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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-09-27 · Heft 34 (27.9.1882) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 34 (27.9.1882)
Date
1882-09-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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... ja*- Tempel in Wien; die von Herrn Cantor A. Zadek in Cottbus übersandte Glückwunschadresse trägt die Unterschristen: Obercantvr Blaustein, Redacteur des ״Jüdischen Cantors"; S. Boehm, Lehrer und Obercantvr in Bernbürg; A. Schönfeld, Obercantvr in Posen; I. Epstein, Obercantvr in Beuthen a. S.: Lewin, zweiter Cantor in Bernburg; I. Wiesen, Prediger und Lehrer in Osterode; E. Abraham, Obercantvr in Frankfurt a. 0.; Neubauer, Prediger und Cantor in Charlottenburg; A. Lewin, Cantor und Lehrer in Tost; A. Zadek, Cantor in Cottbus: S. Popper, Obercantvr der Hauptsynagoge, in Frankfurt a Ll.; A. Grün zw ei g, Musikdirector in Arad : M. I a k o b y, Cantor in Pyritz; H. P e r l m u t t e r, erster Cantor in Jchenhausen; M. Weißblum, Cantor u. Lehrer in Greifs- Wald. Viele geehrte Collegen, die sich ebenfalls an der Adresse betheiligen wollten, haben, wie wir hören, den rechtzeitigen Anschluß verfehlt, ein späterer Bericht wird auch deren Namen bringen. Auch Herr Musikdirector Levandovsky in Berlin, sowie der bewährte, edle Freund und Gönner der Cantoren, Herr Rabbiner vr. Rothschild in Alzey, sandten freundliche Glückwünsche. Selbstredend brachten beide Fachzeitungen in ihrem Texttheile eine angemessene Würdigung der Verdienste des Jubilars, dessen Biographie wohl nich zu lange auf sich warten lassen wird. — Den Gratulationen des Begründes der ״Oesterr-ungar. Cantoren-Zeitung" I. Bauer, sowie des Redacteurs A. Kulka war beigeschlossen: Eine in Golddruck ausgeführte Festnummer der ״Cantoren-Zeitung" in einer herrlichen, mit weißer Seide überzogenen Mappe, die in Goldbuchstaben die Inschrift trügt: ״Herrn Abraham Baer i n G o t h e n b u r g z u seinen: 2 5 jährigen Amtsjubitüum gewidmet. Ehrenexemplar der ״Oesterr.- ungar. Cantoren-Zeitung".. Die Collegen G. Rosenberg und P. Philip son jn Stockholm sandten an den Jubilar folgende Adresse: Stockholm, den 7. September 1S82. Theurer Freund, hochgeschätzter Jubilar! Mit dem heutigen Taae ist ein Vierteljahrhundert verflössen, seitdem Sie in einer der ansehnlichsten Gemeinden Israels das ehrwürdige Amt des Cantors im Tempel des Herrn bekleiden — und während die Mitglieder Ihrer Versammlung Ihnen an diesem schönen Ehrentage sicherlich in gerechter Werthschätzung der stets gewissenhaften Pflichterfüllung den wohlverdienten Tribut zollen, sei es auch uns. Ihren Freunden und Collegen vergönnt, unsere freundfchaftlichen Gesinnungen, sowie der Anerkennung Ihrer mannigfachen Verdienste um unfern Stand Ausdruck zu verleihen. Ein Lebehoch dem Manne — so rufen wir als Freunde dem Manne, dessen liebenswürdiges Wesen, dessen felsenfeste Anhänglichkeit, dessen treue Theilnahme ihm die Herzen Aller erworben, die mit ihm in Berührung kamen! Ehre, aber auch dem Cantor — so lautet unser Ruf als Fachgenossen — dem Cantor, der so würdig seinen Platz auszufüllen verstand, der still und geräuschlos seine Pflichten erfüllte und doch so manches bleibend Gute und Edle ins Leben rief, der anspruchslos und bescheiden seinem Berufe sich widmete und doch einen Namen sich geschaffen, der weit über die Grenzen unseres Landes .hinaus mit Achtung und Ehrerbitung genannt wird. Ja, mit Zufriedenheit und Stolz dürfen Sie, theuerer Jubilar, Hinblicken auf den gesegneten Pfad Ihres Lebens, denn neben der Dankbarkeit Ihrer Gemeinde, der Anerkennung Ihrer Collegen, prangt als ein hellleuchtendes Blatt in Ihrem heutigen Silberkranze, Ihr weitverbreitetes und vielgerühmtes Werk ,.Baal t'filloh“ dieses Blatt verwelket nie, sowie Ihr redliches Streben und Wirken nicht vergessen werden kann. Müssen wir als Berufsgenossen Ihnen unsere aufrichtige Hochachtung zollen, so können wir als Freunde nicht umhin. Ihnen an diesem weihevollem Tage aus dem tiefsten Herzen unsere Glückwünsche darzubringen. Möge der Allmächtige Sie und die lieben Ihrigen stets unter seine schirmende Obhut nehmen, auf das Sie in ungeschwächter Kraft, in ungetrübtem Frohsinn weiter wirken und streben; der Himmel erhalte Ihnen jenes hohe Glück, das alle Schätze dieser Welt auswiegt, das da ist, das traute, lieberfüllte Heim; die gütige Vorsehung gewähre Ihnen, noch lange, lange im Weinberge des Herrn rüstig und eifrig fortzuarbeiten, auf daß Andere und Sie selbst noch im spätesten Alter sich an den Früchten Ihrer gesegneten Wirksamkeit erbauen und erquicken! Genehmigen Sie, theurer Freund, da es uns leider nicht beschieden ist, Sie persönlich begrüßen zu können, diesen schwachen aber innigen Ausdruck unserer aufrichtigen Gefühle für Sie, und bleiben Sie auch ferner in Freundschaft und Liebe zugethan Ihren Freunden und Collegen G. Rosenberg, P. Philipson. Wien. Am Versöhnungstage forderte Dr. Adolf J e llinek zum Schlüsse seiner Predigt die andächtigen Zuhörer auf, sich zu einem Dankgebete für unseren erhabenen Monarchen, der stets den Juden seines Reiches seinen allerhöchsten Schutz angedeihen ließ, zu erheben. Wie aus maßgebenden Kreisen verlautet, geht man damit um, im Tempel an passender Stelle eine Votivtafel zu errichten, auf welcher die denkwürdigen Worte unseres vielgeliebten Kaisers, wodurch er seinem Unwillen über die stattgesundenen Judenhetzen Ausdruck gab. verewigt werden sollten. Tachau, am 22. September 1*82. Am ersten israelitischen Neujahrstage besuchte ich als Katholik das israelitische Gotteshaus in Tachau zu der Zeit, als der zweite Gottesdienst stattfand. Ich hatte mich zu diesem Besuche durch einen Freund animiren lassen, der mir versicherte, einen guten Sänger hören zu können, in der Person des daselbst angestellten jugendlichen Cantors Herrn Sg. Schwarzköpf. Hatte ich von diesem so manches Schöne gehört,.so z. B. daß er sich als Mitglied der hiesigen Liedertafel erst vor Kurzem mit einem gelungenen, jedoch höchst schwierigen Solo-Liede großen Beifall erwarb, so war ich factisch diesmal von seinen Leistungen im Cantorate entzückt. Sind schon die jüdischen Tempelgesänge an und für sich tief lyrisch, prachtvoll schön, so vermochte es Herr Schwarz köpf mit seinen Leistungen dieselben zum Herzen gehend und zur Andacht erhebend zu gestalten. Herr Schwarzkopf ist erst 22 Jahre alt und im Besitze eines herrlichen, sehr umfangreichen Tenorbaritons. Die Stimme verräth nicht nur gewissenhafte Ausbildung, sondern auch Eignung zur Bühne. Dies sind nicht Worte eines Laien; ich selbst bin Musiker und verstehe Stimme zu beurtheilen. Es ist schließlich nur noch zu wünschen, daß Herr Schwarz köpf lange in der Gemeinde seiner jetzigen Thätigkeit verbleibe. I. L.

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