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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-07-21 · Heft 26 (21.7.1882) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 26 (21.7.1882)
Date
1882-07-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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danken aus, denjenigen Cantoren über 60 Jahren den Eintritt nicht zu gestatten, kann aber nur dahin interpretirt werden, die entweder spät zum Cantorenfache traten oder mit diesem einen zweiten Beruf verbinden. Auf Männer, die ihr ganzes Leben diesem Berufe gewidmet, kann dieser Paragraph sich nicht beziehen, sonst wäre ja die ganze Tendenz verfehlt. Um pro domo zu sprechen: Seit meinem zwanzigsten Lebensjahre gehöre ich mit Leib und Seele diesem heiligen Amte an. Meine Leistungen in drei der hervorragendsten Gemeinden Böhmens <Böhmisch-Leipa, Raudnitz und Neubidschow) geben mir die Beruhigung, durch die ganze Zeit meines Wirkens das Zeugniß, als treuer Diener Gottes und eines ehrlichen unter manchen schwierigen Verhältnissen, unter manchen Ent-- Lehrungen und Hintansetzung jedes weltlichen Vergnügens meine Aufgabe würdig gelöst zu haben und hoffe mit der Hilfe Gottes noch lange mit jugendlicher Kraft zu wirken. Herr Dirigent Rubin in Prag schrieb mir in einer Correspondenzkarte, ich möchte das Abonnement auf die ״Cantoren-Z eitun g" so lange zurückhalten, bis er als Cassavorstand*) mich avisiren wird**). Das ist noch nicht geschehen! Welches Bewandtniß hat dies und welche Absichten liegen in dieser Verwahrung? Ich bitte um gütige Aufklärung und ob ich vom löblichen Comits als Vereinsmitglied anerkannt bin. Mit collegialem Gruße und freundlicher Werthschätzung A. 8. * * Szentes, 16. Juli 1882. Geehrter Herr Redacteur! Unser sehr geehrter Herr College Rotter aus Turnau hatte die Freundlichkeit, in Nummer 24 Ihres geschätzten Blattes die pecuniäre Stellung eines Cantors, welcher zugleich 8ell06ll6t-.seinmust, blostzulegen. Dieses Nebel ist zwar nicht jetzt zum ersten Male gerügt worden, es hat Herr Santo vor zehn Jahren schon in der ״Neuzeit" diejenigen Gemeinden fürchterlich in's Gebet genommen, welche die Cantor- und 86ü06ü6t-Stelle vereinigen. Dessenungeachtet verdient Herr College Rotter dennoch alle Anerkennung, indem er neuerdings die bedauernswerthe Lage eines solchen Cantors im wirklichen Lichte darstellt. Nun reflectirt aber Herr College Holzer in richtiger Bemerkung, indem er zur Vorsicht und Geduld mahnt. Mir fällt hier die Geschichte eines ungarischen Richters ein, welcher größerer Vorsicht wegen von Beiden, sowohl vom Kläger als Geklagten, Bestechung nahm und dann natürlich Beiden Recht gab; da kam ein Dritter und fragte den sehr liberalen Richter, wie denn ein solcher Urtheilsspruch möglich ist, worauf der gute Richter antwortete: ״Freund, auch Sie haben Recht." Unser gegenwärtiger Fall ist mit jenem ganz analog, denn wer kann es in Abrede stellen, daß Herr Rotter nicht ganz gerecht ist? Hingegen sind aber auch die vernünftigen Auseinandersetzungen des geehrten Herrn H olzer ganz logisch *) Unseres Wissens besitzt der ״Oesterr.-ungar. Canto rei,verein" nur einen Cassier, dieser ist College Fischer in Wien; von einem Cassa- Vorstand in Prag ist uns nichts bekannt, wie denn überhaupt, so lange der Verein nicht definitiv anerkannt ist, die Zweigniederlassungen ihre Thätigkeit nicht beginnen können und gar nicht das Recht hiezu haben, wie wir bereit« vor Kurzem erörterten. **) Wir enthalten uns vorläufig jeder Bemerkung über dieses, gelinde gesagt, sehr sonderbare, befremdende Vorgehen des Herrn Musikdirectors Rubin, werden jedoch baldigst darauf zurückkommen. Bemerken wollen wir jedoch, daß Niemandem ein Recht zusteht, sich in unsere privaten -Anbelegenheiten zu mengen. Die Red. und beachtenswerth. Nun und ich als Dritter habe doch gewiß auch Recht, wenn ich frage, auf welche Weise denn soll dem nicht zu vereinbarenden Stande abgeholfen werden? Ich werde, da es mir jetzt an Zeit gebricht, ein anderes Mal mir erlauben, meine unmaßgebende Ansicht bezüglich dieser Frage auszusprechen. Zeichne mit Achtung und collegialem Gruße Josef Duldner, Cantor. Kl'eine GHroniL. Die Synagoge in Alexandrien. Nach den neuesten Meldungen aus Alexandrien wurde dort während des Bombardements auch die große Synagoge, beibenannt ״Bethaus des Propheten Elias", gänzlich ausgeplündert. Nach der Ueberlieferung der egyptischen Juden wurde dieses Bethaus noch vom Propheten Elias gegründet, der dort als Prediger und Vorbeter gewirkt haben soll, daher sein Name. Beweise fehlen für diese Annahme jedoch, dagegen dürfte die Behauptung der Alexandriner Juden, daß einige Schriftrollen dieser Synagoge aus dem ehemaligen jüdischen Tempel in Heliopotis, den die Ptolemäer eigens zu dem Zwecke erbauen ließen, um die Inden Egyptens von dem Tempel in Jerusalem unabhängig zu machen, geholt wurden, auf Wahrheit beruhen. Der jüdische Tempel in Heliopolis wurde schon einige Jahre nach seinem Bestehen zerstört. Erwähnenswerth dürfte sein, daß Plato in feinen Schriften erzählt, er habe in Egypten viel mit einem gelehrten Juden verkehrt. Man glaubt nun, daß dies der Prophet Jeremias gewesen sei, der ein Zeitgenosse dieses Philosophen war und eine lange Zeit in Egypten als Verbannter gelebt hatte. Reeenfionen. ״Die Verlassene" und ״Im Gebirge" betiteln sich zwei wunderhübsch componirte Lieder des Chordirigenten und Musikdirectors Herrn A. Grünzweig in Arad. — In wahrhaft bestrickender und Herzgewinnender Weise üben diese so melodiösen Tonstücke ihren Zauber sowohl auf den Kunstverständigen wie auf den Laien aus und können wir diese beiden Lieder Jedermann um so mehr anempfehlen, als sich selbe auch durch strenge Originalität auszeichnen. Wereinsnachrichten. Für die Zweigniederlassung in Galizien, deren Wirksamkeit wie bei allen anderen Zweigniederlassungen erst nach herabgelangter behördlicher Genehmigung der Statuten zu beginnen hat, besteht der Vorstand aus nachfolgenden College»: Darewsky, Baruch Schor und Aron Scholom Schirmann in Lemberg; Fischer und Elieser Goldberg in Krakau; Sigmund Samuylow und I. Heller inTarrrow; Jacob Horowitz in Rzeszow; Rafael Perlzweig in Jaroslau; M. Schor in Neu-Tandec; M. Goldbaum in Tarnopol und Jacob Bernhard in Brody. Folgende Herren College» haben die Gründuugsbeiträge für unseren Verein direct an den Vereinscassier College» Fischer zugefendet: I. Blnm, Troppau; H. Bermann, B. Leipa (samm* vierteljährigem Vereinsbeitrag); W. Brod, Prag; D. Engel, Klausenburg(fammt vierteljährigem Vercinsbeitrag); D. Nubin, Prag; I. Weinberger, Prag; Weiß, Brandeis an der Elbe; I. Schwarz, Drosau (sammt halbjährigem Vereinsbeitrag); I. Schiller, Wien; Ad. Fischer, Wien (sammt halbjährigem Vereinsbeitrag); Sam. David, Kojetein; S. Samuylow, Tarnow; L. Friedländer, Szilosbolhas. Indem ich den genannten Herren mittheile, daß ich vorläufig diese Beiträge durch Einlage in ein auf den Namen unseres Vereines lautendes Sparcessabuch fructificirt habe, fordere ich sämmtliche Collegen auf, die rückständigen Beiträge direct an mich: Wien, I- Scitenstettengasfe 4, zu übersenden. Wien, den 18. Juli 1882. Achtungsvoll 'Adolf Fischer, Bereinscaff ier.

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