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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-04-13 · Heft 14 (13.4.1882) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 14 (13.4.1882)
Date
1882-04-13
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Gar manche liebe, bekannte Collegen und Freunde erblicken wir noch auf dem Tableau, auch ehrfurchtsgebietende Greisengestalten, Männer, deren Gesichtszüge jenen idealen Ausdruck -an sich tragen, der nur dem gottbegnadeten Sänger eigen ist. Da finden wir die Collegen Rosenhaupt in Spyer, Sarahson in Stettin, Beide hervorragende Persönlichkeiten in der Cantorenwelt, wir sehen die an die Patriarchen gemahnende Greisengestalt des Reb Zalell, Obercantor in Odessa, die Collegen Lichtenstein, Weintraub, Nathanson in Magdeburg, Mombach in London, Reb David in Brody, Feisinger in Wilna, David Jeretzky in Halberstadt. ' Ferners die Collegen: Popper in Frankfurt a. M., Süßkind in Hamburg, Wolfsohn in Dresden, den Begründer des ״Oest.-ung. Cantorenvereines" in Wien Jac. Bauer, Goldberg׳ in Braunschweig, Grodzinski in San Francisko, Ketten in Paris, Gerson Weiß in- Bukarest, Blumenthal in Cöln, Schöuseld in Posen, Epstein in Halberstadt, Kaminski in Cassel, Kurzmann in Comorn, Braunfeld in Baja, Ricchard in Gratz, Schurmann in Lemberg. David Rubin, Mnsikdirector und Chordirigent am israelit. Tempel in Prag, berühmter Componist, Tintner in Bunzlau, ferner-den jungen Künstler Carl Heymann, Professor der Musik und. Sohn des Obercantors Heymann in Amsterdam, A. Grünzweig, Chordirector am israelit. Cultustempel zu Arad, Schwarz in Soborten bei Teplitz als Rabbiner thätig, Abraham in Frankfurt a. O., Lachmann in Hürben, Prediger und Cantor Wollf in Rostock, Moriz Sonntag in Totis, Rosenberger in Stockholm, Rev. A. Kaiser in Baltimore, Samuel Welsch in Prag, B. Jacobsohn in Leipzig, Isidor Tennenbaum in Carlsbad, G. M. Cohen in Cteveland — Ohio (Amerika), Jacob Bader in Pardubitz (Böhmen), Mannheim in Landsberg a. W., Marcuse in Brandenburg, Freifinger in Pilsen, Perlmutter in Jchenhausen, Adolf Türk in Leipnik, Moriz Abel in Dessau, Abramowitz in Halle a. S., Zadikow in Colberg, B. Taube in Bienne, A. Zadek in Cottbus, H. Unschuld in Werschetz und F. Senior in Dirschau. Diesem ersten Tableau dürfte wohl gar bald ein zweites und drittes folgen, welches ebenfalls gar manches uns bekannte Gesicht, gar manchen lieben Collegen uns zeigen wird. Avouuementseinlalmng. Mit 1. April a. o. begann das II. Quartal dieses Jahrga nges und eröffneten wir demnach auch ein neues Abonnement auf die ,,Kesterrrr.-rrrrgcrrr. gcmtoven^extuxiQ“. Der Abonnementspreis betragt: Für Wien, Umgebung und Provinz: Ganzjährig ..... fl. 6.— Halbjährig ..... fl. 3.— Vierteljährig .... fl. 1.50 Für das Ausland: Ganzjährig.fl. 7.— f>aibjät)vig.fl. 3.50 Vierteljährig . ... fl. 1.75 incl. Zustellung in's Haus. Gleichzeitig ersuchen wir im Interesse der großen Sache, die wir verfolgen, unsere Herren Collegen und Freunde mögen baldmöglichst ihr Abonnement erneuern, um unliebsamen Störuugen in der Zusendung des Blattes vorzubengen. Are Hledaclion. Gorrrresponöerrz. College Weiß, Unghoär, C.ollege Adler, Ung. Hradisch^ Wir werden nächstens ans Ihre Ansicht zuriickkommen. nachdem wir selbe dem Comitä zur Begutachtung vorlegen werden. euil'Leton. Zehuda den Halevi. Historische Erzählung von Ad. v. Zemlinszky. (Nachdruck streng verboten! Uebersetzungsrecht vcrbehalieu ) 3. Fortsetzung. ״O! mein Gott, mein Gott, Erbarmen! Sie bedeckt mich ja nicht!" schrie die Frau im Uebermaße ihres Schmerzes; ״sie bedeckt mich ja nicht, ich lebe, ich athme ja, ich liege ja nicht todt unter der Erde, sondern ich lebe und gehe auf ihr herum und dieses Grab ist leer! ״Wo ist mein Gatte jetzt? Wo meine Kinder? Darf ich sie denn nimmer wieder sehen? Was habe ich denn verbrochen, daß ich solch' schweren Jammer tragen muß? ״Die Wahnsinnige nennt man nüch, warum bin ich es denn nicht wirklich? All' diese Gedanken, die mir so namenloses Weh bereiten, sie alle diese Gedanken wäre ich mit einem Male ledig. Und dennoch, nein, es wäre schrecklich, ich könnte ja nicht denken und dann würde ich mir auch meinen Gatten und meine Kinder im Geiste nicht eiilmal hervorzaubern können." ״Kommt jetzt nach Hause, Sarah," unterbrach plötzlich die ernst klingende Stimme eines Mannes das traurige Selbstgespräch der armen Frau, ״die Erde hier ist feucht, die Luft ungesund und wir müssen, wenn's Gott will, bereits morgen schon aus der Reise in unsere Heimat sein, nach Frankfurt a. M. Ich habe Euch, Sarah, das Versprechen getreulich gehalten, daß ich Euch damals gab, als Ihr der Welt für eine Todte zu gelten mir zusagtet. Damals, erinnert Euch der Worte, Sarah, die ich zu Euch sprach: damals sagte ich zu Euch: ״Sarah, Ihr müßt für Alle als todt gelten, für Euren Gatten, für Eure Kinder, für die ganze Welt. Und darum wurde ein leerer Sarg hier ״am guten Ort" in's Grab gesenkt und der Leichenstein darauf gestellt. Und in finsterer Nacht verließen wir Toledo und unerkannt brachte ich Euch nach Frankfurt a. M. ״Ich verspreche es Euch." sagte ich damals, ״daß wir jedes Jahr zusammen diesen Ort des Friedens und der Ruhe aufsuchen wollen, denn ich wußte, es war Euch ein Bedürsniß, immer und immer hierher zu kommen. Sagt, Hab' ich nicht während dieser achtzehn Jahre getreulich mein Versprechen erfüllt? Hab' ich's gethan?" ״O ja, Elieh, Dank Euch! Ihr habt's gethan, Ihr habt Euer Versprechen erfüllt," sagte sie, indem sie schwach zu lächeln versuchte und ihre Hand dem Manne entgegenstreckte; ״wie gut seid Ihr. Und wie immer, so seid Ihr mir auch heute gefolgt, Ihr wußtet genau, wo ich zu finden, Ihr wußtet, daß ich hier sein werde, um zu weinen, zu weinen hier, auf meinem eigenen Grabe." ״Ja, auf Eurem Grabe, Sarah; denket immer daran, es muß so sein, damit die Schuld, die an Euch ist begangen worden, gesühnt werde." ״Aber sott ich denn von meinem Manne, von meinen Kindern für ewig getrennt werden?" ״Nicht für ewig, Sarah. Einst beim Weltgerichte werdet ihr Euch Wiedersehen." ״Elieh! — Was habt Ihr gesagt? Einst beim Weltgeeichte? Wie? Also lebend soll ich sie nimmer schauen? Elieh,

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