Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 34 (27.9.1882)
- Date
- 1882-09-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 Eine Scene der Verwirrung. Ein plötzliches, zufälliges Erlöschen der Gasflammen im israelitischen Tempel in Pest in der Tabakgasfe hätte Samstag Abends fast zu solch' beklagenswerthen Scenen geführt, wie dieselben ebendort vor vier Jahren stattfanden. Etwa gegen halb 6 Uhr Abends, als der Tempel mit Andächtigen beiderlei Geschlechts gefüllt war, erloschen nun mit einemmale fast sämmtliche, erst vor einer Viertelstunde angezündete Gasflammen im Parterre (Männerabtheilung), sowie auf der Frauenabtheilung in der ersten Galerie. Nur wenige Flammen zuckten mit schwachem Scheine, während die Flammen in der zweiten Galerie ruhig fortbrannten. Die Verwirrung war eine allgemeine; die plötzliche Finsterniss — die Diener waren eben im Begriffe gewesen, die Nothkerzen anzuzünden — verursachte bei den Tempelbesuchern einen panischen Schrecken. Alles sprang von den Sitzen empor und machte Miene, hinauszudrängen. Ein vielhundertstimmiges ״Was ist das?" ״Was ist geschehen?" und andererseits beruhigende Zurufe: ״Nichts, nichts, gleich wird's wieder hell" ertönten. . Und ״Pst, Pst" rief es in's Chor hinauf und von oben hinunter. Die Männer schienen noch mehr den Kopf verloren zu haben, als die Frauen, vielleicht eben aus Furcht, daß es auf der Galerie zu unliebsamen Scenen kommen werde. Das Drängen war unten viel größer als oben. Endlich stimmte Obercantor Friedmann das Abendgebet an, die Orgel viel brausend ein und nach und nach legte sich der Rummel, der über zehn Minuten gewährt hatte. Ein Unfall ist nicht zu beklagen. Die Ursache des Erlöschens der Flammen war, daß eine der im Keller befindlichen Gasuhren zu stark mit Wasser gefüllt war. Nachdem das überflüssige Wasser abgelassen worden war, konnten die Lampen wieder angezündet werden, worauf ber Gottesdienst wieder I seinen ungestörten Verlauf nahm. Die Fortsetzung der eingezahlten Vereinsbeiträge, sowie der weiter eingelausenen Unterstützungen für die Witwe Luria folgt in nächster Nummer. Berichtigung. In Nummer 33 ״Dritter Ausweis" beträgt die Summe 40 fl. 40 kr., beziehungsweise 101 fl. 80 kr. und 5 Mark. A v i s o! Wiederholt richten wir an unsere geehrten Abonnenten die dringende Bitte um sofortige Einsendung des rückständigen Abonnements, da auch wir unseren Verpflichtungen Nachkommen müssen. . . . Die nächste Nummer erscheint des Sukkothfestes wegen am 9. October. Die Redaction. Avoimementseinladung. Mit 1. October beginnt das IV. Quartal dieses Jahrganges und eröffnen wir demnach auch ein neues Abonnement auf die ..Hestevv.-urrgcrv. Der Abonncmentspreis Für Wien, Umgebung und Provinz: Ganzjährig.fl. 6.— Halbjäbrig.fl. B-— Vierteljährig . ... fl. 1.50 GccnLoven-Ieitirng". beträgt: Für das &: Ganzjährig . .... fl. 7.— Halbjährig ..... fl. 3.50 Vierteljährig .... fl. 1.75 incl. Zustellung in's Haus. Gowesporröenz. M. S. in Cs. Nach den Feiertagen werden wir darüber Erkundigungen einzieben und Ihnen diesbezüglich Berichten. S. S. in Kremsier. Antwort mußte ausbleiben, da wir nichts erhallen. Anonym, aus Pr. Pr. S. war bis vor einigen Tagen nicht in Wien. Aolkswirlhschaftliche Miltheilungen. Die Lose vom Zöthen Kreuze, welche am 30 d. M. zur Subscription gelangen, verdienen in jeder Beziehung bestens empfohlen zu werden, wie aus deren Vergleichung mit jenen Losen, deren Nominale ebenfalls auf 10 fl. lautet, leicht zu ersehen ist. Statt vieler Worte zu verlieren — denn Ziffern beweisen — lassen wir Ziffern sprechen: Name des Haupt- Kleinster Ziehungen Heutiger Loses treffer Treffer tm Jahre Curs Keglevich 10.000 fl. 10 CM. 1 19 Rudolph 15.000 fl. 12 2 21.50 Rothes Kreuz 200.000 100.000 50.000 2C. fl. 12 steigend bis fl. 20 nebst Prämien- Coupon 3 und vom I. 1894 an je 2 12.50 Bei den, mithin in jeder Beziehung viel vortheilhasteren Chancen der ״Rothen Kreuz-Lose ist insbesondere der Umstand zu beachten, daß bei den Rudolph- und Keglevich-Losen der niedrigste Treffer gegen den heutigen Curs einen Verlust von fl. 9.50, respective fl. 8.50, involvirt, während die Niete des Kreuz-Loses keinen Nachtheil bringt. Schon im ersten Jahre kommt dieselbe fast dem Subscriptionspreise gleich und steigt von Jahr zu Jahr bis fl. 20- Dabei ist noch der Werth des Prämien-Coupons in Betracht zu ziehen, welcher als eine Promesse auf eventuell 112 Ziehungen anzusehen ist und dem Besitzer eines Kreuz-Loses dann behändigt wird, wenn dasselbe mit dem niedrigsten Treffer, gezogen wurde. Es ist daher nicht zum Verwundern, wenn schon heute von Nah und Fern zahlreiche Anmeldungen vorliegen. Indem wir diese Lose unseren werthen Collegen wärmstens empfehlen, verweisen wir bezüglich der Subscriptionsbedingungen und Zeichnuugsstellen auf die Tageöpresse, welche ausführliche Prospecte publicirt und' erwähnen wir noch schließlich, daß auch das altrenommirte Wechslergeschäft der Administration des ״Mercur" (Wien, I., Wollzeile 10 und 15) vollkommen spesenfrei Vormerkungen annimmt und wie alle übrigen Börsengeschäfte coulant besorgt. (״Der Anker".) Im Monat August l. I. wurden 398 Versicherungs-Anträge im Betrage von fl. 974.025 eingereicht und 406 Polizzen für fl. 861.185 ausgefertigt, daher seit 1. Jänner 1882 4045 Anträge per fl. 8,849.297 gezeichnet und 3716 Verträge per fl. 7,323.288 ausgestellt wurden. Die Einnahme betrug im verflossenen Monat an Prämien fl. 122.406, an Einlagen fl. 109.216, in der achtmonatlichen Periode seff 1. Jänner 1882 an Prämien und Einlagen zusammen fl. 2,011.517. Für Sterbefälle wurden bisher im laufenden Jahre fl.559.288, seit dem Bestehen der Gesellschaft fl. 11,216.817 ausgezahlt. Ende Mai fand die Repartition der am 1. Jänner 1882 fällig gewordenen wechselseitigen Ueberlebens-Association, sowie einer Versicherungsgruppe auf den Lebensfall mit bestimmtem Capital und Gewinnantheil statt. Das Ergebniß der ersteren ergab gegenüber der gewöhnlichen Versicherung aus den Lebensfall mit fixem Capitale ein Mehrerträgniß von durchschnittlich 25 Percent; bei der letzteren betrug der Gewinnantheil 41 2/נ Percent des versicherten Capitales, so daß für je fl. 1000 Versicherungssumme fl. 1415 bezahlt wurden. — Laut letztem Rechenschaftsberichte betrug am 31. December 1881 der Versicherungsstand 78.234 Verträge mit fl. 125,502.95044 versichertem oder gezeichnetem Capitale und fl. 44.504 96 Jahres- > reute und die Gewährleistung fl. 30,748.22536׳.