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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-04-21 · Heft 15 (21.4.1882) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 15 (21.4.1882)
Date
1882-04-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Ein glückliches Pcssachfeft. Abraham Glücklich, ein in der Leopoldstadt wohnhafter Schneidermeister, welcher mit irdischen Glücksgütern fass gar nicht, dafür aber mit einer Anzahl von Kindern vom Himmel gesegnet ist, konnte es bisher trotz Mühe und Fleiß dennoch aus keinen grünen Zweig bringen. Jedes Kind bringt zwar, wie er zu sagen Pflegt, sein ״Masel" mit aus die Welr, allein vor lauter ״Maseln" kam es gar oft vor, daß für den Vater nichts mehr in der Schüssel übrig blieb. Der letzte Sprosse des Stammes Glücklich hat aber, wie es scheint, denn doch zur Ehrenrettung des schönen Familiennamens beigetragen, Venn der arme Schneider, welcher namentlich in der letzten Zeit mit Nahrungssorgen stark zu kämpfen batte, sah sich plötzlich, ohne sich sonderlich darum geplagt zu haben, als glücklicher Besitzer mehrerer funkelnagelneuer Hunderter, welche Notengattung derselbe schon seit seiner Vermälung, die bereits sehr lange her ist, nicht wieder gesehen hatte. Das kam so: ״Du, Alte," sagte eines Tages in der Pessachwoche Abraham Glücklich zu seiner Ehehälfte, ״mit den Kundschaften geht es jetzt sehr flau, der Baron, was gegenüber wohnt, wird uns auch nicht, wie in dem Sipurim steht, einen mit Ducaten ausgestopften Affen zum Fenster 'reinwerfen, aber mir is' heut' was eingefallen, ich setz' in die Lotterie, vielleicht sein mir Loch so glücklich und machen einen Terno. Das wär'n dann glückliche Feiertäg'!" Und gesagt, gethan. Der Schneider zieht seinen Rock an und wandert in die Collectur. Da ihm jedoch, trotzdem er sein Gehirn vergebens angestrengt, keine ״gescheidten Nummern" einfielen und auch das ״Traumbüchel" über seine Träume nicht die gewünschten Aufschlöffe gab, so greift er auf's Gerathewotl in den Nummernbeutel und zieht drei Kugeln mit den Nummern: 4, 19, 90 heraus. Wohl hegte er noch einige Zweifel bei der Wahl dieser Nummern an die Gescheitheit" derselben, allein sie waren einmal da und so durften sie also nicht ״ungesetzt" mehr wieder in den Beutel zurückwandern, wenn er nicht Gefahr lausen wollte, Fortuna zu erzürnen. Er legte daher seine 25 kr. mit den Worten aus den Tisch: ״Wenn ich an Terno mach', laß ich einen ״Fünfer" springen", erhielt sein ״Rischconto" und ging um 25 kr. ärmer, aber um eine Hoffnung reicher nach Hause. Da kam der ״große Schabbes" und mit ihm zugleich die Nummern 4, 19 und 90 in der Wiener Lotterie. Da standen sie zur Freude des armen Schneiderleins alle drei aus der schwarzen Tafel und eh' der Abend noch zu Ende war, hatte der glückliche Glücklich seinen Gewinnst in der- Höhe von 744 Gulden auch schon behoben. War das eine Freude in dem Hause des Schneiders, als der Hausvater nach Hause kam und die ״knisternden" Noten der verwunderten Familie zeigte. Frau und Kinder umringten ihn und der jüngste des Stammes Glücklich wurde abwechselnd von Vater und Mutter in der kleinen Wohnung im Triumphe umhergetragen. Die nöthigen Einkäufe für die Familie wurden schnellstens besorgt und dabei - selbstverständlich auch an die fette, schöne Gans nicht vergessen. So hatte denn die durch die kleine Lotterie glücklich gewordene Familie Glücklich ein glückliches Pessachsest. A. K. WereinsnachvichLen. In der am 20. d. M. unter dem Borsitze des Herrn Professor׳ S u l z e r und Obercantor I. Gold st ein stattgehabten Bereinssitzung wurden nachstehende Beschlüsse gefaßt: a) Um es den Collegen zn ermöglichen, zahlreich am Cantorentag zu erscheinen, wurde hiefür der 29., 30. und 31. Mai s,. cr. bestimmt. b) Behufs Verwaltung des Bereinsvermögens erklärt Herr Professor Sulz cr, die nöthigen Schritte machen zu wollen, um Herrn Baron Königswarter zu veranlassen, das Protektorat des Vereines zu übernehmen. e) Programmbesprechung des Cantorentages und d) um die Spesen möglichst gering zu machen, welche für die Besucher des Cantorentages erwachsen, wäre es nothwendig, daß alle Collegen, welche die Absicht haben, zu erscheinen, dies früher anmelden, damit für billige Fahrt, Quartiere re. Borsorge getroffen werden könne. Aas Gomite des öllerr.-ungar. ßantorenvererns. A v i s o! Wir ersuchen im Interesse der großen Sache, die wir derfolgen, unsere Herren Collegen und Freunde mögen baldmöglichst ihr Abonnement erneuern, um unliebsamen Störungen in der Zusendung des Blattes vorzubeugen. Aie Hledaction. Nach Schluß -es Blattes eingelangt. Aufruf an -ie geehrten Cantoren Lohmens! Von dem erhebenden Gefühle, der Zusammengehörigkeit erfüllt und im Vertrauen darauf, daß Sie, werthe Collegen unseres Königreiches Böhmen, die Ansicht mit uns theilen, wonach eine Vereinigung aller Cantoren Oesterreich-Ung a r n s zur gegenseitigen Unterstützung, aufgesunde Pr incipien gegründet, einen nicht hoch genug zu schätzenden Vortheil in jeder Beziehung in sich trägt, machen wir Sie auf den Verein, der in Wien sich bilden soll, eindringlichst aufmerksam und bitten Sie, ihm Ihre leb Haftesten Sympathien entgegen zu bringen. Wohl haben wir erkannt, daß die provisorisch aufgestellten Statuten noch mehrerer Abänderungen bedürfen, um vollkommen zu genügen, doch kann dieses erst dann geschehen, wenn man die Mitgliederzahl, auf die zu rechnen ist, ungefähr kennt. — Es tritt also die Nothwendigkeit heran, daß Sie eine, wenn auch nur provisorische Beitrittserklärung bis längstens 16. Mai l. I. entweder schriftlich an den Cantorenältesten Herrn I. Körner, Prag. Smichow, einsenden oder an dem obgenannten Tage in Prag möglichst zahlreich zu einer Vorbesprechung in einem später zu bestimmenden Locale erscheinen, um gemeinschaftlich zu berathen und zu beschließen, damit wir vor Ueberstürzungen und nicht reiflich überlegten Handlungen bewahrt seien und damit beim Cantorentage in Wien den gewiß schwer wiegenden Ansichten der böhmischen Cantoren die gebührende Geltung verschafft werde. ״Lassen Sie uns vereint mit allen unseren materiellen ״und geistigen Kräften das Jnslebentreten dieses Vereines ״fördern, daß er zur Ehre und zum Selbstbewußtsein des ״Cantorenständes in einheitlichem Wirken dem Satze: '״Alle ״für Einen und Einer für Alle" zu mächtigem Siege ver- ״helfe und, von Anfeindung unbeirrt, bald wachse, blühe ״und kräftig gedeihe!!!" Bachrach PH., Brod Ad., Körner I., Kohn A. E., Moor Sal., Ottenfeld M., Porges N«, NubinDav., Stransky H., Stransky I., Wallerstein M., Weinberger Z. Danksagung! Nachdem es mir in Folge meiner Berufsthätigkeit geradezu unmöglich ist, allen jenen meinen geehrten Gönnern, Collegen und Freunden, die anläßlich meines fünfundzwanzigjährigen Amtsjubiläums meiner so liebevoll gedachten, brieflich zu danken, so sage ich Ihnen hiemit aus vollem Herzen für Ihre Güte und Freundlichkeit besten und herzlichsten Dank. Arad, .12. April 1882. David Kohn, Obercantor, Gorrrrefponöenz. College I. D. in Sz. Wir sind über Ihre Offenheit durchaus nicht aufgebracht. Den Grund, den Sie jedoch für die Zurückhaltung aufstellen, finden wir für nicht stichhältig, da es doch nicht anders möglich ist, als daß das provisorische Comitö aus Männern besteht, die in dem Orte leben, wo der Verein gegründet wird. Uebrigens hat dasselbe jederzeit die Wünsche der Collegen in der Provinz respectirt. Zur definitiven Leitung werden aber die am Cantorentage Gewählten berufen sein und daß hiebei auch alle Provinzen berücksichtigt werden, können Sie aus den Statuten ersehen. College L. in K. Wir haben die nöthigen Schritte ,gethan; wenn Sie am Cantorentage erscheinen, können wir Ihre Angelegenheit am besten schlichten. . College P. in P. Ihren ,Antrag haben wir zur Kenntniß genommen und werden seinerzeit das'Nöthige veranlassen.

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