Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 29 (14.8.1882)
- Date
- 1882-08-14
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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״Na," Herrscht 4hn da ein untergeordnetes Individuum an, ״wo bleiben S' denn so lange?" Hat er noch Malheur und ein Vieh wird ״tr6t6^. da geht es dann gar in nicht sehr schmeichelhaften Ausdrücken gegen alle Juden, gegen Moses und Me Rabbiner los. — Mitternacht ist unterdessen herangekommen, ermüdet trabt er heim, nm des anderen Tages mit dem frühesten Morgen wieder aufzustehen. Dies die treue Schilderung von dem Leben eines armen ungarischen Provinzcantors. Nun, Herr College Holzer und Wallerstein, ich glaube, wenn es auch wirklich so wäre, wie Sie zu sagen beliebten, daß der Schochet die Würde eines כהן גדול trägt, so ist dennoch nichts Beneidenswerthes daran. Auf welche Weise aber diesem Uebel abgeholfen werden kann, werde ich nächstens auseinander setzen. Mit collegialem Gruße Josef Duldner, Cantor. Kleine KHronik. Spende. Anläßlich des Jahrzeittages des seligen Herrn Simon Apfel, welcher durch lange Jahre eines der angesehensten würdigsten Mitglieder des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde gewesen und diesem auch zur Zierde gereichte, spendete dessen hochherzige Gattin dieser Gemeinde eine prachtvolle Kanzeldecke aus grünem Sammle, reich mit Gold gestickt. Diese mit wirklich künstlerischer Vollendung ausgeführte Arbeit, welche gleichsam als Ergänzung zu einer von Herrn S. Berger gespendeten Parochet dient, stammt aus dem in der ganzen Welt rühmlichst bekannten Atelier der renommirten Firma M. Straß er in Wien und sind alle ihre Arbeiten Kunstwerke im eminentesten Sinne des Wortes zu nennen. Ein edler Wohlthäter. Bekannte Thatfache ist es, daß der hier in Wien vor einem Jahre erst gebaute Tempel der polnischen Gemeinde in Folge einer, geradezu gesagt, ge- -wissenlosen Gebarung und Unkenntniß unter den Hammer kam und nun seit längerer Zeit schon als Magazin benützt wird. Leider wurden auch hiedurch die Bediensteten brodlos und hatte namentlich der Chasan dieser Gemeinde, P e f ch e Fr ei sing er, unter diesem für ihn so schweren Schicksalsschlage derart zu leiden, daß er in eine schwere Krankheit verfiel. Die traurige Lage dieses bekannten Chasans wurde selbstverständlich hiedurch nur noch mehr verschlimmert und er mit seiner Familie dem Elende preisgegeben. In dieser ganz unhaltbaren Lage kam Trost und Hilfe von einer Seite, von welcher sie kaum zu erwarten gewesen war. Der Eigenthümer des Hauses, in welchem Freising er eine Wohnung (wofür er die Miethe rückständig ist) inne hat, der hochgeachtete Herr Dr. Beer, von der traurigen Lage, in welcher sich der Arme unverschuldeter Weise befand, in Kenntniß gesetzt, stattete einen Besuch dortselbst ab, wobei er sich von dem tiefen Elende, in welchem sich die ganze Familie befand, überzeugte und hinterließ derselben in wahr- Haft hochherziger, edelmüthiger Weise einen Betrag von 50 st., um die Bedürfnisse dieser Familie zum mindesten für kurze Dauer zu lindern. Nach acht Tagen wiederholte er seinen Besuch und hinterließ der bedauernswerthen Familie abermals 50 Gulden. Ehre solch' edlem Manne, der sich mit warmfühlendem Herzen der Armen und Nothleidenden annimmt. Matowu. Vor Wochen schon wurde uns von unserem geehrten Collegen Freisinger in Pilsen ein von ihm componirter Matowu zur Einsicht zugesendet, ohne daß es uns jedoch bis jetzt möglich gewesen wäre, selben einer Besprechung, wie er es verdient, zu unterziehen, nachdem wir thatsächlick so sehr von Arbeiten überbürdet sind, daß wir derselben kaum Herr werden können. Daß wir diesen Matowu so lange liegen ließen, thaten wir, offen gestanden, ein Unrecht, denn er gehört zu jenen Compositionen, wie sie nur großem Fleiße entspringen können. Mit Recht müssen wir die Behauptung aufstellen, daß diese Composition eine gediegene ist, und sich Rhythmus und Harmonie in ein Ganzes wohlgefällig einen. Todesnachricht. Mit lebhaftem Bedauern erhalten wir die Nachricht von dem Hinscheiden eines geehrten Collegen, des Herrn Julius Luria, Obercantor aus Gran, welcher am 7. d. M., 5 Uhr Nachmittags, nach langem, schmerzvollem Leiden im 34. Lebensjahre selig im Herrn entschlafen ist. Derselbe erfreute sich großer Beliebtheit in seiner Gemeinde und wird dessen Verlust dortselbst sehr schmerzlich empfunden. Protznitz. (Trauung.) Sonntag den 29. v. M. fand hier im israelitischen Tempel die Trauung des Frln. Leontine Epstein, Tochter des hier seit 30 Jahren mit größter Anerkennung wirkenden, hochgeschätzten Obercantors E p st e i n mit dem Garnhändler Herrn Louis P o l l a k statt. Welcher Beliebtheit sich das Brautpaar und speciell die rühmlichst bekannte Künstlerfamilie Epstein hier erfreuen, zeigte die außerordentliche zahlreiche Betheiligung und waren die Spitzen der hiesigen Gesellschaft zu dieser Feier erschienen. Herr Rabbiner Dr. Hoff hielt eine schwungvolle ergreifende Traurede und Herr Schiller, Cantor aus Wien, der eigens zu dieser Trauung hergekommen, um in collegialer Weise Herrn E P st e i n zu vertreten, besorgte den gesanglichen Theil des Gottesdienstes in wahrhaft erhebender Weise. Ein Comito von Kunstfreunden, an dessen Spitze Obercantor Epstein selbst, sowie der hier weilende Opernsänger P o l l a k standen, übergab Herrn Schiller als Zeichen der Anerkennung einen prachtvollen Silberpocal. A v i s o! Die Fortsetzung des Verzeichnisses über die eingelaufenen Gründungsbeiträge erscheint in der nächsten Nummer. * * * Wir ersuchen um rechtzeitige Ueberseudung der Abonnementsbeträge. Gleichzeitig bitten wir zu wiederholtem Male alle jene Herren, die für das II. Quartal noch im Rückstände sind, ihr Abonnement umgehend an uns einsenden zu wollen, da auch wir unseren Verpflichtungen gerecht werden müssen. Die Administration. Korrespondenz. CollegeA. Fl. i n S k. Sie sind bereits in den Verein ausgenommen. Gründungsbeitrag ist fl. 1. Jahreseinlage fl. 4. Statuten erhalten Sie. sobald selbe genehmigt. Ihr Abonnement bis Ende December beträgt st. 3. College S ch w. i n T. Geschäftsilber bürdungshalber konnten wir bis heute nicht antworten. Ihr Entschluß ist schwer durchführbar, da hiezu größere Mittel nöthig sind. Es ist daher schwer, in dieser Angelegenheit Rath zu ertheilen. Gut wäre es wohl, wenn möglich. College R. in N. Dem Vereine haben Sie vorläufig nichts weiter zu bezahlen: Abonnement bis Ende December beträgt noch fl. 1.5(-. College St. in S z. Zuschrift erhalten. Es freut uns, daß wir noch die Belege in Händen haben und werden Ihre Mittbeilung, wenn nöthig, seinerzeit veröffentlichen. Jetzt wol'en wir vorläufig nicht abermals unnütz Staub anfwirbeln. R. K. i n K. Sendung erhalten. Zeitung expedirt.