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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-09-19 · Heft 33 (19.9.1882) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 33 (19.9.1882)
Date
1882-09-19
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Yia triumphalis, die gewöhnlich beim Einzuge des Kaisers hergerichtet wird, Herstellen und an beiden Seiten der Straße, wo die neue Synagoge sich befindet, eine Mastenreihe mit deutschen Fahnen aufpsianzen. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß die ״Cöln. Zeitung" einen besonderen Berichterstatter zur Einweihung geschickt hatte, wahrscheinlich weil kein einziger Jude in der Redaction derselben zu finden ist. Denn die jüdischen Redacteure behandeln gewöhnlich Feierlichkeiten in der Mitte ihrer Glaubensgenossen sehr reservirt und mit der größtmöglichen Kürze oder sie übergehen sie ganz mit Stillschweigen. In den Ruhestand getreten. Ein Virtuos ganz eigenthümlicher Art, der ״Schoferbläser" des israelitischen Tempels der Innern Stadt, Samuel Kohn, ist in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Vor mehr als dreißig Jahren hat Kohn vor dem Vorstande ber israelitischen Cultusgemeinde auf seinem spröden Instrumente, dem ״Schofer", glänzend Probe geblasen und über seine Concurrenten den Sieg davongetragen. Seitdem hat er, ein allgemein geachteter Lehrer, das Amt des Schoferbläsers versehen, bis ihn nunmehr sein hohes Alter — er zählt 77 Jahre — zwang, sein Instrument jüngern Händen und Lungen anzuvertrauen. Seinen kostbaren ״Schofer", der sich durch Jahrhunderte in seiner Familie fortgeerbt haben soll, machte er der israelitischen Cultusgemeinde zum Geschenk. Teplitz, 10. Septemb. (Tempeleinweihung.) Unter Theilnahme der gesammten Stadtbevölkerung fand heute durch die festlich geschmückten Straßen der Auszug der ״Thoras" aus der alten Synagoge und der Einzug in den neuen Tempel statt. Regierungscommissär Gebhavd eröffnete die Thore des Tempels, nachdem er die hervorragenden Verdienste der Cultusgemeinde in einer Ansprache gefeiert hatte. Die Festrede hielt Rabbiner Dr. Rosenzweig. Dem feierlichen Gottesdienste, bei welchem die Liedertafel und der Gesangsverein mitwirkten, wohnten bei: Fürst Clary, das Stadtverordneten- . Collegium von Teplitz und Schönau, die Abgeordneten W olfrum und Stöhr, die Vertreter sämmtlicher Behörden und Vereine, sowie Deputationen vieler Cultusgemeinden. Den Schluß bildete ein Festbankett. ״R api d". ״Rapid" ist der Name eines von der hiesigen Fabriksfirma Carl Fritz L Co. erfundenen und in allen Culrurstaaten patentirten Spiritus- D a m p f k o ch e r, der sich in vortheilhaftester Weise vor ähnlichen in Handel gebrachten Nachahmungen, durch beseitigte Explosionsgefahr auszeichnet. Derselbe besteht aus einem schalenartigen Metallgefäße, das bis zur Hälfte mit Spiritus gefüllt wird. Zündet man diesen an, so wirken die nach wenigen Augenblicken sich bildenden Dampf-Stichflammen mit so intensiver Hitzentwicklung, daß in längstens 4—5 Minuten jede Speise vollkommen gekocht oder gebraten ist, ohne mehr als 1—2 Kreuzer Heizmaterial aufzubrauchen. Hiedurch empfiehlt sich dieser in verschiedenen Größen hergestellte Schnellkocher nicht nur für jede rationelle Hauswirthschaft, sondern selbst für größere Anforderungen, wie in Hotels, Gast- und Kaffeehäusern. Die Handlichkeit und leichte Transportfähigkeit gestaltet ihm ohne Schwierigkeiten zu einem nützlichen Begleiter auf der Reise zu Wasser und zu Land. In verschiedenen Metallen geschmackvoll ausgeführt, gereicht er gleichzeitig der feinsten Credenz, dem elegantesten Salon zur vollen Zierde. Die bemerkenswerthesten Vortheile sind ferner die gänzlich rauch- und dunstfreie Verbrennung ohne Docht, mithin Ausschluß der üblichen Belästigung aller anderen Spirituskocher für geschlossene Räume, als auch die schon erwähnte und nicht hoch genug zu würdigende Sicherheit gegen jedwede Explodirung, welche das Hauptübel einiger versuchten aber mißglückten Nachbildungen ist. Gründungs- und Vereinsbeiträge. Gründungsbeiträge: M. Wodak, Göding, Schäfer, Simmering, M. K r a u s, Plamian, I. P o p p e r, Kohl-Janowitz. Vereinsbeiträge: Kraus, Plamian (vierteljährigen Beitrag). Popper, Kohl-Janowitz (halbjährigen Beitrag), A. Lederer, Eger (3 fl. Beitrag) Baß, Marienbad (halbjährigen Beitrag), N ä h n a d l, Libochowitz (vierteljährigen Beitrag). 21. Fischer, Cassier. Dritter Ausweis. Zur Unterstützung der Hinterbliebenen Familie des verstorbenen College« Cantor I. ii w v i a in Cran sind weiters folgende Spenden eingelangt: College M. Kriener in Galgocz. ״ Moriz Kraus in Plamian. ״ Jos. Herz in Prerau. ״ M. Grünberger ........ ״ Franz Teltsch, Klosterneuburg . . . . ״ Joachim Popper, Kohl-Janowitz . . . ״ Leopold Spiegel, Gr. Bittsee . . . . ״ L. Winterberg, Aussig. ״ Leop. Schlesinger, Es'seg. ״ Jg. Blau. ״ M. Wodak in Göding. ״ Alex. Goldenberg, Kronstadt . . . . ״ Rafael Perlzweig, Jaroslau . . . . ״ S. M. und M. W. je 1 fl. ״ Musikdirector D. Rubin. Eine Sammlung von demselben .... ״ Jonas S t r a n s k y, I. B r o d, I. 51 ö r n e r, Porges je 1 fl. ״ Weinberger 50kr., A. Muneles 50kr. ״ A. Popper, Prag. ״ Bern. Weiß in Brandeis an der Elbe . ״ I. Weiß, Tobitschau 50 kr., S. Rosenberger, Komotau 50 kr. ״ Petersrkka, Wien. ״ S. Hirsch, Wien. ״ Baß, Marienbad. durch Cantor Fischer: Herr Em. Spielmann, Paris .. durch Cantor Fischer: Herr I. L. . fl- 1.— 1.— 1.— 1.— 1.— 50 1.— 1.— 1.— 1.— 1.— 1.— 1.— 2._ 2._ 3.60 4.— o 5. fl. 42.50 Hiezu vom zweiten Ausweis 61 fl. 40 ft* und 5 Maxf. Summa 106 ft. 00 kr. und 5 Mark. Weitere Spenden bitten wir gefälligst an den Vereinscassier Herrn Cantor A. Fischer.. Wien, I., Seitenstä'ttengasse Nr. 4 einzusenden. ״Der Vorstand des österr.-ungar. Cantorenvereines". Danksagung. Für alle an uns gelangten Neujahrsgratülationen statten wir unseren herzlichsten Dank ab und wünschen allen unseren geehrten Abonnenten .,"DIE כתיבה והתימה Die Redaction. SteUenbesetzung. College Petersilka wurde neuerdings in der israelitischen Cultusgemeinde Währing als Cantor und Secretär angestellt. Zugleich erhielt er ein vom Gesammtvorstande gefertigtes Belobungsschreiben für sein bisheriges Wirken im Amte. Die zweite Cantorstelle bei der Pilsner israelitischen Cultusgemeinde ist seit dem 5. d. M. durch Herrn Salomon Kornfeld, früher in Komorn angestellt, wieder besetzt. Die Fortsetzung des Feuilletons ״Der Verfluchte" erfolgt wegen Raummangels in nächster Nummer.

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