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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-08-06 · Heft 28 (6.8.1882) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 28 (6.8.1882)
Date
1882-08-06
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 4. ד Quarte wird bezeichnet durch?3861׳, Sakeph katan und Sakeph gadol f. 5. ה Quinte Etnaelita, Mapach und Segol g. 6. ר Sexte Sarka, Eebia und Darga a. 7. ז Septime Sehalschelet Jereaeh, Teliseha katana,! Karne parah 11. Nach diesem Systeme bezeichnen immer je zwei Accente einen Ton in höherer und niederer Lage und alle aufgestellten Buchstaben der Scala wurden als Noten nur umgekehrt gestellt, als: Siluk und Munach, das umgekehrte א, Stierhorn. Gereseb, Gersekajim, Tipcha, das umgekehrte 2, Haus. Kadina, Merka. Tebir, Merka kephnla, das umgekehrte גד Kameelhals. Paser, Sakeph katan, Sakeph gadol, das umgekehrte 1• Thür. Etnaehta, Mahpac-h, das umgekehrte N, Mundhauch. Segol bezeichnet die Figur des Etnaehnata nur durch Punkte gedeutet. Sarka und Darga, das umgekehrte , Nagel und Eebia bezeichnet den Kopf, also Nagelkopf. Sehalschelet, Jereaeh, Teliseha ketana und Karna parah, das umgekehrte r, ein Schwert oder Pfeil. Nach diesen Vergleichungen wurde gefunden, daß 1. Alle Psalmmelodicn im Grundton der Dominante oder Sexte gemacht und immer in der Tonica geschlossen wird. 2. Wenn der Psalm nicht aus zwei, sondern aus drei oder noch mehreren Theilen oder Verszeilen besteht, so werden abwechselnd auf der Sexte, Terz und Secunda halbe. Schlüsse gemacht, bis der vollständige Schluß in der Tonica eintritt. —3. Die erste Strophe eines Psalms das Thema enthält, welches variirt und am Ende wiederholt wird. Nun bringt er Beispiele aus den Psalmen, hohem Liede, Priestersegen, Thoralesen in Noten nach oben angeführten Grundsätzen und sagt schließlich: 1. Daß die alten Hebräer eine mit den Lautverhältnissen ihrer Sprache auf's Innigste zusammenhängenden religiösen Gesang besaßen; 2. sich ihre Schrift, bezugsweise die Quadratschrift mit ihren Vocal- und Lesezeichen, als eine gleichzeitige Tons ch r i f t kennzeichnet. Die Leichenbrstattungssrage. (Fortsetzung.) Um die Lösung der theoretisch behandelten Frage der' Leichenbestattung auch praktisch zu beweisen, wurde der erste Apparat dieser Steuerung, ohne Rücksicht auf Mühe, Gefahr und Kosten, die von keiner Neuerung zu trennen sind, erzeugt und erprobt und hat sich derselbe nach jeder Richtung verläßlich und überraschend gut functionirend erwiesen. Schon seit Jahren steht ein solcher auf der christlichen Abtheilung des C-mtralfricdhofes in Wien in Verwendung und wurde auch schon auf dem israelitischen Friedhofe öfters bei Beerdigungen benützt. Wir selbst hatten Gelegenheit, einer Beerdigung mit dem Hlubek'schen Apparate beizuwohnen und konnten es uns nicht verhehlen, daß dadurch die Feierlichkeit des Traueractes vielfach erhöht und der Schmerz der Leidtragenden gelindert werde. In Anbetracht dessen wurde der Apparat schon in vielen Städten des Contiuents, namentlich in Deutschland und Frankreich, durch den Erfinder, Ingenieur P. Hlubek, eingeführt und wir können ihn unseren jüdischen Gemeinden auf's Beste empfehlen. So darf wohl gehofft werden, daß alle pietätvollen Leidtragenden diese als eine Verbesserung aufzufaffende Neuerung, gutheißen und die Beerdigung mit dem Apparate aus den. vielen oben angeführten Gründen jeder anderen vorziehen, werden. (Fortsetzung folgt.) Hffener Sprechsaar für Alle. Ueber Musikbeilagerr. Es ist dem Zwecke der ״Cantoren-Zeitung" gewiß ganz, entsprechend, daß dieselbe von Zeit zu Zeit auch Musikbeilagen bringe und die Herren Collegen werden der strebsamen geehrten Redaction für diese Einführung auch Dank wissen. Es. sei mir jedoch gestattet, meiner Ansicht in dieser Richtung. Ausdruck zu geben. So wäre ich gerade nicht dafür, daß alle Cantoren, die sich zum Componircn befähigt ״glauben", ihre ״Ideen" der Oeffcntlichkcit übergeben. Es gibt allerdings auch unter uns viele ״verborgene Talente", es würden jedoch die meisten derselben wohl daran thun, auch fernerhin in glücklicher Verborgenheit zu leben. Auch Schreiber dieses hat schon manche Composition auf dem Gewissen, war jedoch bescheiden genug, sie nicht der Oeffentlichkeit vor die Brust zu setzen, sondern benützte sie höchstens zum ״Privatgebrauche". Anderseits haben wir wahrlich keinen Mangel an guten Tempelgesängen von gediegenen Meistern, an deren Spitze der unsterbliche Veredler des Gottesdienstes, Vater Sulz er! Ich .würde es angezeigt finden, daß die ״Cantoren-Zeitung" Beilagen nur von bewährten Musikschriftstellern — ich nenne keine Namen — zum Abdrucke bringe. Ich bin ferner der Meinung, daß sich bei eventueller Compositionsconcurrenz leicht theils Mißhelligkeiten, theils auch, Protectionswesen bilden könnten, was dem Vereine eben nicht förderlich wäre*). P i s e k. M. R o s e n f c l d. * Geehrte Redaction! In der gestern erschienenen ״Cantoren-Zeitung" referirt Herr D. Rubin aus Prag gegen meine Angabe in Bezug, auf die Zurückhaltung der Einzahlungen nach Wien von Seite des Caffavorstandes in Prag in einer Weise, als hätte ich die löbliche Redaction und die Oeffentlichkeit durch Unwahrheiten, irregeleitet! — Als Mann der Wahrheit und der Ehre ka!n und darf ich diesen Verdacht der falschen Angabe nicht auf mir lasten lassen! — Gesteht doch Herr Rubin selbst zu, daß. von Prag an alle Cantoren Böhmens Correspondenzkarten zugesendet wurden! Zu welchem Zwecke aber wurde nicht gesagt. — Ich muß demnach meine ausgesprochene Aeußerung bis auf Das festhalten, daß ich die Zurückhaltung der. Vereinsgelder mit jenen des Cantorenabonnements irrthümlich übersah und — verwechselte. Uebrigens bleibt sich Beides gleich. Es dürfte wohl der Fall möglich sein, daß jemand Anderer diese Karte geschrieben habe; da aber der Name des Herrn Rubin gezeichnet war, mußte ich es als. von ihm ausgehend betrachten. Schließlich erkläre ich, daß weder anklagend, noch provocirend, vielmehr um Ausschuß er- *) Wir müssen vollkommen beipslichten, weil wir in den letzten acht Tagen mehr wie einmal uns zu überzeugen Gelegenheit hatten. Wir erhielten in wenigen Tagen eine Unzahl von Composttionen, von denen.- einige wirklich wer hvoll, der größte Theil aber geradezu unbrauchbar ist. Wir sprechen uns überhaupt in unserem heutigen Leitartikel näherdarüber aus. D. R.

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