Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 12 (28.3.1882)
- Date
- 1882-03-28
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Verstorbene verdiente aber auch im reichlichsten Maße all' diese Theilnahme, da sein ganzes Leben nur eine ununterbrochene Kette des aufopferungsvollsten Wirkens für das Wohl seiner Nebenmenschen gewesen und ein großes, edles Herz hat zu schlagen aufgehört. Und nicht nur seine edle Gattin, seine Kinder und Freunde haben einen unersetzlichen, herben Verlust erlitten, auch die Armen und Dürftigen stehen weinend an seinem Grabe, wehklagen und jammern um ihn, den edlen Tobten, der ihnen stets mit milder Hand reichliche Unterstützungen zukommen ließ. Möge die Erde ihm leicht werden und er im Jenseits jenen Lohn ernten, den erhier auf Erden mit so warmfühlendem Herzen gesäet! Von der Familie des edlen Verstorbenen wurde nachstehende Parte ausgegeben: T o d e s-Anzeige. Von tiefstem Schmerze erfüllt, geben wir hiemit Nachricht von dem Hinscheiden unseres innigstgeliebten Gatten, Vaters und Bruders, des Herrn Lgnaz Edlen von Kuffner, Ritter des Franz Josefsordens, Brauhaus-, Fabriks- und Realitätenbesitzer, Ehrenbürger und Gemeinderath von Ottakring. Mitglied des k. k. Bezirksschulrathes und BezirksstraßenausschusseS Hernals, Obmann der freiwilligen Feuerwehr Ottakring rc. rc., welcher nach langem Leiden am 23. d. M., 4 Uhr Morgens, im 60. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Die Hülle des theueren Dahingeschiedenen wurde Sonntag den 26. März 1882, 9 Uhr Morgens, vom Trauerhause nach dem Nordbahnhofe gebracht und von dort zur Beisetzung nach Lundenburg überführt. . ׳ ־ . Ottakring, im März 1882.» Calpurnia de Kuffner Rosalia Edle v. Kuffner als Schwägerin. als Gattin. I. L. Fuchs, Moriz Deutsch als Schwäger. Moriz Edler v. Kuffner, Katharina Edle v. Kuffner als Kinder. Alois de Kuffner, Josesine Fuchs als Geschwister. Das Leichenbegängnis des ehemaligen Bürgermeisters von Ottakring hat Sonntag den 26. März n. 6., Vormittags um 9 Uhr, unter außerordentlich zahlreicher Betheiligung der Bürgerschaft von Ottakring, Hernals und Neulerchenfeld stattgefunden. Anwesend waren die Bürgermeister der genannten Vororte mit den Gemeindevertretungen, eine große Anzahl Industrieller, der Bezirkshauptmann von Hernals, der frühere Bezirkshauptmann Statthaltereirath Greifinstein, der Leiter des Polizeicommissariats in Ottakring mit einer Abtheilung Sicherheitswache in Parade, der Canonicus von Hernals und die Vertreter der Humanitären Institute und Vereine, die Herr von Kuffner stets reichlich unterstützt hatte. Prediger Dr. Jellinek hielt die Leichenrede. Auch der Rabbiner von Ottakring, Herr Klein, widmete dem Verstorbenen einen Nachruf. Dem Sarge folgten die Bürgerschaft, die Feuerwehr, die Schuljugend mit schwarzumftorter Fahne und die Pfründner. In der Ottakringerstraße brannten die Gaslaternen. Die Leiche wurde auf den Wunsch des Verblichenen zur Beerdigung nach Lundenburg überführt. Dort erwartete, wie uns berichtet wird, eine große Menschenmenge die Ankunft des Trains, um an der Leichenfeier theilzunehmen. Die freiwilligen und K u f f n e r'- scheu Feuerwehren hielten die Passage frei. Nachdem der mit zahlreichen prachtvollen Kränzen geschmückte Metallsarg auf den Leichenwagen gehoben worden, setzte sich der Leichenzug, an welchem der Lehrkörper mit der Schuljugend, die Repräsentanten zahlreicher Gemeindevertretungen und Vereine rc. theilnahmen, nach dem Friedhofe in Bewegung. Offener SprecHsaal' für Alle. Geehrter Herr Redacteur! Wollen Sie gefälligst in Ihrem geschätzten Blatte diesen meinen wenigen Zeilen Raum geben, um dadurch einen wesentlichen Jrrthum zu berichtigen. Vor Kurzem erschien in Deutschland eine Galerie berühmter Cantoren, unter welchen meine Wenigkeit als Obercantor von Baja figurirt. Ich erkläre nun hiermit, daß ich nie auf den Titel eines Obercantors reflectirte, noch viel weniger mir diesen Titel, nach der Aussage eines nicht sehr hervorragenden Collegen, anmaßte. Herr Jeremias Mandl, mein sehr geehrter, hochgeschätzter Vorgesetzter, fungirt schon seit 22 Jahren als Obercantor in Baja und war sein Entgegenkommen mir vis-ä-vis von jeher noch nie ein solches, welches mich fühlen ließe, daß ich eine ihm untergeordnete Stellung einnehme. Dies zur Aufklärung an all' Diejenigen, die vielleicht ebenso denken sollten, wie der oben erwähnte College (ein Obercantor), der es nicht unter seiner Würde gehalten, mir diesen Jrrthum als ein crimen anzurechnen und mich bei meinem Obercantor auf schmähliche Weise zu verleumden und zu beschuldigen. Indem ich Sie nochmals recht höflich ersuche, diese meine wenigen Zeilen in den Spalten Ihres geschätzten Blattes aufzunehmen, zeichne ich mich mit besonderer Hochachtung Ihr ergebenster Josef B r a u n f e l d,!1. Caiuor. Abonnementseinladung. Mit 1. April a. e. beginnt das II. Quartal dieses Jahrgangem und eröffnen wir demnach auch ein neues Abonnement ans die ,,Kesterrrr.-irngcrrr. Gantorren-Kertung". Der Abonnementsprcis beträgt: Für Wien, Umgebung und Provinz: Ganzjährig.fl. 6.— Halbjäbrig.fl. 3.— Vierteljährig.... fl. 1.50 Für das Ausland: Ganzjährig.fl. 7.— Halbjährig.fl. 3.50 Vierteljährig . ... fl. 1.75 incl. Zustellung in's Haus. Gleichzeitig ersuchen wir im Interesse der großen Sache, die wir verfolgen, unsere Herren Collegen und Freunde mögen baldmöglichst ihr Abonnement erneuern, um unliebsamen Ltöruugen in der Zusendung des Blattes vorzübeugen. Aie Hledaction. Correspondenz. College A. B a e r, G o t א e n b u v g. Wir berechnen Ihnen pro anno 10 Mark für oierinallge Einschaltung. C o l l e g e S. in 1 Auf Jbre Anfrage theilen wir Ihnen mit, daß der Antor der in unserem Blatte erscheinenden Musikbriefe Herr Obercantor Herm. G o l d st e i n in Fünfhaus ist. Wir stelleit hiemit an die Herren Collegen St. in Nagy-K-, P. in P, W. in W., W. in Gr.-K., H. in T.. E. in ,S;, G. in H., St in B., B. .R. in Pr, E. in St.. E. in B., Ob. Schl.. K. in A., K. in K., R. in St., R. in N, R. in K., G. in W. das Ersuchen, nachdem sie mit ihrem Abonnement für das abgelausene Oartal noch im Rückstände sind, den Betrag uns srenndlichst umgehend einsenden zu wollen. Nachdem an uns mehrere Reclamationen wegen Nichterhctlt der letzten, Nummer unseres Blattes gelangten, die Expedition jedoch regelmäßig und pünktlich geschieht, sahen wir uns veranlaßt, die nöthigen Schritte bei der k. k. Postdirection, welche einzig und all eilt das Verschulden trifft, einzuleiten. D i e Ä d m i n l st r a t i o n.