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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-03-28 · Heft 12 (28.3.1882) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 12 (28.3.1882)
Date
1882-03-28
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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WereinsnachricHten. Die Prov. Berernsstatuten wurden bereits in verschiedenen, nnter dem Vorsitze unseres Obmannes, Obercantor I o s e s G o l d st e i n, abgehaltencn Comitositzungen durchberathen. Nachdem selbe in der heutigen Sitzung nochmals zur endgiltigen Entscheidung zur letzten Vorlesung gelangen,, werden selbe bereits im Lause dieser Woche im Druck erscheinen und an sämmtliche College« versendet werden. Wir ersuchen daher alle unsere College«, sobald sie in den Besitz der Statuten gelangt sein werden, uns ehestens ihre Beitrittserklärung cinscnden zu wollen. Aas ßomite des österr.-rmgar. ßantorenvereins. Musikbriese. Non Obercantor Hermann Goldstein. Uebct die menschliche Stimme und deren Anwendung. (Fortsetzung.) Von den vier angeführten Hauptstimmen haben der Sopran und der Baß Abarten, und zwar heißt die der Ersteren Mezzosopran, die der Letzteren Barytonstimme. . Die Bezeichnung der vier Hauptstimmen stammt aus den Kirchengesällgcn des Mittelalters. Der Sopran, auch Discant (soprano), von cautus, der Gesang, die Melodie, genannt, ist jene Hauptstimme, von der die anderen Stimmen abweichen, nämlich discantiren. Soprano heißt auch Oberstimme. An diese schließt׳ sich der ,Alt (alu!8, alt-a vox), die liefe weibliche Stimme an. Alt-a vox heißt eigentlich die hohe Stimme; dieser Ausdruck bezieht sich jedoch nur auf den Tenor, gegen den die Altstimme eine hohe ist. Der Tenor (tenore) heißt darum so, weil demselben im Mittelalter in der Kirchenmusik vorzugsweise der Vortrag der feststehenden Melodie (des 6antu8 firmus) als der Hauptsache (töuor, Inhalt, Hauptinhalt) oblag. Basis heißt Grundlage, darum nennt man die Stimme, welche die Grundstimme bildet, Baß. Der Mezzosopran (Halbsopran) und der Baryton (Hochbaß) entsprechen ihrem Stamme, dem Sopran und dem Baß. Um eine lebende Stimme classificiren zu können, muß man sowohl deren Mittellage wie deren Klangfähigkeit kennen. Durch die Mittellage wird im Allgemeinen der Umfang bestimmt. Es muß hier, um von dem Umfange einer Stimme sprechen zu können, gesagt werden, was ein Ton ist und angedeutet werden, wie derselbe beim Menschen entsteht. Wenn ein geeigneter Körper wenigstens 30 Schwingungen per Secnnde macht, entsteht ein Ton. Je mehr Schwingungen in der Secunde, desto höher wird der Ton. Die Höhe eines Tones hängt daher ״von der Anzahl der Schwingungen ab. Man hat die Verhältnisse dieser Schwingungen, das heißt wie viele zu einem bestimmten Tone gehören, in Paris im Jahre 1861 festgesetzt und z. B. erkannt, daß das eingestrichene a 856 Schwingungen in der Secunde zu machen hat. Es wurde damit die Normalstimmung aufgestellt, was um so nothwendiger war, als in jeder Stadt bereits eine andere, in manchen Städten sogar mehrere Stimmungen herrschten. Die Stimme wird, wie dies schon früher gesagt wurde, durch Anspannung der Stimmbänder erzeugt. Es verengert sich hiebei die Stimmritze um mehr als den fünften Theil eines Millimeters und sst diese Verengerung bei der sogenannten Bruststimme bedeutenderf als bei der Kopfstimme andren.tiefen Tönen.. - ,— ל ׳ י Von der nun bewegten Lust wird daher bei den tiefen und den Kopftönen mehr entweichen, als bei den normalen, den Brusttönen. Man kann daher die Letzteren längere Zeit austönen lassen. ״ >. Unter Mittellage versteht man jene - Tonreihe, welche ohne wesentliche Anstrengung voll, frei und kräftig, ohne inneren Zwang erzeugt wird und die verhältnißmäßig lange austönt. Die Mittellage des Sopran und des Tenor ist von g bis g. (Beim Sopran vom eingestrichenen g bis zum zweigestrichenen, beim Tenor vom kleinen bis zum eingestrichenen g.) Die des Mezzosopran und Baryton von 6. bis 0.. (Ersterer vom eingestrichenen bis zürn zweigestrichenen 6, Letzterer vom kleinen 6 bis zum eingestrichenen.) Alt und Baß haben die Mittellage von 6 bis e. (Ersterer vom eingestrichenen bis zum zweigestrichenen 0, Letzterer vom kleinen e bis zum eingestrichenen.) Diese Mittellagen werden von den Compositeuren der Neuzeit geradezu gefordert und versteht es sich von selbst, daß nicht jeder Anfänger die obigen Umfänge vollständig beherrschen kann. Jede Stimmgattung hat ihre besondere Klangfarbe; es gibt jedoch einzelne Stimmen, welche einer der Nächstliegenden verwandt sind; so existiren Tenore, die man leicht mit dem Baryton verwechseln kann, so dunkel ist deren Farbe. Umgekehrt kann eine Barytonstimme den Eindruckeines Tenors machen. In diesem und in ähnlichen Füllen entscheidet nur die Mittellüge. - Häufig kommt cs vor, daß ein Tenor, sei es wegen der ausgesprochenen dunklen Farbe des Tones, oder weil derselbe in Folge einer unrichtigen Gesangsmanier wie ein Baryton singt, der Meinung ist, ein Baryton zu sein. Wenn derselbe nun seine Lage nicht genau prüft oder prüfen laßt und daher in Ermanglung der richtigen Erkenntniß in unnatürlicher Lage fortsingt, so muß in kürzerer oder längerer Zeit ein totaler Verfall der,Stimme eintreten. Es sei bei dieser Gelegenheit bemerkt, daß ein Baryton mit einer Hellen Stimme ein Tenprbaryton, ein solcher mit einer dunklen Stimme ein Baßbaryton ist. Die Erklärungen von Heller (lichter) und dunkler Stimme werden an passender Stelle gegeben werden. (Fortsetzung folgt.). Ueber die Pstege aithebräisch-litmgischer Gesäuge. Von David Rubin, Musikdirector in Prag. Nachdem nahezu seit vier Decennien allmälich an dem Bestand der liturgischen Gesänge gerüttelt und damit gewaltig aufgeräumt wurde, ist es der Jetztzeit Vorbehalten worden, die traditionellen Gesänge in ihrer Bedeutung zu würdigen und der Oeffentlichkeit, respective weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Ohne über den Ursprung, über Verbreitung der ' althebräischen Gesänge, Authentisches hinstellen zu wollen, will ich nur auf die Wichtigkeit derselben, insbesondere in den israelitischen Bethäusern Hinweisen, um endlich den als echt anerkannten alten Weisen zu dem ihnen gebührenden Rechte —

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