind vorstellen können, als wie einen Mann von 37 Jahren. Auch der Einwurf, Jsak hätte 10 Jahre gewartet, ehe er die Rivkah ehelichte, wird entkräftet durch den einfachen Wortlaut des V. 67, Cap. 24, I. ״Da brachte sie Jizchak in das Zelt der Sarah seiner Mutter, er nahm Rivkah, sie ward ihm zum Weibe und er liebte sie". Was endlich die Frage 4 betrifft, wie Abraham es zugeben konnte, daß sein Sohn eine Sünde begehe, obzwar, wie der Fragesteller bemerkt, dieselbe damals noch keine averoh war, finde ich es sehr unwahrscheinlich, daß Abraham schon alle mosaischen und nachmosaischen Religionsgesetze befolgt hätte, wie ließe sich sonst erklären, daß er selbst seine Stiefschwester ehelichte und seinen Gästen Kalbsbraten mit Milch und Butter vorsetzte? Deshalb: ״Warum in die Ferne schweifen, seht das Gute liegt so nah'!" Warum Fragen herbeizerren, die nur dazu dienen, die reinen, unverfälschten Thatsachen der heiligen Schrift in Zweifel zu ziehen? Ueberlassen wir solche Auslegungen den ehrw. Rabbinen und benützen wir unser Vereinsorgan dazu, was uns noth thut: ״Der Wahrung unserer Interessen und der Hebung des Cantorenstandes". Sigmund Kraus, Cantor. Kleine KHronik. Wien. Der Prediger der isr. Cultus-Gemeinde in Wien, Herr Dr. Adolf Jellinek, hat am 4. November d. I. einen Cyclus von Reden über den Talmudjuden eröffnet. Jedermann weiß, daß dieses Thema eine brennende Zeitfrage behandelt und mehr als jedes andere actuell und zeitgemäß ist, da besonders in Oesterreich und in Ungarn der Talmud als Angriffswaffe gegen die Juden von unwissenden und böswilligen Gegnern des Judenthums gebraucht wird. Alle diese Reden sollen, kurz nachdem sie gehalten worden sind, veröffentlicht werden, damit sowohl Juden als Nichtjuden in den Stand gesetzt werden, sich ein Urtheil über den Talmud und dessen Ankläger zu bilden. Sie können sowohl einzeln als zusammen durch jede Buchhandlung bezogen werden. Wien. Sonntag den 19. d. M. fand im hiesigen türkischen Tempel die Trauung des Malers I- Russo, Sohn des Großhändlers I. Russo mit Frl. R. Elias, Tochter des Banquiers A. H. Elias statt. Unter den Trauungsgästen befanden sich der türkische Botschafter Ed hem Pascha mit seinem Botschaftssecretär, der rumänische Gesandte, sowie Vertreter der haute Jinanee und der Künstlerwelt. Die Function versahen Dr. Güdemann und Obercantor I. Bauer, dessen Vortrag vielseitige Anerkennung fand. Es gelangten zwei neue Chöre, der Schlußchor von I. Sulz er, Sohn des Nestor Sulz er, zur Aufführung und beide wurden musterhaft gesungen. Der Tempel war nach den Anordnungen der um die Gemeinde wohlverdienten Vorsteher I. L. H aim und Markus Russo decorirt und bot einen prächtigen Anblick. Besonders prachtvoll ist das neue äußerst reich und kunstvoll ausgeführte ״Proches“ aus dem Atelier der wohlbekannten Firma: Martin Straffer, Wien, Mariahilferstraße Nr. 44. Drosan» (Orig.-Corr.) Im verflossenen Frühjahre trieb sich in unserer Gegend ein galizischer ״Chasan Schoehet w’Koreh“ auch mit einigem talmudischen Wissen begabt, herum, und wurde endlich in dem יישוב Lautschim als Lehrer angestellt. Zum Wintercurse acceptirte ihn die Gemeinde Glosau. Mr. Färber, so nannte sich dieser משועבד warb schon um ein Mädchen aus der Nähe, um sich einen Hausstand gründen zu können. Am 1. חשדן stellte sich derselbe pünktlich ein und ohne jegliche Veranlassung und wider jede Vermuthung vermißte die liebe Gemeinde schon am 2. Kislev ihren Beamten, nachdem er seinen Monatsalair erhalten und Niemand wußte, wohin dieser Mensch gegangen. Färber ist etwa 27 Jahre alt. Aehnlich trieb er es vor 5 Jahren in Merklin. Diese solide Gemeinde ist jetzt in großer Verlegenheit, sie hat keinenFunetionär und weiß auch nicht, inwiefern sie beschwindelt wurde, da es Niemanden eingefallen war, in sein Schechitadiplom Einsicht zu nehmen. Wäre es nicht im Interesse der Cantoren und auch der Gemeinden, wenn die h. Behörde von jeder Anstellung und Kündigung eines jeden Cantors rc. Kenntniß nehmen und Jeder sich über seine Befähigung bei derselben wenigstens legitimiren müßte? Meines Erachtens würde viel Unfug und Scandal dadurch beseitigt werden. Jsak Schwarz. Nachtrag. Für die Witwe Luria sind noch folgende Spenden eingelaufen: College I. Löwensohn, Brüx.fl. l.— Durch Cantor Fischer { c*’ 5g* ’ 0 ״‘ Summe fl. 9.— Der Vorstand des österr.-ungar. Eantorenvereines. GrünVungsbeiLräge: P i m s e n st e i n, Weitentrebeditsch. Vereirrsbeiträge: Löwensohn, Brüx (ganzjähriger Beitrag); Schlesinger, Essegg (*/2jähr. Beitrag); Blau Essegg (^/2jähr. Beitrag); Pi ms enstein, Weitentrebetisch (ganzjähr. Beitrag); Heymann, Amsterdam (ganzjähriger Beitrag). A. Fischer, Cassier. GovrresporröenZ. College Sp. in Gr. B. Bestätigen dankend das Abonnement. Ihr für die Witwe Luria eingesandter Betrag ist im 3. Ausweis verzeichnet. College Sch. Neusandec. Die eingesandten 3 fl. haben wir ihnen für halbjähriges Abonnement gutgeschrieben. An Bereinsbeiträgen sind 1 fl. Gründungsbeitrag und 4 fl. Jahresbeitrag zu leisten. College Fr. in Str. Eingesandres konnte nicht mehr eingeschaltet werden, da der Satz schon fertig stand. College L. in Br. Sie haben bisher 4 fl. Jahresbeitrag, aber noch keinen Gründungsbeitrag eingesandt. College R. in T. Vor Thorschluß? Ist das etwa mit dem heute eingesandten Concurs in Verbindung zu bringen. Die Redaction. M1^₪K₪₪₪₪₪a₪₪^₪₪₪₪₪₪₪1^₪₪₪₪B₪₪₪^₪₪a₪₪k. Prämiirt von den Weltausstellungen: London 1862. H>crr7is 1867, Wien 1873, 1878 Auf Raten Ciaviere für die Provinz Salonflügel, Stutzflügel oder Pianinos aus der Fabrik der weltbekannten Export-Firma (Gottsr. Cramer) — Wilh. Mayer in Wien, von fl. 380, fl. 400, fl. 450, fl. 500, fl. 650, fl. 600 fl. 650. A. Thierfelder in Wien, VII., Burggasse 71.