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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-08-22 · Heft 30 (22.8.1882) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 30 (22.8.1882)
Date
1882-08-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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— 6 Aufruf! Am 7. d. M. wurde ein College und Vereirrsinitglied Herr I. Luria Cantor in Gran durch den Tod aus unserer Mitte gerissen. Wir haben einen werthen Collegen, die Gemeinde-׳ in welcher der Berstorbene wirkte, einen tüchtigen Beamten, die zurückgebliebene Familie ihren Ernährer verloren. Der Zustand der Letzteren ist um so mehr bedauernswerth, als die Krankheit all' ihre Habe derzehrte. Da jedoch der Verein noch nicht in Wirksamkeit getreten ist, so sehen wir uns, angesichts der großen Noth der Hinterbliebenen Witwe und deren zwei unmündigen Kinder, veranlaßt, an den Wohlthätigkeitssinn unserer Collegen und Vereins- Mitglieder zu appelliren und dieselben aufzNsordern, Durch freiwillige Gaben die verwaiste Familie zu unterstützen. Jede auch noch so geringe Gabe wird von dem Vereinscasiier Herrn Cantor A. Fischer, Wien, I.. Seitenstättengasie 4 entgegengenommen und in der ״österr.-ungarischen Cantoren Zeitung," vcröffentlicht werden. Wien, am 21. August 1882. Der Vorkand des ״österr.-ungarischen Cantorenvereines." Kleine GHroniL. Stockholm. Dem jüdischen Organisten unserer Synagoge, Herrn I. Jacobson, ist aus Anlass seines zur silbernen Hochzeit des königl. Paares componirten Festmarsches ein schmeichel- Haftes Dankschreiben des Königs, begleitet von einer Denk- Medaille, zu Theil geworden.-— Wohl allen Lesern dieser gesch. Zeitung dürfte die Mittheilung von besonderem Interesse sein, daß Herr Cantor A. B a e r in Gottenburg am 8. September d. I sein 25jähriges Amtsjubiläum begeht. Seine Gemeinde, die unstreitig zu den nobelsten zählte, wird sicherlich dieser Ehrentag ihres ebenso pflichtgetreuen wie tüchtigen Beamten, der sich durch sein allgemein gerühmtes und werthvolles Werk ״Baal tefilloh“ in der Cantorenwelt einen klangvollen Namen erworben haU Würdig zu feiern wissen.- Gegenwärtig concertirt hier in Stockholm unter Leitung des Musikdirectors Herr Farkas Mor ein ungarisches Orchester, dessen Leistungen sich großen Beifalls Seitens des Publicums erfreuen. In unserer Zeit, da leider allzuhäufig Künstler so gern ihr Judenthum verleugnen, verdient es besonders hervorgehoben zu werden; daß Herr Director Mor stets unter der Zahl der Andächtigen in unserer Synagoge zu bemerken ist.- Ad voeem ״Synagoge" können wir beim Herannahen der hohen Feste im Interesse des Gottesdienstes nicht unterlassen auf die ״BreslauerSynagogengesänge" componirt von Herrn Obercantor Deutsch nachdrücklichst hinzuweisen. Diese herrlichen Gesänge, deren Vorzüglichkeit von Kunstverständigen Fachgenossen längst anerkannt ist, sind in unsere Synagoge eingeführt und üben einen gewaltigen Eindruck auf die Zuhörer aus. Strakonitz. Am 17. d. M. Abends 7 Uhr fand im israelitischen Tempel ein solenner Festgottesdienst zur.Vorfeier des Geburtsfestes Seiner Majestät Kaiser Franz Josef I. statt. Eingeleitet wurde derselbe durch ein Orgelpräludium; Obercantor Emil Fränkel mit Tempelchor und Gesangverein ״Harmonie" functionirten in festlicher Weise das Abendgebet. Prediger Dr. Lamberg hielt die Festrede, welcher der prachtvolle Sulzer'sche Ädonoj beoVcho in Musteraufführuug folgte. Obercantor Fränkel sang das Baritonsolo als würdiger Schüler der Wiener Sulz er Epoche. Hierauf hielt der Herr Rabbiner das Gebet für Se. Majestät und das allerhöchste Kaiserhaus bei offener Bundeslade, welchem die Volkshymne in deutscher Sprache folgte. Mit einem Orgelpostludium schloß die erhebende Feier. Die israelitische Schuljugend mit dem Lehrkörper, die Gemeindemitglieder, der Vorstand, der Bezirkshauptmann, der Bezirksrichter, der Reichsrathsabgeordnete Josef Ritter v. Fürth, das Mitglied der jüdischen Landesrepräsentanz Jakob Pink, sowie ein sehr distinguirtes Publicum füllte das festlich beleuchtete Gotteshaus. Kottbus, Mitte August. (Orig.-Corr.) Am 6. d. M. starb in Wörlitz der herzoglich Anhalt'sche Chirurg Herr Abrahm Lichtenstein im Alter von 72 Jahren. Sein Tod hat nicht nur in seinem Wohnorte, wo er viele Jahre hindurch gelebt, segensreich und heilvoll gewirkt, sondern auch in der ganzen Umgegend die tiefste Theilnahme hervorgerufen. Sogar Se. königliche Hoheit der Herzog von Anhalt ließ sich über das Hinscheiden dieses trefflichen, verdienstvollen Mannes Bericht erstatten. Zahlreiche Freunde von nah und fern eilten, herbei, um dem theueren Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. In Folge der hingebungsvollen, uneigennützigen Aus- Übung seines schweren Berufs hat Herr Lichtenstein sich das allgemeine Vertrauen seiner.Mitbürger erworben. Denn er war Allen jederzeit ein treuer Helfer, Retter und Tröster in Leiden und Schmerzen. — Herzensgüte, aufrichtige Nächstenliebe und Bescheidenheit bildeten den Grundzug seines biederen Charakters. Herr LichtensteiK hat sich aber auch stets als frommer Israelit und geschickter Mauhel מוהל bewährt. In Anbetracht der überaus zahlreichen Betheiligung Seitens der christlichen Bevölkerung an der Leichenfeier (in Wörlitz wohnen nämlich gegenwärtig nur noch 5 jüdische Familien) wählte der Herr Rabbiner aus Dessau die Worte: ',31 בנים! אתם zum Texte seiner tiefergreifenden Rede. O, wenn alle Menschenbrüder sich als Kinder Eines lebendigen Gottes betrachten wollten, wie dies heute hier der Fall ist, wo die reinste Menschenliebe einen so glänzenden Sieg feiert über Hass und Zwietracht. An der Bahre dieses Verklärten scheint jeder confessionelle Unterschied geschwunden zu sein, denn Juden, sowie unzählige Christen beklagen und beweinen den herben unersetzlichen Verlust. Mit einem von Herrn Obercantor Abel aus Dessau vorgetragenen hebräischen Gebete schloß die ernste, würdige Feier. ,*זכר לברבר A. Za de cf. Gorrrresponöenz. College I. H. in Am st. Bestätigen dankend den Empfang des Abonnementbetrages bis 1. Jänner 1883. College G. in L. Der bei einer Sitzung bezahlte fl. 1 wurde Ihnen als Gründungsbeitrag verbucht. Sie hätten also noch bis Ende December den Betrag von fl. 3.50 zu erlegen. College H. in G. I. Ihren wohlgemeinten Rath werden wir beherzigen. College A. in Ung.-H. Betreffender nimmt für die Dauer keine Anstellung an, für die hohen Feiertage beansprucht er mindestens fl. 50, Spesen und Verpflegung. College G. in Ben. Jrrthümlich geschehen, wollen daher entschuldigen, für das dritte Quartal ist ein Rest von fl. 1.

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