Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 39 (10.11.1882)
- Date
- 1882-11-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Denn als Abraham von Moriah zurückkam, erhielt er die Botschaft, daß Rebekah geboren wurde. Als שרה die Nachricht der beabsichtigten Opferung ihres Sohnes erhielt, starb sie vor Gram im Alter von 127 Jahren, folglich war Jizchak Pr Opferung 37 Jahre alt. Im 40. Lebensjahre Heiratete er, demnach war Rebekah bei der wollen wir nur Verlobung sagen, 3 Jahre alt. . Ferner ist der Beweis, er wartete י" שבים משבשאה עד שנעשי' בת שלש עשרה שנה וראויה להריון. ואשר שנים הללו־ צפה והמתין לה כמו שעשה אברו לשרה כיין שלא נתעברה. Als nun Jacob und Esau geöoren wurden, war Jizchak 60 Jahre alt; folglich 37 + 3 40 -f- 10 Jahre bis zu ihrer .Reifeentwickelung ----- 50 -s- 10 Jahre ihrer Kinderlosigkeit — 60.. das Alter des Jizchak. Nun ist die Frage: Wie kann ein Kind von 3 Jahren einen derartigen Dienst verrichten, wie dies Rebekah, Elieser gegenüber gethan, wenn auch wie Raschi meint, ihr das Wasser entgegenströmte? 2. Wie konnte Rebekah als dreijähriges Kind über ihre Person verfügen, auch ohne Einwilligung der Eltern, denn sie sagte, wie oben erwähnt, auch wenn ihr mir es verwehrt, so gehe ich doch. 3. Abgesehen von der vermeintlichen Ausstattung, wie konnte Jizchak als 40jähriger Mann sich mit einem dreijährigen Kinde verloben, 10׳ Jahre bis zu ihrer Entwickelung, also mit 50 Jahren ein Kind mit 13 Jahren heiraten? 4. Endlich אסור לאדם שיקדש אתו בתו כשחי קטנה ער שתגדיל Obzwar dieses Verbot für damals nicht anwendbar ist hätte es doch Abraham nicht zugegeben, daß Jizchak oder aweroh sei. Kaunowa, den 5. November 1882. Adolf Lederer. Kleine KHronik. Wien. Mittwoch den 1. d. M. verschied nach längerem Leiden der Friedhofsverwalter des jüdischen Friedhofes Herr Kreuzer, einer der ältesten und zugleich tüchtigsten Beamten der israelitischen Cultusgemeinde. An dem Leichenbegängnisse betheiligte sich der gesammte Vorstand, die Obercantoren und Cantoren des Stadt- und Leopoldstädter Tempels, sowie viele Gemeindemitglieder. Herr Obercantor I. Gold st ein, der seit seinem Amtsantritte mit dem Verstorbenen in einem Hause wohnte und mit demselben in sehr intimen Verkehre stand, hatte die Function im Hause, sowie auf dem Friedhofe und sein Vortrag entlockte Allen Thränen. Rabbiner Dr. Güdemann hielt die Grabrede, in welcher er die außerordentliche Pflichttreue des Verblichenen hervorhob. Wien. Sonntag den 5. d. M. fand im hiesigen Stadttempel die Trauung des rühmlichst bekannten Componisten Herrn Ignaz Brühl mit Frl. Marie Schoßberg statt. Unter den zahlreich anwesenden Trauungsgästen sah man den General- Intendanten der Hoftheater, Baron Hoffmann und viele Vertreter der Musikwelt, wie Brahms, Hellmesberger, Goldmark, Bachrich, Hanslick, Jul. Sulzer, F. I. Löwenstamm, Gesangsprofessorin Pruckner. Bei der Trauungsfeierlichkeit gelangten ein .vom Obercantor I. Singer componirter und dem Bräutigam gewidmeter ״Mi Adir“ und ein nMeherou zur Aufführung und wurden von Cantor und Chor in exaktester Weise vorgetragen. Nach der Ceremvme bedankte sich der Bräutigam noch unter der OLuppa bei dem Obercantor Singer für die ihm erwiesene Aufmerksamkeit und machte ihm über seine Compositionen sehr schmeichelhafte Complimente. Die äußerst geistvoll gehaltene Trauungsrede des Predigers Dr. Jellinek rief allgemeine Bewunderung hervor. Wie«. Von dem Prediger Dr. A. Jellinek und dem Rabbiner Dr. M. Güdemann wurde folgende Erklärung abgegeben. ״In der am 28. d. M. hier stattgehabten Schwurgerichts- Verhandlung ist auf Grund der von Rohling verfaßten Schrift ״Ter Talmudjnde" behauptet worden, das Citat ״daß die Christen Hunde, Schweine und Esel seien", sei im Talmud enthalten. Dem gegenüber erklären die Unterzeichneten auf das entschiedenste, daß die Aeußerung Rohling's, welche übrigens aus Eisenmenger's ״Entdecktes Judenthum" abgeschrieben ist, auf Unwahrheit beruht, indem eine solche Stelle im Talmud sich nirgends vorfindet. Bei dieser Gelegenheit geben wir die Erklärung ab, dast der Talmud überhaupt nichts Feindseliges gegen Christen enthält. Wien, 30. October 1882. Dr. M. Güdemann. Dr. Ad. Jellinek." Wien. Der ״Vorstadt-Zeitung" entnehmen wir folgendes Eingesendet: ״Geehrter Herr Redacteur! Es muß Einem, der sich sofort in der ersten Zeile des Briefes als Jude bekennt, wohl gestattet sein, nachträglich einige Worte aber den Proceß des Agitators Holubek zu sprechen. Daß Herr Holubek wegen seiner Auslassungen im Gasthause ״zu den drei Engeln" von den Geschwornen freigesprochen wurde, das finde ich gerecht: wäre ich unter den Geschwornen gewesen^, ich würde mich einem Schuldigspruch energisch widersetzt haben. Das Recht der freien Meinungsäußerung ist die kostbarste Errungenschaft der Freiheits-Aera! Wie gesagt, über den Freispruch des Herrn Holubek wundere ich mich nicht; wohl aber wundere ich mich über die graziöse Noblesse, mit welcher die albernsten Beschuldigungen gegen das Judenthum von den Beschuldigten stillschweigend ohne jede Abwehr hingenommen werden. Leute, wie Schönerer, Jstoczy, Holubek, besitzen gewiß nicht allzuviel Wissen; sie besitzen aber Eines: ein s chneidiges Mundwerk. Sie verstehen es, die Massen zu fanatisiren, und die Masse, wenigstens zum Theil, kann sich dem Eindruck solch flammender, mit theatralischem Pathos hinausgeschleuderter Brandreden nicht ganz entziehen; sie glaubt, daß die Juden Christenblut trinken, sie glaubt, daß die jüdische Religion verderbliche Doctinen lehre, sie glaubt sogar, daß ein österreichischer Staatsanwalt für eine Religion eintritt, die staatsgefährliche Dogmen hat. Da ist das vornehme Jg uoriren nicht an der Zeit: da wäre es dringend geboten, sehr energisch darzuthun: daß, wenn ein Jude in Tißa-Eßlar wirklich ein Christeumädchen gemordet hätte, er das nicht aus confessionellen Gründen that, weil der Jude nicht einmal Thierblut, geschweige denn Menschenblut trinken darf; daß man, wenn ein Jude Mörder ist, das nicht dem Gesammt-Judent h ume vor werfen dürfe; ebensowenig, als man logisch schließen kann: weil der gehenkte Raubmörder Binder ein Katholik war, sei die katholische Religion eine verwerfliche. Wenn einer oder mehrere Juden herzlos wuchern, dürfe man das nicht