Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 33 (19.9.1882)
- Date
- 1882-09-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Weib ist Beer's Gattin? Und sie wäre doch so sehr geeignet, Nebenbuhlerin der Thora . . . O, vielleicht irrt Jakob, von den heiligen Thieren, er irrt im Zorne. ״Und wo Zorn waltet," sagt der Talmud, ״vorwaltet Jrrthum." — Er wandte sich also abermals an seinen Nachbar: ״Wenn dem so sei, woher kommt cs denn, daß Beer das Frauenzimmer ״Tochter" .angesprochen hat?" — ״Du bist ein Narr und ein ungelehrter Mensch," gab ihm Jakob zur Antwort. ״Wenn Jemand eine Frau um des Himmels willen heiratet, gilt er nicht als ihr Gemahl sondern als der Vater." ״Woher kommt es aber," fragte er weiter, ״daß von dieser Heirat nichts in die Oeffentlichkeit gedrungen ist?" — ״Du bist der größte Narr in der Welt," lautete die Antwort. ״Hochzeiten, die um des Himmels willen geschehen, werden auch ausschließlich für den Himmel und nicht für die Erde gefeiert. Wenn Du zu dieser Himmelshochzeit nicht eingeladen worden bist, liegt wohl die Schuld nur an Dir." (Schluß folgt.) Kleine KHronik. Zum Vaer-Jnbilärrrrr. Cantor A. Z a d e k in Cottbus hat in seinem Namen, sowie im Namen der Collegen Abraham, Ober-Cantor, Frankfurt an der Oder. — Blaustein, Redacteur des ״Jüd. Cant.", Bromberg. — B o ehm, erster Cantor, Beruburg. — Epstein, Ober-Cantor, Bcuthen. — Grünzweig, Chor- und Musikdirector, Arad. — Jakobi, Cantor, Pyritz (Pommern). — Le w in, Cantor und Lehrer, Tost. — Le Win, zweiter Cantor, Bernburg. — Neubauer, Prediger und Cantor, Charlottenburg. — Perlmutter, erster Cantor, Jchenhausen. — P o PP er, Ober- Cantor der Hauptsynagoge, Frankfurt a. M. — Schönfeld, Ober-Cantor, Posen. — Wiesen, Prediger und Cantor, Osterode. — Weißblum, Cantor und Lehrer, Greifswald, an den Jubilar folgende Adresse gerichtet: Hochverehrter Herr College! Mit den ׳Gefühlen der innigsten Freude und aufrichtigsten Theilnahme habe ich aus unseren Fachblättern erfahren, daß Sie unter göttlichem Beistände am 8. d. M. das 25jährige Jubiläum Ihrer erfolg- und segensreichen Amtsthätigkeit begehen werden. Gestatten Sie mir nun, hochverehrter Herr College, hiermit im Namen vieler unserer Standesgenossen und in meinem Namen einige, aus der Tiefe unseres Herzens strömende Worte als Zeichen unserer Hochachtung und Werthschätzung an Sie zu richten. Ihr rühm- und heilvolles Wirken als Priester des Ewigen, Ihre unsterblichen Verdienste um die Verherrlichung und Veredelung unseres Synagogengesanges haben mit Recht allgemeine Anerkennung gefunden. Empfangen Sie daher, hochverehter Herr College, unsere herzlichsten Glück- und Segenswünsche zu Ihrem schönen Ehren - und Freudentage: Möge der Himmel Ihr theueres Leben auch ferner beschützen, Ihr Streben und Hoffen krönen, Ihr Schaffen und Wirken segnen und Sie bcji Tag Ihrer goldenen Jubiläumsfcier in körperlicher und geistiger Rüstigkeit und Lebenskraft erschauen lassen. Möge Er Ihnen Gesundheit, Glück und Freude bis zum höchsten Greisenalter in reicher Fülle verleihen, damit Sie noch recht viele Jahre im heiligen Weinberge des Herrn arbeiten können, zur Freude ihrer lieben Angehörigen, zur Zierde Ihrer unzähligen Freunde und Verehrer und zum leuchtenden Vorbild und Muster für sämmtliche Cantoren. — Genehmigen Sie, hochverehrter Herr College, die Versicherung unserer unbegrenzten Hochachtung und Freundschaft Es nah'n Collegen aus allen Enden, Ihrer Freunde treue Schaar. Herzensgrüße und Dank zu spenden Dem allverehrten Jubilar, Der in geistiger Macht und Stärke Treu erfüllt hat den Beruf, Der in seinem Meisterwerke Unvergänglichen Ruhm sich schuf. Was Sie sangen, was Sie schrieben, Was Sie schufen kraftbeschwingt, Blüthen hat es rings getrieben, Hat den Gottesdienst verjüngt. In den Reihen der geehrten, Großen Cantoren hochgeweiht, Die unseres Glaubens Schätze mehrten, Prangt Ihr Namen alle Zeit. Mögen Sie noch lang hienieden Rüstig schaffend sich erfreuen Möge Wonne, Glück und Frieden Sich in ihrem Haus erneu'n. Oottdus. A. Zadek, Jubiläirrirsarrzeige. Der Prediger im Stadttempel der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Herr D. A. I ellin ek feiert am 6. October d. I. sein 25-jähriges Jubiläum als Prediger in Wien. Der Präses des ״Oesterr.-Ungar. Cantorenvereines", College Ob.-Cantor I. Gold st ein, welcher in demselben Jahre wie Dr. Jellinek nach Wien berufen wurde, wird am 15. December ö. I. das Jubiläum seines 25-jährigen Wirkens in Wien feiern. Raab, am 10. September. In Szt. Marion, dem Sitze des Benedictiner Abtes, wo seit 800 Jahren die von Ungarns erstem Könige gegründete Kirche besteht, haben die dortigen Juden einen prächtigen Tempel erbaut, welcher am 7. d. M. feierlich eingeweiht wurde. Anwesend waren unter Anderen: Vizegespan Gr. Rudolf L a s z b e r g, Obernotar Dionis V e r m e s, Stuhlrichter Nikolaus Nemeth, Bezirksrichter Dr. Szabo u. a. m. Die Raaber Schwestergemeinde war durch die Herren Ignatz Stadler, Moritz H a t s ch e k und Josef Perl vertreten. Die Feier begann mit einem schönen Gesänge, vorgetragen von Herrn Obercantor Schmulovitz aus Raab mit dem ganzen Chorpersonale. Nach der Schlußsteinlegung und dem Anzünden der ewigen Lampe, ergriff Oberrabiner Dr. Immanuel Löw aus Szegedin das Wort. Die Rede, welche V/2 Stunden lang währte, wirkte mächtig auf das Herz der zahlreichen Anwesenden. Auch Obercantor Schmulovitz brillirte mit seiner ausgezeichneten Stimme und dem gut geschulten Chore. Beim Bankett wurde der erste Toast dem Kaiserpaare von Herrn Dr. M. Schlesinger ausgebracht, nach diesem toastirte Herr Advocat I. Szephegyi auf Löw, welch' Letzterer sein Glas auf das Gedeihen der kleinen Gemeinde Szt. Marton leerte. Brühl, unweit Cöln. Die ״Cöln. Zeitung" berichtet gleichfalls über die Einweihung einer neuen Synagoge, welche Anfangs August stattgefunden hat. Juden und Christen flaggten, selbst katholische Capläne schmückten ihre Häuser mit Fahnen als Zeichen ihrer freundlichen Gesinnungen gegen die jüdischen Mitbürger in Brühl. Der Bürgermeister Martini ließ die