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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-06-11 · Heft 21 (11.6.1882) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 21 (11.6.1882)
Date
1882-06-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 den gegenwärtigen Modus der Hilfsaction in Brody und es kommt ein eben aus Brody eingelangtes Protocoll zur Verlesung, welches die Bestimmungen enthält, nach denen die Comitä's von Brody und Lemberg gemeinsam an dem Erlösungswerke zu arbeiten hätten. Die zum Ausscheiden bestimmten Vorstandsmitglieder werden mit Acclamation wiedergewählt und stellt das Präsidiumgleichzeitig den Antrag, sich in Rücksicht auf die kaum mehr zu bewältigende Arbeit durch Cooptirung von 15 auf 20 Mitglieder vermehren zu dürfen, was die Generalversammlung einstimmig genehmigt. Als die neu zu wählenden Vorstandsmitglieder werden vom Präsidenten die Herren Docent Dr. Fürth, Dr. Alsr. Stern, Dr. Sigm. Wahrmann und Jacques Goldberger de Buda bezeichnet. — lieber den von Herrn M. Feßler eingebrachten Antrag auf Einführung von Wochensammelbüchsen in sämmtlichen österreichischen Synagogen für die ״Allianz" wird beschlossen, diesen Gegenstand eingehendst im Schooße des Vorstandes zu berathen und entsprechend zu würdigen. Dasselbe wurde auch in Bezug auf den von Rabbiner Dr. Hofs in Proßnitz ausgesprochenen Wunsch beschlossen, welcher dahinging: die ״Allianz" möge einige Male im Jahre Delegirte in die Provinz schicken, welche, unterstützt von den Rabbinern, das Publicum zum Beitritte ausfordern sollten, von welcher Maßregel sich Dr. Hoff großen Erfolg verspricht. Jur Leichenbeftattungsfrage. (Fortsetzung.) Bei jeder Begräbnißsunction folgt dem Geächze der Stricke ein wehevolles Stöhnen der Leidtragenden, welches, je hörbarer das Geräusch des Hinablassens wird, durch immer heftigeres, oftmals mit einem Aufschrei verbundenes Weinen zu übertönen gesucht wird. Es läßt sich daraus schließen, daß diese letzte 'Function nicht nur schmerzlich auf das Gemüih der Leidtragenden wirkt, sondern daß dieser Schmerz auch noch durch die Besorgniß, es könnte beim Hinablassen des, Sarges, der Strick den Todtengräbern aus den Händen gleiten oder einer der damit Beschäftigten ausrutschen und der Sarg stürzen, gesteigert wird. Man braucht gerade nicht Gefühlsmensch zu sein, um all' das Gesagte wahrheitsgemäß beurtheilen zu können und, die Hand an's Herz gelegt, fast jeder unserer Leser wird bereits einmal all' Dieses mit empfunden haben, wenn er selbst als Leidtragender einer solchen Trauerscene beiwohnen mußte. Gewiß ist diese Art der Grablegung nicht darnach angetban, um auf das erregte Gemüth beruhigend zu wirken, was doch ebenso wünschenswerth als gerechtfertigt wäre. Deshalb ist es eine Berechtigung, zu glauben, daß eine Verbesserung auf diesem Gebiete ebenso willkommen geheißen, als freudig begrüßt werden wird, was durch einen einfachen Apparat erzielt werden soll, bei welchem allerdings auch nur die bis jetzt üblichen mechanischen Hilfsmittel des Todtengräbers, jedoch in sehr solider und schön gewählter, wohlgeordneter Form vereinigt zur Anwendung gelangen. Dem Ingenieur P. Hlubek in Simmering bei Wien, Hauptstraße 47, gebührt das Verdienst, einen Leichenbestattungsapparat erfunden zu haben, der alle früher angeführten Mängel beseitigt. Im Allgemeinen besteht dieser in Oesterreich und den anderen Staaten Europa's patentirte Apparat aus einem aus Holz und Eisen construirten Rahmen mit Untersatz, der über das offene Grab gelegt, dasselbe nicht verunziert, sondern demselben vielmehr als Zierde dient. . Der Apparat enthält alle jene Einrichtungen, vermittelst welcher der Sarg.sanft, ohne Schwankungen, langsam und feierlich und nur durch Vermittlung eines einzigen Mannes (fast unsichtbar) in das Grab hinabgelassen wird. Vor dem Gebrauche und der Aufstellung des Apparates werden je zwei der vier Riemen oder Gurtenbänder, auf welche der Sarg gestellt werden soll, quer über dem Apparate zusammengestoßen und durch die an den Enden befindlichen Schließen mittelst der zwei an einer Schnur befestigten Stifte geschlossen und dann etwas angespannt. Sodann wird der Untersatz über die Gruft oder das Grab gestellt, der Apparat darauf gesetzt und die Stiftenschnur, vermittelst welcher die Lösung der Bänder. (Gurten oder Riemen) nach dem Hinablassen unter dem Sarge bewirkt wird, auf die ganze vorhandene Länge in das Grab hinabgelassen und die Vorrichtung zum Hinablassen des Sarges ist zur Aufnahme desselben bereit. Ist der Sarg vor dem Grabe angelangt, so wird er entweder mit Hilfe der am Sarge befindlichen Handhaben oder vermittelst eigener Traggurten auf die Bänder des Apparates gestellt, welche ihm, so über dem Grabe aufgebahrt, bis zu dem Augenblicke der Grablegung eine feste, sichere und gegen alle Zufälligkeiten geschützte Unterlage bieten. Von diesem Augenblicke an hört jede weitere Berührung des Sarges durch Menschenhände auf. Die Leidtragenden sind am Zutritte zum Grabe durch Niemanden gehindert; sie können den aufgebahrten Sarg mit den pietätvoll gespendeten Kränzen schmücken und ihre Gefühle sammeln, denn sie wissen nun, daß dieselben nunmehr durch keinerlei Manipulationen irgend welcher Art gestört werden können. Der Vorbeter verrichtet die rituellen Gebete und Ceremonien und in dem Augenblicke, als dieser das letzte Wort gesprochen hat, senkt sich der-Sarg durch.-׳das Abwickeln der- Bänder von den unsichtbaren Wellen in einer feierlichen Weise, ruhig, geräuschlos und ohne jede Störung in das Grab hinab. Die durch das Nachlassen der Bänder lose gewordenen Stifte werden hierauf in einem geeigneten Momente unbemerkt mittelst der Schnur aus den Schließen gezogen und nachdem die Tragbänder wieder aufgerollt sind, ist der Apparat zur Entfernung und zu einer weiteren Verwendung bereit. Zum leichteren Handhaben und einem bequemeren Trans- Porte des Apparates ist derselbe an den Seiten mit eisernen Ringen, die mit Leder überzogen sind, versehen. Nachdem die Beschaffenheit dieses neuen Apparates im Bau und in der Ausschmückung desselben einen großen Spielraum zuläßt, so ist zum Zwecke der Benützung eine Eintheilung in mehrere Claffen thunlich. Der Apparat kann aus Holz oder Eisen u. s. w. erzeugt, entweder schwarz und weiß lackirt oder auch broncirt werden und ist inwendig in einer entsprechenden Weise mit Tüchern drapirt. (Schluß folgt.) Berichtigung. In der in unserer letztausgegebenen Nummer angeführten Liste der Collegen, die dem Cantorentage beiwohnten, wurde irrthümlich der Name unseres Collegen M. Kriener in Galgocz hinweggelassen, welches Versäummniß wir hiemit nachholen: . . Korrespondenz. -R. in A. Finden Sie am besten in den Werken von Sulzer, Rubin und Lewandofsky

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