Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 31 (30.8.1882)
- Date
- 1882-08-30
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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die Schaffung eines für ihn nutzbringenden Cantoren-Dienst- ׳Vermittlungsinstitutes wäre **). Es liegt uns ferne, dem Collegen Schiller nahe zu treten, gewiß ist seine Intention ehrenhaft, jedoch bietet sie Gelegenheit zu unangenehmen Reflexionen und bitte ich unsere geschätzten Collegen, ihre Meinung hierüber in unserem Vereinsorgane niederzulegen. ״Wir wollen frei sein, frei sei auch die Concurrenz um die vacanten Stellen!" Genehmigen Sie den Ausdruck meiner unbegrenzten Hochachtung. Mit collegialem Gruße H. S ch w a r z, Cantor. Kteine Ghronik. Neue Judenhetzen in Kiew. In Kiew fanden, wie von dort dem Petersburger ״Golos" telegraphirt wird, vor ׳einigen Tagen wieder ernste Judenhetzen statt, deren Urheber niemand Geringerer, als der dortige ״Gehilfe" oder Stell- Vertreter des Polizeimeisters, Namens Schiwogliadoff, gewesen. Derselbe befahl nämlich am 20. d. M. allen noch in Kiew ansässigen Inden, ohne Unterschied des Standes oder der Beschäftigung die Stadt binnen 24 Stunden zu verlassen und 'als nach ׳ Verlauf dieser Frist noch einige jüdische Familien, die seit urdenklichen Zeiten ihre Häuser und Realitäten in Kiew besitzen, noch zögerten, diesem barbarischen Befehl nachzukommen, ließ der rohe Polizeigewaltige die betreffenden Familien sammt und sonders auf die Gasse setzen und dann zum Stadtthor hinausjagen. Es läßt sich leicht denken, daß diese nichtswürdigen Maßnahmen der Polizei in Kiew von großem Spektakel des dortigen Pöbels, welcher wieder nach Herzenslust plündern und stehlen konnte, begleitet wurden. 'Ein Polizeioberst, welcher den Anordnungen Einhalt thun wollte, wurde von dem ״Gehilfen" des Polizeimeisters einfach feines Dienstes entlassen. So geschehen unter der angeblich ״gerechten" Regierung des ebenfalls angeblich ״unparteiischen" Ministers des Innern Grafen Tolstoj! Für die russischen Juden. Die M a n s i o n H o u s e- Stiftung zur Unterstützung verfolgter russischer Juden hat durch eine weitere Schenkung des Herrn F. D. Moretta in London, im Betrage von 200 Pfund Sterling, nunmehr die Höhe von 105.780 Pfd. St. 1,057.800 fl. ö. W. erreicht׳ Zur Tisza-Eszlarer Asfaire. Es wird berichtet, daß die Floßleute (welche bei der Auffindung der angeblichen Leiche der Solimossy betheiligt warenfür die Angeklagten nicht belastend ausgesagt haben. Dem ״P. L," wird berichtet: Die Floßleute, von denen fünf Rutheneu und zwei Juden sind, haben beim Huszter Stuhlrichter eine von ihnen unterschriebene, mit den betreffenden ärztlichen Dokumenten bekräftigte Eingabe eingereicht, worin diese Beschwerdeführer erklären, daß sie ohne jeden Grund verhaftet und vom Sicherheitscommisfär und dessen Leuten geschlagen und zu unwahren Aussagen gezwungen wurden. Der Flößer Matje beschwert sich darüber, daß man ihn zwang, seine Angaben, die man durch Peitschenhiebe, deren **) Es kam! keineswegs geleugnet werden, daß ein solches Institut auch seine guten Seiten hat, ebenso wenig können wir glauben, daß sich der Vorstand einer Gemeinde nur von Protection und nicht von den Fähigfeiten der concurrirenden Cantoren bestimmen lassen wird. Daß aber nicht nur materieller Nutzen, sondern auch noch andere Motive Herrn Cantor 'Schiller zur Gründung dieses Institutes bewogen, wird er gewiß in den angekündigten Prospecten genügend darthun. Spuren noch an ihm sichtbar sind, erpreßt hatte, auch durch Eid zu bekräftigen, den er vor dem Untersuchungsrichter Vary ablegen mußte, woraus man ihn freiließ. Zur Leichenbekattungsfrage. (Schluß.) Einstimmig ist das Lob und die Anerkennung, welche das P. T. Publikum der neuen Begräbn'ßmethode mittelst des Hlubek'schen Apparates zollt. Die Wiener Blätter haben sich sehr oft und sehr anerkennend über die Apparate ausgesprochen. Die Berliner Blätter sagen bei Gelegenheit der Einführung des Hlubek'schen Apparates auf einem der dortigen Friedhöfe, die in Gegenwart von Predigern, Stadtverordneten, Deputationen, Kirchenvorständen, der Friedhofs- Commission und den Vertretern der Berliner Presse stattgefunden hat, daß man den Hlubek'schen Apparat jedenfalls als ein höchst verdienstvolles und anerkennenswerthes Werk erklären muß, — — daß man also auch dem Ingenieur Hlubek in Wien, dem Erfinder des Apparates, dankbar s.in müsse.-Der Apparat machte einen überraschenden, durchaus feierlichen Eindruck, und es sprach sich unter den Anwesenden und Zuschauern entschieden eine allgemeine Zusriedenheit aus. Durch den Hlubek'schen Apparat wird das sichtbare Eingreifen von nicht zu den Hinterbliebenen und den Trauergästen gehörigen Personen angenehm vermieden. Ein anderes Blatt sagt: ״Was hierin gethan wird, geschieht für die Lebenden und Liebenden.-Ich habe diesen Apparat mit angesehen, und nehme Notiz an dieser Stelle, weil ich in dem Hlubek'schen Apparat einen Fortschritt in der Cultur unserer Gefühlswelt und eine ästhetische Ausschmückung eines unserer bisher so sehr vernachlässigten öffentlichen Acte erblicke, und nachdem ich für meinen Theil wahrscheinlich kein Testament machen werde, so erbitte ich mir schon jetzt hicmit öffentlich von Denjenigen, welche mich einst begraben werben, ein Begrübniß mit diesem neuen Hlubek'schen Versenkungsapparat". Auch in Amerika haben die Hlubek'schen Apparate bereits großes Aufsehen erregt, und in New-Iork hat es die große Gesellschaft ..Boneral Banal Association“ übernommen, die Apparate in Amerika einzuführen. Im allgemeinen Interesse und im Interesse der Pietät, sowie im Interesse einer zeitgemäßen Reform auf dem Gebiete des Leichenbestattungswesens ist es zu wünschen, daß die Hlubek'schen Apparate eine allgemeine Verbreitung finden mögen. Gor7r7esponöenz. College E. F. in St. EingesandteS;n spät erhalten, erscheint in nächster Nnmmer. College H. in G. Ihre Correspondenz können wir leider nicht berücksichtigen, La diese Frage schon genügend besprochen wnrde. College S in T- Der Jrrthnm beruht auf einem Druckfehler. College Schw. in T. Derech hachajim Siddur ist sehr practisch. A v i s o! Wir stellen an die geehrten Einsender die dringende Bitte Manuscripte nur auf einer Seite zu beschreiben. Unsere P. T. Abonnenten machen wir neuerdings darauf aufmerksam, daß Zeitungsreclamationen portofrei sind.;mz ג bfä■?,'-,׳י;^;