Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 15 (21.4.1882)
- Date
- 1882-04-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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3 a tiefer als das zweite ist, singen, es soll nur ein a gehört werden. — Nachdem dies geschehen, singt derselbe mit dem vorletzten Tone der Mittellage; der Tenor mit f, der Baryton mit d. der Baß mit b, das a jedoch dunkel, wie das erste a im Worte barafcom oder im englischen Worte whater; er wird dabei unwillkürlich. eine richtige Stellung des Mundes, des Schallraumes annehmen und den Ton frei, ohne jede Vorbereitung hervorbringen. Diesen Vocal a singt man so lange als möglich, ohne die im Ansange erlernte richtige Stellung der Organe, weder des Kehlkopfes, noch des Mundes, noch der Zunge im geringsten zu ändern, da die mindeste Aenderung den Ton aus das Unvortheilhasteste gestaltet. Der ohnedies starke Ton darf nicht noch stärker gemacht werden und muß mit dem Athem möglichst gespart werden, so daß derselbe möglichst zurückgehalten wirdi Durch dieses Verfahren, wenn es genau eingehalten wird, lernt man von den Stimmbändern immer mehr Theile in Schwingung zu versetzen und erhält die Fähigfeit, mit viel ausgiebigerer Stimme zu singen. In derselben Weise werden noch die nächsttieferen drei Töne, der Tenor noch 6, d, 6, der Baryton 6, b, a, der Baß a, g, f und bei den Frauenstimmen die entsprechenden, um eine Oetave höheren Töne gesungen. Im Anfänge darf jedoch nur jeder dieser Töne der höheren Mittellage drei bis vier Male so geübt werden, weil es sonst zu ermüdend wirken würde. Ueberhaupt sollen nur solche Sänger diese Uebungen allein versuchen, welche die Kraft haben, sich allein genau überwachen zu können. Die Töne der tieferen Mittellage werden ebenso geübt, jedoch mit Hellem oder lichtem a. (Fortsetzung folgt.) - Jubiläum eines Cantors. Nur selten ist es einem Menschen vergönnt, in der Vollkraft des Lebens aus eine in der gleichen Wirksamkeit verbrachte, an Ehren reiche, sünfundzwanzigjährige Thätigkeit zurückblicken zu können. Zu Jenen, denen das gütige Geschick einen solchen Tag vergönnte, zählt auch der Obereantor der Araber israelitischen Cultusgemeinde, Herr David Kohn, der am ersten Osterfeiertage sein sünfundzwanzigjährige» Amtsjubiläum feierte. Die aus diesem Anlasse Herrn David Kohn dargebrachten Ovationen sind in gleicher Weise ehrend für die Gemeinde, in deren Diensten er ein Vierteljahrhundert gestanden, wie für den Jubilar selbst. Am Tage vor dem Feste erschien in der Wohnung des Jubilars eine Deputation der israelitischen Gemeinderepräsentanz, bestehend aus den Herren: Leopold Barth, Emanuel Hecht, Moriz Klein, Sigmund Lustig und dem Obernotar Leopold Ro senberg, die ihn im Namen und Aufträge der Gemeinde beglückwünschten und ihm gleichzeitig das Ehrengeschenk überreichten, welches ihm die Gemeinde aus diesem Anlasse als Beweis der Anerkennung gewidmet hatte. Das Ehrengeschenk bestand aus zwei großen silbernen Leuchtern und einem sehr schönen silbernen Pocal; jedes dieser Stücke trägt eine dem Tage angepaßte Inschrift. Nachdem diese Deputation ihre Mission vollzogen hatte, kam der Seeretär des israelitischen Frauenvereines, Herr Moriz Schwitzer, und überreichte ein namhaftes Geschenk der Ausschußdamen und Mitglieder des Frauenvereines. Dieser Deputation folgte jene der Araber Lloydgesellschaft, bestehend aus den Herren Samuel R o b i t s e k und Jac. S ch r e y e r, welche ebenfalls ein sehr namhaftes Geschenk überbrachten. Der zahlreichen, von Privaten aus Nah und Fern kommenden materiellen Aufmerksamkeiten sei hier nur so nebenbei gedacht, weil das Aufzählen derselben den beschränkten Raum viel zu sehr in Anspruch nehmen würde. Doch sei noch bemerkt, daß außer den vorgenannten Deputationen noch der Präses der Gemeinde, Herr Josef Hirschmann, die Präsidentin des Frauenvereines. Frau Rosalia Hirsch mann, der gesammte Beamten- und Lehrkörper der Gemeinde, wie auch das Chorpersonale dem Jubilar seine Glückwünsche persönlich darbrachten. Am Jubeltage selbst war der Tempel zum Erdrücken voll und so Meisterhast vollkrästig auch die prachtvolle Stimme des Obereantors erklang, so war an derselben doch ein leises Beben bemerkbar, welches die tiefe Rührung, von der er selbst ergriffen war, nur zu sehr bekundete und als er dann vollends ״ausgerusen" und ihm bei diesem Anlasse ein eigens zu dem Zwecke von Herrn Oberrabbiner Steinhardt verfaßter ״Ni86b6b6ra6b" gemacht wurde, konnte der starke Mann seine Thränen nicht mehr zurückhalten, er weinte .... Wenn auch zuletzt erwähnt, so war doch die von dem Regenschori Herrn Adolf Grünzweig zu Ehren des Jubilars verfaßte, diesem dedieirte, in prachtvoller Ausstattung und ealligraphischer Schrift ausgeführte musikalische Piece, welche am Festtage durch den verstärkten Chore excutirt wurde, keineswegs die letzte, sondern im Gegentheil eine der werthvollsten, dem Jubilar dargebrachten Huldigungen. Die Piece — Psalm 40, Strophe 11—12, ist im oratorischen Styl gehalten und für gemischten Chor geschrieben. Herr Adolf Grünzweig ist durch seine vorzüglichen Compositionen auch außerhalb der Gemarkungen Ungarns bestens bekannt. Der von ihm aus diesem Anlaß-componirte Psalm.zählt jedoch, unbedingt zu den besten, von ihm bisher geschriebenen Tempelgesängen. Hier sei noch ein Theil Jener verzeichnet, von denen telegraphische oder briefliche Adressen oder Gratulationen eingelangt sind. Es sind dies die Herren: Obereantor Professor Friedmann, Suschni, Bermann, Bernhard Deutsch, Carl und Bela Rosenberg aus Budapest, Obereantor Leon Kartschmaroff, Goldmann, Knöpfler, Gr.-Kanizso, Obercantoren B a u e r, H. G o l d st e i n, A. K u l k a, B l a t t. Wien, Obereantor Löwenherz, Goldberger,Neubauer,Temesvar, Hermann Lew in, Gr.-Beeskerek, Walisisch, Gran, S ch ö n f e l d, Ragendorf, H e l f g o t t, Bonyhad, L e n d l e r. Treuesin, Kluger, Gr.-Set. Miklos, Kurz mann, Comorn, Wodak. Göding, Steiner, Altofen, Unschuld, Werschetz, Adler, Ofen, Weiß, Gr.-Väsürhely, in Begleitung einer dem Jubilar gewidmeten Composition, Sabl aus Lugos, Kling er, Peeska, Ad. Grünzweig, Regenschori, Arad, Obereantor Singer, Wien, Hirsch, Wien, Sonntag, Totis, Bach rach, Brod, Kohn, K u f s n e r, Moo r, Wallerstein, Weinberger und Musikdireetor Rubin, Prag, Gerson Weiß, Bukarest, Zadek, Cotbus, Popper, Frankfurt a. M., B l a u st e i n, Bromberg, Epstein, Proßnitz, Stößl. Teplitz, Fr ei sing er, Pilsen,. Blum, Schlan, Branrweiner, Austerlitz, Kohut, Sulz, Rosenfeld, Pisek; Herr Moises Hirschl, Wien, Jonas. Haas, Reicher. Armin Grünzweig aus London u. s. w. Am Schluffe dieser Zeiten sei es uns gestattet, mit allen Freunden und Bekannten, die dem Herrn Obereantor zu seinem Ehren- und Freudentage beglückwünschten, auch hier den Wunsch auszusprechen, daß seine Stimme zur Zeit seines fünfzig-