Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 37 (25.10.1882)
- Date
- 1882-10-25
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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cherungs-Abtheilung belief sich am 31. Derember 1881 nus M.,007.654 fl. 63 kr. Capital und 211.227 fl. Rente auf 37.649 Policen, wofür baax reservirt waren 15,689.746 fl. 99 Ir. Die bezahlten Schaben betrugen im Jahre 1881 für Ne Lebensversicherüngs-Abtheilung 996.041 fl. 65 kr. und für sämmtliche Branchen seit Gründung der Gesellschaft 1831 laut jährlich veröffentlichten Ausweisen bezahlte Schäden betragen 150.987.942 fl. 87 kr. A v i s o! Wir richten an unsere geehrten Herren Abonnenten die dringende Bitte etwaige Stellenveränderungen, in ihrer Gemeinde uns sofort anzuzeigen und'dahin zu wirken, daß die Concurse an uns zur Veröffentlichung gesendet werden. Die Redaction. * * * Die Fortsetzung des Verzeichnisses über die eingelaufenen Dereinsbeitra'gc erscheint in der nächsten Nummer. * * * Wir ersuchen um rechtzeitige Ueberseudung der Abonnementsbeträge. Gleichzeitig bitten wir zu wiederholtem Male alle jene Herren, die für das III. Quartal noch im Rückstände sind, ihr Abonnement umgehend an uns einsenden zu wollen, da auch wir unseren Verpflichtungen gerecht werden müssen. Die Administration. Jerrrl'Leto n. Der Verfluchte. Erzählung aus dunkler Zeit von Ad. v. Zemlinszky. <N«chdruS streng verboten! UrberschungSttcht »rrbebalt««.) . 12. Fortsetzung. 11. Berzeihnrrg. »Lebt wohl. Rabbi. — lebt wohl, Schwestern.— Rächt, wird es vor meinen Augen, — es. ist die Nacht, Ne ewigem Lichte vorangeht. Lebt wohl! .Da .erhob sich der Rabbi und sprach, laut und feierlich in hebräischer Sprache: ״Höre, Israel, der Ewige, unser Gott,, der Ewige.. ist einzig!" — Als er geendet, war Judith hinübergeschlummert zu einem andern Dasein. ״Rachel," sagte der Rabbi mit zitternder Stimme, ״gehe hin und schließe Deiner Schwester die Angen. Sie ist heimgegangen zu Gott und wird uns dort eine Fürsprecherin sein." ״Rachel — an der Leiche der uns Allen thcuer Gewesenen — an dieser Leiche gelobe cs mir, den Gram, der auch Dein junges Leben zu zerstören droht, zu beseitigen." ״Rabbi, verlangt Alles von mir, gern und freudig will ich cs thun, doch verlangt nicht, daß ich ihn, ihn, den meine Hand in den Tod geschickt, — daß ich ihn vergessen soll, — und schluchzend barg sie ihr Antlitz an der Brust der Tobten. A v i s o. ״ Wir ersuchen die geehrten Abonnenten und Vereins- Mitglieder, die Pränumerationsgebühren an uns und die Vereinsbeiträge nur an den Vereinscassier, Herrn Cantor A. Fischer. Wien. I., Seitenstättengasse Nr. 4 einzusenden Die Administration der ,.Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung".... Berichtigung. In der letzten Nummer Seite 6 in der Rubrik ״Gründungsbciträge und Ausweis", soll es heißen statt: ״D. Engel, Stuhlweißenburg", D. Engel, Klausenburg. Avonnementseinlavung. Mit 1. October begann das IV. Quartal dieses Jahrganges und eröffnen wir demnach auch ein neues Abonnement auf die ״Hesterr^.-urrgcrv. Der Abonncmcntspreis Für Wien, Umgebung und Provinz: Ganzjährig.fl. 6.— Halbjährig.fl. 3.— Vierteljährig .... fl. 1.50 Garrt0T7err-Ieiturrg". beträgt: Für das Ausland: Ganzjährig.fl. 7.— Halbjährig.fl. 3.50 Vierteljährig . ... fl. 1.75 incl. Zustellung in's Haus. Correspondenz der Redaction. F. i n M. 1 fl. einmaliger GrünLungsbeitrag, 4 fl. Jahresbeitrag. G. in R. Nur Geduld. R. in K. Von Mai 1882 an. Z. i n C. Eiugesandtes erbalten, kommt nächstens. Auf den Wunsch mehrerer geehrter Äbonnenten theileu wir mit, daß wir in einer der nächsten Nummern ein interessantes Feuilleton aus der Feder unseres geehrten RedacteurS Herrn A. K u l k a veröffentlichen werden. 12. Born Tode auferstanden. Seit Monaten bereits ruht Judith im Grabe. Die schwere- Erde, die auf ihr jetzt liegt im Tode, sie ist ihr leichter, als ihr Erdenwallen es ihr im Leben war. Nichts hatte sich im Hause des Rabbi Moses Hirsch geändert. Nach wie vor theilten sich Rachel und Esther schwesterlich die Arbeiten im Haushalte, nach wie vor sitzt der Rabbi vor seinen Büchern und liest — und sinnt — und denkt — und forscht. Es ist der Vorabend des Neujahrsfestes. Die ganze Gemeinde ist im Bethause versammelt, um das Fest würdig zu empfangen. Man hat eben zu beten begonnen, da öffnete sich abermals die Thüre des Bethauses und herein tritt ein noch junger Mann in bestaubten, kothigcn Kleidern. Es muß ein Fremder sein, der aufder Reise sich befindet und den sein frommer Sinn hiehcrgeführt hat. Schüchtern bleibt er an der Thüre stehen und beginnt zu. beten. Rabbi Moses Hirsch hatte ihn bemerkt und ließ ihm durch den Schammes einen Platz anweisen, was der Fremde auch dankend annahm. Ohne Unterbrechung geht der Gottesdienst zu Ende. Der Rabbi erhebt sich von seinem Sitze — mit ihm die ganze Gemeinde und eben ist er im Begriffe, das Bethaus zu verlassen, als sich ihm der Fremde mit tiefer, ehrerbietiger Verbeugung nähert. ״Verzeiht, Herr Rabbi," sagte er mit wohllautender Stimme, ״wenn ich Euch einige Augenblicke zurückhalte. Ich möchte Euch bitten, mir über eine Person dieser Gemeinde, freundlichst Auskunft zu geben. Wollt Ihr dies, Herr Rabbi? Ich bin hier fremd, bin auf der Reise, wie Euch schon meine beschmutzten Kleider gesagt haben dürften." mmk