Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 29 (14.8.1882)
- Date
- 1882-08-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/1304829-3452870-3452898--0255-3454275- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
4 Anläßlich der in den nächsten Tagen in allen Tempeln der isr. Cultnsgemeinden stattfindenden Feier des Geburtöfestes Sr. Majestät unseres Kaisers veröffentlichen wir nachstehend gediegene Hymne vom Rabbiner Dr. Frankl-Grün in Kremsier. שיר לאומי נעתק להג היובל יום מלאות?נשירים וחמש שנה לקיזר פראנץ יאזעף הראשון ,ירום הודו מעת שממו על 3ם מלוכת אויסטריא משנים עשר להדש 95לו על כן ימשחך אלהים לפ״ק• אלה נצרה, אלה הגן על הקיזר על ארצנו?משען האמונה׳ ל־ו למגן בבינת כפיר ה1-א ןנהגנו הבה ונסך עטךת אבותיו מכל אויב תהיה שמורה בכסא האבסבורג ובל עתיחעיו גורל אסטרייך נצח.קשורה באמת ותמים וברוח נכון V ־ : ז ־ : ־ ז י לעזר הצדק נצא צבא TT - ~ | v * - - שמחי!שע ושישי בטחון בלב אמיץ למברכה נקרבה. בזכרנו הפאר ההוד והנזר על־ראש חילנו מאז התנוסס, מאתו ונפשנו בעד הקיזר בעד ארץ מיולדת בדם נתביוסס יגיע האןרח ופרי ע$ל1 יגן בכחו נבור הצבא בעוצם הרוח ובלי פעלו תעז חכמה מלאכת מחשכה. מארצנו ברכה לא תמש וכבוד שמעה!גדל ככה אור השלום כנוגה השמש אל יופע לאסטרייך מביורכה לכו ונתחזק כלנו כמו אחד י באשר שלום שם גבורה הדשה מכוחות נצמדים פועלים.יחד אין כל נפלאה גדולה וקשה. -אזי בעבות האלוה ובאין פרץ ־ למטרה אחת צעדינו נכון אשרי הקיזר אשרי הארץ מלכות אויסטריא לעולם תכיון לימין הקיזר גבירה מושלת בגזעה ’ולבה אליו קרובה מלאת יופי ויפעה בלי־נובלת נעימת חן קיזרית לטובה. האושר העליון בשובע:ושפע אל משמים עליהם שוה אשרי פראנץ יאזעף אשרי אלישבע לכל בית האבסבורג ברכתך צנה. Offener Sprach faat' für Alle. Szentes, den 2. August 1882. Geehrter Herr Redacteur! Anknüpfend an meinen in Nr. 26 der ״Cantoren-Zeitung״ veröffentlichten Brief, will ich es versuchen, meine Ansicht, daß das Amt des Cantors mit dem des 86boeb6t unter keiner Form harmoniere, vielmehr mit demselben in crassem Widerspruche stehe, durch Beweise zu erhärten. Wohl meinte ich, es sei dies schon eine ausgemachte Thatsache, doch durch die Polemik meiner geehrten Herren Collegen Holzer und Wallerstein gelangte ich zu der Ueberzeugung, daß dieselben und viele andere Collegen über die Widerwärtigkeiten, welche die Verquickung der beiden Aemter Hervorrufen, nicht gut informirt sind. Herr Holzer wäre sogar geneigt, den 861106116t mit dem Kohenhagodol zu vergleichen. Nun, in manchen Stücken hat auch der Sehoehet mit dem Kohenhagodol Aehnlichkeit, denn auch der arme Sehoehet bekommt etwas Abfälle von dem geschlachteten Vieh, gewiß nicht die besten Theile. So mancher arme Cantor wird durch diesen, zwar nicht ganz passenden Vergleich auf sein Amt stolz sein. Herr Waller st ein scheint ebenfalls, trotzdem er zum Schluffe eine Schwenkung macht, den Ansichten des Herrn Collegen Holzer nicht abgeneigt zu sein und thut noch der paar blutigen Kreuzer Erwähnung, welche der arme Sehoehet verdient. Nun, ich glaube, keiner der beiden Herren hatte das Unglück, das Amt eines Sehoehet zu bekleiden, denn in diesem Falle würden sie gewiß anderer Meinung sein. So will ich. es denn versuchen, nur eine der 52 Wochen im Jahre zu schildern. Täglich vom frühen Morgen bis späten Abend sitzt der arme Sehoehet, und schleift und schlachtet; endlich kommt der liebe ״Schabes Kodesch“ und der Rollen- Wechsel tritt ein. Aber nicht so leicht wird ihm dies gemacht denn schon ist er im Begriffe, seine blutigen Kleider abzulegen und in die heilige Kutte zu schlüpfen, da kömmt eine Magd mit einer lebensmüden Gans. Was bleibt dem armen Cantor, so er nicht mit seiner Stelle ein schnödes Spiel treiben will, zu thun übrig? Halb entkleidet läuft er hinaus und befördert die Gans in ein besseres Jenseits. Schon ist es höchste Zeit׳ denn der (Morn wartet ungeduldig und wie ein gehetztes Thier kommt er vor den Altar, um den Allmächtigen anzurufen, seine wirklich bedauernswerthe Lage zu verbessern. Am Sabbath hat der arme Cantor Muße genug, über seine Lage nachzudenken. Doch wie die Sonne seinem Auge entschwunden und ein Sternlein am Himmel zu sehen ist, fängt's wieder von Neuem an. Da möcht' ich den Herren Collegen Holzer und Waller st ein wünschen, einen gemischten Chor zu hören: hier schreit eine wilde Sopranstimme ״schnell schlachtens", dort Me etwas sympathischere Altstimme, hiezu kommt noch die umfangreiche Baßstimme des Herrn Fleichhauers: ״machen S' das schnell". Vor lauter Eile nimmt der arme Cantor das Huhn in den Mund und wirft den Odalok weg. Endlich wird er mit dem Federvieh fertig. Jetzt heißt es aber auf die Schlachtbrücke hinaus; diese liegt zumeist aus Sanitätsrücksichten ziemlich entfernt von der Stadt. Armer Tonkünstler! Finsterniß, Wind, Regen dürfen Dich nicht abhalten. Draußen angelangt, wird ihm von Seite des löblichen Metzgerpersonals kein allzu freundlicher Empfang.