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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-09-27 · Heft 34 (27.9.1882) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 34 (27.9.1882)
Date
1882-09-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Aber auch die schöne Danina war von dem tiefen Ernste, der den kräftigen Jüngling betreffenden Prophezeiung ihres Gemals durchdrungen und niedergeschlagenen Auges sprach sie: ״Beer, wenn Du nicht auf der Hochzeit Jsaak's zugegen sein wirst, so werde auch ich nicht zugegen sein können." — ״Das ist nicht ausgemacht, mein Kind," erwiderte er kurz, fast schneidig. Hierauf wandte er sich von ihr ab und schilderte der versammelten Gemeinde die Herrlichkeiten des von niederträchtigen Epikuräern geläugnetcn Himmels, die Großartigkeit der Sphären-Mufik, die Erhabenheit der heiligen Thiere, der Seraphim und Räder. ״Meiner Sünden", sagte er, ״thue ich heute Erwähnung. Gott verzeihe mir's, daß ich in das Antlitz eines Gottlosen geschaut habe. Ich hatte einmal mit den Epikuräern aus Berlin, namens Peter Beer und Salomon Maimon — ihre Namen mögen aus dem Buche der Lebendigen hinweggelöscht werden! — ein Gespräch. Peter Beer sagte mir, der griechische Philosoph Pythagoras behaupte, die Musik der Himmelssphären, deren Constellationen unter den Namen gewisser Thiere bekannt sind, mit eigenen Ohren gehört zu haben. Ein anderer Philosoph soll den Sphärentanz gesehen haben. Der Epikuräer meinte daher, daß unser hlg. Gebet: ״Und das Räderwerk und die heiligen Thiere erheben sich gegenüber den Seraphim," den Allegorieen und Theorieen des Pythagoras seinen Ursprung zu verdanken habe und folgerte hieraus, daß mit dem Zusammensturze des alten ptolomäischen Himmels das ganze Räderwerk, sowie die heiligen Thiere mitgekracht sein mögen." (Schluß folgt.) Offener Sprechsaar für Alle. Gothen bürg, 18. September 1882. Wohlgeboren Herrn Obercantor I. Bauer, Wien. Hochgeehrter Freund und College! Wenn ich mir gestatte, Sie diesmal mit Freund anzureden, so glaube ich, ein wenig Anrecht hierzu zu haben, da Dasjenige, welches Sie mir zu meinem Feste darbrachten, nur aus dem Herzen eines lieben Freundes geflossen sein konnte! Und in der That müßte ich sonst in die größte Verlegenheit gerathen, in welcher Weise ich mich für ein solches königliches Geschenk bedanken könnte! Schlagen Sie daher in die Ihnen dargebotene Freundeshand, dann weiß ich, daß Sie meinen schlichten, aber dennoch nicht minder warmen und herzlichen Dank gütigst entgegennehmen wollen.-— Brauche ich Ihnen aber, mein geschätzter Freund, erst zu versichern, wie sehr mich die so herzlichen Kundgebungen meiner geliebten College» erfrischt und erfreut! oder wie tief ergriffen ich mich beim Anblick Ihrer Ehrennummer und des Pokals unserer theuren Amtsbrüder Ihrer Stadtsynagoge wurde! Nein, mein Verehrter, solche Empfindungen lassen sich nicht schildern! — Und so will ich es auch unterlassen, für heute mehr zu sagen, als ich bereits gethan.- Und nun noch einen Wunsch. Ich möchte nämlich gern, bei der erfreulichen Veranlassung meines Jubiläums, zwei Exemplare meines Werkes Ihnen mit der Bestimmung einsenden, damit dieselben durch Annoncirung zu k 25 M. verkaust werden und die auf .diese Weise zusammenkommenden 50 M. dem Cantoren-Vereine zugewendet werden. *) Indem ich Sie nun bitte, der gesummten verehrlichen Redaction meinen abermaligen herzlichsten Dank für Ihre freundlichen Glückwünsche ״bringen zu wollen, zeichne ich mit innigem Danke und herzlichen Gruße ganz der Ihrige A. Baer. Löbliche Redaction! Ich beehre mich Ihnen hiermit anzuzeigen, daß die Repräsentanz der Landesjudenschaft des Königreiches Böhmen am 12. d. M. eine Cantorenschule für dem Lehrfache sich widmende israel. Präparandisten mit Zugrundelegung meines entworfenen Unterrichtsplanes creirte und mich mit der Leitung derselben betraute. Hochachtungsvoll Prag, 21. September 1882. David Rubin. Kteine GHronik. Stockholm. - Nicht Vielen Cantoren dürfte das Glück beschieden sein, eine so allgemeine Anerkennung und Huldigung seitens der College» von Nah und Fern zu erfahren, wie dies bei der Jubiläumsfeier unseres lieben und geschätzten Freundes A. Baer in Gothenburg der Fall war. Wahrlich, dieser eine Tag mit seinen herzerhebenden Eindrücken bot dem Jubilar eine Entschädigung für die vielen Jahre mühsamer, aufopfernder Thätigkeit zu Nutz und Frommen seiner Berufsgenossen. Nur in gedrängter Kürze vermögen wir alle die Auszeichnungen zu erwähnen, die unserm Baer zu Theil geworden und bitten wir um Entschuldigung, wenn in diesem Berichte, der auf Vollständigkeit keinen Anspruch macht, der eine oder der andere Gratulant anzuführen vergessen wurde.׳ Vielleicht bietet sich später noch Gelegenheit, das Versäumte nachzuholen. Mit einer Bescheidenheit, die an Selbstverläunung grenzt, suchte sich unser Jubilar allen öffentlichen Ovationen in seinem Wirkungskreise zu entziehen, trotzdem konnte er es nicht vermeiden, daß eine große Anzahl Gratulanten diesen Tag durch kostbare Geschenke und allerhand Aufmerksamkeiten auszeichneten und die herzlichste Theilnahme und Freude bei dieser Gelegenheit an den Tag legten. Wahrhaft imposant aber waren die zahlreichen Kundgebungen der auswärtigen College», diese Ovationen waren ebenso ehrend für den Jubilar, wie sie gleichzeitg beredtes Zeugniß dafür ablegten, daß das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Cantoren in letzter Zeit sehr merklich erstarkt ist. Schon einige Tage vor der Feier langte ein Gratulationsschreiben, begleitet von einer dem Jubilar gewidmeten, herrlichen Composition von Herrn Musikdirector Rubin in Prag, an. Ihm folgten Gratulationen mit beigefügten Photografien oder Compositionen von den Herren Cantoren: Prof. S. Sulz er, Singer, Gold stein, Fischer, Schiller, Wien; Prof. Fried mann, Budapest; Deutsch, Breslau; Kartschmaroff, Gr. Kanicsa; Birnbäum, Königsberg; L a chm a n n, Hürben; H ei m a n n, Amsterdam; Blauftein, Bromberg; Lewin, Tost; Holzer, Jemkau; Kurzmann, Komorn; Rosenberg und Philipsohn, Stockholm; I. Löwit, Chordirigent am türkischen *) Wir nehmen dieses großherzige Anerbieten dankend an und werden die beiden zum Besten des Cantorenvereines gewidmeten Werke in diesem Sinne in unserer nächsten Nummer inseriren. Die Redacti»«.

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