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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-11-18 · Heft 40 (18.11.1882) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 40 (18.11.1882)
Date
1882-11-18
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 fühlende Aienschenherz, wenn Freude und Wonne es durchziehen, wenn die freundliche Göttin des Glücks ihm eine neue Gabe in den Schoß geworfen, eine neue Blume auf seinen Lebensweg gestreut; singen, in Klagelieder ausbrechen muß das empfindende Menschenherz, wenn Gram und Kummer au demselben nagen, wenn der Unglückliche soeben wieder um eine Hoffnung ärmer geworden. Es singt die zärtliche Mutter an der Wiege ihres Kindes, wo es unter dem sanften Hauche leiser Töne entschlummert, es singt der muntere, fröhliche Knabe und dem Trillern der Lerche gleich, schmettert sein Jubelton in die Lüfte; in geregelten Chören auf den Flügeln des Gesanges schwingt sich das Gemüth des frommen Beters zum Throne des Allmächtigen empor. Darum wollen wir ihn Pflegen, den Gesang, wollen ihm stets einen Ehrenplatz einräumen in der Liturgie unseres Gottesdienstes. Hajoscliewes baganim, 0 Gesang, der du in den Frühlingsgärten der Natur wohnest! wo deine tausendstimmigen Lieder ertönen, Ckawerim maeksehiwim lekolech; möge er stets und immer in den Gotteshäusern Israels ertönen, zur Erbauung, zur Erhebung und Begeisterung der Betenden, die da kommen, ihre Herzen an geweihter Stätte zu ergießen. *• “ KingesenöeL. Bezugnehmend auf die in Ihrem geschätzten Blatte bereits sattsam besprochene ״Mi aäir-Frage", erlaube ich mir zu bemerken, daß ich ganz mit Herrn Buxbaum übereinstimme, indem nämlich שושן חוחים die richtigste Auffassung in dem K a l l i r'schen Hinzielen auf כשושנה ב? החוחים findet. Eine nachträgliche Einwendung von *2שוי gegen?שוש scheint unbegründet zu sein, da Kallir bekanntlich die Verse in.מגילת אסתר von ומרדכי יצא bis 14ושמחה״ in den 18 Benedictionen zu paralysiren sich zur Aufgabe machte, daher war es auch erklärlich, für dieses {שוש ein nomen proprium zu erkünsteln. Nun möchte ich das bis nun ungelöste שיתי einfach aus למע!שיתי deduciren, nur mit dem Unterschiede, daß dieses (Raschi שאשית אני) der מקור als שם mit einem כנוי ההנין im Vorliegenden aber ein כנוי הפעל ist, שות אותו״" daher im Namen der Natton gesagt wird, שיתי p מי — der so weise war, mich als ״am segulo“ als die Rose unter den Dornen hinzustellen ״הוא״ יברך er möge segnen u. s. w. Nun zu den in Nr. 39 Ihres geschätzten Blattes gestellten Fragen bezüglich der Patriarchenheirat. Vor allem können wir die von dem geehrten Herrn Einsender angeführte Midraschansicht *), die Raschi Cap. 25, Vers 20 citirt, nicht als bindend anerkennen; denn, abgesehen von der abnormalen, einem dreijährigen Kinde unmöglich zusprechender Betragungsweise, worüber von vielen Comentatoren bereits vielfach abgehandelt wurde, ist es als richttg erwiesen, daß es nicht שנים %■ sondern י״ג שנים heißen soll, da das Axiom בו בפרב^ נולדה רבקה doch unmöglich hiefür zeigt, was aus 'ו וגד לאברהם וני deutlich zu ersehen ist. — In dieser freudigen Familiennachricht wird nicht blos der Geburt der Rebeka erwähnt, sondern noch einer erklecklichen Anzahl von *) Der große Maimodes bemerkt auch: Eine Agade sei kein Glaubensdogma. Kindern שמונה --לה, die doch aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht alle בו כפרק das Licht der Welt erblickten*). Daher auch das ,המתיז לר unnöthig war, somit die wichtigste Frage, betreffend des damaligen dreijährigen Alters der Rebeka entfällt. Die Erledigung dieser Frage, welche ich wohl nicht als apodictisch dahinstelle, jedoch der geneigten Kenntnißnahme des geschätzten Leserkreises dieses Blattes anheimgebe, macht die anderweitigen Fragen gegenstandslos, da Rebeka in dem, den damaligen Verhältnissen ganz richtig entsprechenden Zeitalter von 13 Jahren über ihre Person verfügen konnte; und daß ein 40 Jahre alter Mann, wie der Patriarch Jsak, auch eine 13 Jährige heimführte, ist am Ende kein Wunder, da eine solche ״Mesalliance" heutzutage auch vorkommt, somit war Riwka keine ,,Llano", Jizchak konnte nicht ower awero fein. Simon Diamant, Oberlehrer. אל תקרא; ״בניך אלא ״בוניך - שלום 21! אל תקרא: ״מי בן שיחי״ אלא ״מי שת בין — והכל שריר וקים! In der Nr. 38 versucht auch Herr Obercantor Silbermann in Kremsier das Schwierige מי בן שיחי zu erklären, und ist dabei so freundlich in einem ״Anhang" meine Erläuterung in Nr. 37 als eine auf falscher Schlußfolgerung beruhende Hypothese zu bezeichnen. Daß ich meine Ansicht nicht als ״unfehlbar" hinstelle^ habe ich ausdrücklich bemerkt, denn ich gehöre nicht zu deyjenigen, die ihre Meinung andern aufoctroiren; ich beherzige vielwehr stets den Spruch unserer Weisen: אל תאמר סבלו דעתי. Ich hätte auch die Interpretation des Herrn S. so. wenig widerlegt, wie ich die von Herrn Herstein in Nr. 36 gegebene Auffassung berührt habe. Im Gegentheil! Gemäß dem talmudischen Spruche קנאת סופרים תרבה דעת ersuchte ich den Herrn Fragesteller die etwaigen abweichenden Auslegungen in der ״Reform" auch den Lesern der ״Oe.-u. C.-Z." mitzutheilen. Da aber Herr S. die Gründe angibt, warum meine Hypothese auf falscher Schlußfolgerung beruht, so bin ich so frei dieselben hiermit zu widerlegen; werde aber der Kürze halber die Erwiederung des Herrn S. nicht wörtlich anführen, wer sich dafür interessirt, wird die Nummer 37 und 38 zur Hand nehmen. 1. Ich habe nicht gesagt, daß ״מי אדיר״ den ״Kalir" zum Verfasser hat; ich bin vielmehr der Ansicht, daß, wie bei uns מ" א ohne ימי בן שיחי so wird in Polen dagegen Letzteres ohne מ״א gesungen. Gesetzt aber, daß in jener Gegend beides gesungen wird, so läßt dies noch nicht auf einen und demselben Verfasser schließen. Es genügt auf ולמלשינים hinzuweisen, das in der Mitte des steht und doch bedeutend jünger ist und einen anderen Verfasser hat, als die übrigen י״ז. ברבות! 2. Die Bemerkung, daß meine Belege aus dem קרובות deshalb kaum stichhältig sind, weil dort שושן mit שורק vorkommt, hat mir ein unwillkürliches fächeln entlockt. Als ob der ״Kalir" es noch nie gewagt hätte חולב mit שוחק I *) Siebe יאור□•

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