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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-10-25 · Heft 37 (25.10.1882) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 37 (25.10.1882)
Date
1882-10-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4• ׳ Was die ' künstlerische, resp. nmsikaüsch-correcte Fertigsiellung der erwähnten Gesänge betrifft, mußte allerdings eine erfahrene und erprobte Kraft etwas nachhelfen. Gleiches zu Gleichem gesellen- — angedeutete Motive regelrecht weitergestalten — nnd etwaigen mangelhaften Harmonien und Modulationen die entsprechende Richtung verleihen. Für diese hochwichtige Aufgabe mußte eine Person gewonnen werden, welche einerseits gediegen musikalisch, anderseits auf ähnlichem Gebiete kein Fremdling und endlich mit den musikalischen und auch allgemeinen Anschauungen des Verstorbenen vollständigst vertraut ist. Auch diese Mission ruht nun in zuverlässigen Händen, und zwar in denen des Sohnes unseres dahingegangenen Lollegen, des in Musikkreisen rühmlichst bekannten, durch seine trefflichen Vocal- und Jnstrumental-Compositionen bestens accreditirten Componisten und Gesangsmeisters Herrn F. I. Löwen stamm. Die äußere Ausstattung des Werkes, welches in Lieferungen erscheint, ist eine sorgfältige, recht nette, somit ist Alles aufgeboten, was dieser neuen Erscheinung auf shnagögal-gesanglichem Gebiete die Wege ebnen wird. Die geehrten Fachgenossen werden schon heute auf das glänzende Werk aufmerksam gemacht. Wien, im October. ..... r. ״מי ק שיחי, שושז חוחים, הוא יברך החתן עם הבלה•" In Nr. 35 dieser geschätzten Blätter ersucht Herr Braun um die Erklärung des Vordersatzes in diesem Segen, mit dem der Cantor das Brautpaar bei dessen Hintritt zur Trauung begrüßt. Inden! ich mir erlaube, meiner Ansicht über diesen allerdings undeutlichen Spruch hiemit Ausdruck zu geben, ersuche ich den geehrten Herrn Fragesteller die etwaigen abweichenden Erkärungcn und Deutungen, die der ״Fortschritt", dem er ja auch diese Frage vorgelegt, bringt, in diesem Blatte zu veröffentlichen, da ich meine Auslegung nicht als ״unfehlbar" hinstelle. Weil aber dieser Spruch bei uns nicht in Anwendung kommt, denn bekanntlich wird hier zu Land das Brautpaar verehrten Familie, Ihrer Kinder, Enkel und Enkelkinder, zu unserer Freude, zum Stolze der großen Gemeinde, in der Sie nach Geschlecht und Geschlechtern noch als Mythe fortleben werden. Nur wer mythisch wird, ist unsterblich, Sie haben aber auch, ein selten Beglückter, Ihre Nachwelt erlebt und können den Nachruhm als Ihre Braut begrüßen. ״Lechoh da.udi likras kallo." * Da S ulzer's organisatorisches Wirken erst mit seiner Berufung nach Wieu begann, so bringen wir an erster Stelle jenes Schreiben durch welches er nach Wien berufen wurde. B^rufunosschreiben im Namen der tolerirten Juden Wiens. . Wien, den 9. December 1825. '"""''''יי " P: t: i!::;;[i Herrn Salomo n Sulzer, Wohlgeboren! '7 .',ioi -r :! ׳ in Hohen-Ems. ^Vertreter der israelitischen Tolerirten in Wien wnus^en^M hem' qlthier neuerrichteten Bethause, dessen Bau mit "11 ״מי אדיר•;•' s. w, begrüßt, und ich diesen Spruch auch in keinem מידור vorgefunden, sö würde" mich der Herr Ein-!' sender sehr verbinden, wenn er die Güte haben würde, die Quelle der fraglichen Stelle gleichfalls anzugeben. . . u /i Daß שיחי ein Druckfehler sei und שיחי heißen muß, ist zweifellos. — Nach dieser Berichtigung ist es klar, daß unset Spruch den Vater der Pajtanim. den "״קליד zum Verfasser hat. dessen פיו מים sich dadurch auszeichnen, daß ihnen Midrasche Stellen', die man sich natürlich selbst aufsuchen muß, zu Gründe liegen und eine Wortbildung und ein Wortspiel enthalten/ deren Erklärung die größte Schwierigkeit bietet, wodurch sich auch der ausgezeichnete Verfasser den heftigsten Angriffen^ besonders von ׳Seiten des ראבע, ansgesetzt hat/ Was nun unseru Spruch betrifft, so liegt demselben: die Stelle בש1ש2ה בין החוחים ובו״ (Hohesl. 11.2.) zu Grundes ״Wie die Rose unter den Dornen, so meine Freundin unter den Töchtern." — Da im Midrasch diese Stelle auf Israel zur Zeit der egyptischen Gefangenschaft bezogen wirch -sonennt der ״Kalir" die jüdische Nation "״שושן חוחים Denselben Ausdruck gebraucht derselbe auch in seinem קרובות für פורים in dem Absatz vor ,שיחי״ — •ברבת עבוד" bedeütet: ״Mein Gebet mein Wehklagen" wie Psalm 104, 34 nnd 55, 3. — ״p" der עבר von בין bedeutet hier, ״beachtet", ״erhört". Auch diesen Ausdruck - gebraucht derselbe im gedachten "קרובות" in dem Absätze vor ברכת חברן הרעת und zwar heißt es dort ähnlich wie hier ״ ״זעקתם בךauf ihr Wehklagen merkte." Demnach ist der Sinn folgender: "״ :מי בן שיחי, יש״ח, יברך ובוDerjenigen der einst in. Egypten mein, deS ש״ח, Wehklagen erhörte, der segne u. s. w.: "ש״ח" ist auch nach obiger Bibelstelle eine schmeichelhafte Anspielung auf die Braut und nach dem Midrasch auch ׳ eine passende Anwendung auf den Bräutigam, den angehenden Begründer eines Hauses in Israel. Wien, den 17. October 1882. Leopold Buxbaum. nächstens beendet sein wird, einen Mann als Vorbeter (,חך) anzustellen, der nebst einem in religiöser und moralischer Rücksicht unbescholtenen Charakter und Lebenswandel auch ncichfolgende Eigenschaften besitzt: 1. Eine kräftige, sonore Stimme; 2. Musikalische Einsicht und Fertigkeit, um theils bei der׳ Anfertigung von Melodien, theils bei der Organisation eines Chores nöthigenfalls selbst eine hilfreiche Hand bieten zu können. 3. Grammatische Kenntniß der hebräischen Sprache דקדוק לשוז הקדש In der Voraussetzung, daß Euer Wohlgeboreu diese Fähigkeiten vereinigen und zur Annahme einer'Vorbeterstelle allhier geneigt sein möchten, ersuchen die Herren Vertreter Sie um eine genaue Anzeige an dieselben ergehen zu lassen und die näheren Bedingungen ihnen anzugeben. . Im Aufträge der Herren Vertreter der Israeliten in Wien: I. N. Mannheimer-) (Forts, folgt.) * י

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