Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 9 (4.3.1882)
- Date
- 1882-03-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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^Anspruch, daß sich durch die große Zahl der Hilfsbedürftigen die Mittel erschöpfen könnten. Wir fordern demnach unsere werthen Collegen auf, in ihren Gemeinden dahin zu wirken, daß reichliche Geldspenden an die löbliche ״Alliance Israelit", Kärntnerstraße, zufließen . mögen. B. Trauergottesdienst. Sonntag den 26. Februar a. 6. fand im Floridsdorfer Tempel für die verstorbenen Schrift- ׳steller Berth. Auerbach und Simon Szanto eine Trauerfeier statt. Der Gottesdienst wurde vom Cantor Löw mit dem üblichen מה טובו eingeleitet, worauf das Minchagebet verrichtet und das Gebet für das Seelenheil der Vorstorbenen ׳vorgetragen wurde. Sodann bestieg Rabbiner Dr. Bloch die Kanzel und widmete den Dahingcschiedenen einen warmen Nachruf. Er schilderte in markanten Worten das Wirken und Streben derselben auf dem Gebiete der Literatur und ihre Verdienste für das Judenthum. Zum Schlüsse forderte der gewandte Kanzelredner die Mitglieder der חברה קדישה (auf deren Veranlassung diese Leichenfeier am אדר ' stattgefunden) *auf, dem Namen, welchen sic angenommen, Rechnung zu tragen und Ehre zu machen, dadurch, daß der Verein seinen ganzen Einfluß geltend mache, um den Zerwürfnissen und den Zerrütt ungen in unserem G e m e i n d e l e b e n zu steuern und die schwebenden Differenzen zwischen dem Vorst a n d e und den Mitgliedern beizulegen, damit die Gemeinde aufblühen möge zum Nutzen der Heranwachsenden Jugend und zur Ehre Gottes. :■־■ ו .לי./׳ הגיון בכנור♦ Der als tüchtiger Musiker und Compositeur bekannte Regenschori des israelitischen Tempels in TemesvM. innere Stadt, Wilhelm Neubauer, hat soeben mit der Herausgabe seiner Compositionen für den israelitischen ׳Gottesdienst begonnen und sollen selbe in etwa 7—8 zwanglosen Heften unter dem Titel ה״יין ד״ erscheinen. Dieses dem Nestor des geregelten Synagogengcsanges, Herrn Professor Salomon Sulz er, gewidmete Musikwerk wird in geordneter Reihefolge erscheinen und Sabbath-, Feststags- und Casualgesänge enthalten. Das vor uns liegende bereits -erschienene erste Heft läßt bereits auf den Werth des ganzen Werkes schließen und müssen wir selbes unseren Collegen auf das Beste anempfehlen, da wir darinnen wahrhaft meisterlich durchgeführte Compositionen fanden, welche sich um so mehr für den Gottesdienst eignen, als selbe in wahrhaft würdiger Weise jedes Triviale oder Opernmäßige bei Seite lassen. Dr. Aitgrrst ׳Frankel. Anläßlich des Rücktrittes 'Dr. August Frankens vom Secretariate der israel. Cultus- -gemeinde in Wien, dem er durch 45 Jahre Vorstand, versammelte sich der gesammte Beamtenkörper im Sitzungssaale der Cultusgemeinde und begab sich unter Führung Dr. I e l l inek's in die Wohnung des Dr. August Frankel, um von demselben Abschied zu nehmen. In einer kurzen Ansprache gedachte Dr. Jellinek der großen Verdienste dieses Mannes auf den verschiedenen Gebieten seines Wirkens und stellte ihn -als leuchtendes Vorbild den jüdischen Beamten hin. Tief ergriffen dankte Dr. Frankel für diese Ovation und bat den gesammten Beamtenkörper, er möge ihn noch lange in gutem Andenken bewahren. Goldene Hochzeit. Am 24. v. M. feierte der türkische Großhändler Herr Men ach. H. Elias und dessen Gattin 'Frau Venetiana, geb. Hillel den fünfzigsten Jahrestag ihrer Vermälung. Zahlreiche Ovationen wurden dem greisen Jubelpaare aus Nah und Fern zu Theil, unter Anderem auch durch eine Reihe von Deputationen der Vorstandsmitglieder der türkischen Jsraelitengemeinde, der verschiedenen Vereine, des Beanitenkörpers und des Chorpersonales unter Vortritt des Obercantors Bauer, welcher eine einfache, schöne Auspräche hielt. Ueberaus feierlich und weihevoll gestattete sich die Feier im türkischen Jsraelitentempel selbst, welcher in wahrhaft überraschender Weise, über Anordnung des allgemein hochgeachteten und verdienstvollen Vorstandes der Gemeinde, Herrn Leon Jsr. Haim, ausgeschmückt und mit Gewächsen und Blumen decorirt war. Der hochgeehrte Jubilar spendete bei der heiligen Thora mehr denn 600 Ducaten an die Gemeinde und zu verschiedenen wohlthätigen Zwecken. A v i s o. Nachdem ein Theil unserer geehrten Herren Collegen bis jetzt noch immer nicht das rückständige Abonnement eingezahlt hat, sehen wir uns in die Nothwendigkeit versetzt, abermals und dringend zn bitten, die rückständigen Abonnementsein- Zahlungen umgehend an uns leisten zu wollen. Die Re-aetion. Berichtigung. In Nummer 8 ״Musikbriefe", 1. Spalte, Zeile 15 von unten: ״Acustik" statt ״Musik", 2. Spalte, Zeile 8 von oben: ״und der" statt ״in den". Gorrrresponöenz. CollegeM....St...., in B.-T.Wir haben Ihr sogenanntes -Eingesendet" in der in Deutschland erscheinenden Zeinchrifl ״Der jüdische Cantor" gelesen. Wenn Sie der Meinung waren, daß wir deshalb mit Ihnen so eine kleine Privatpolemik treiben würden, waren Sie eben in einem Jrrthume, denn wir halten es unter unserer Würde, ״Beleidigungen, die uns von einer Seite zukommen, welche ganz und gar nicht ״comp et ent" ist, solche an-znspr.chm, zn beachten. Wa- Ihre Ausfälle anbetriffl von ״K u l k a und G e n o s! e n oder ״S chinei ßfliegen, welche den in allen Zweigen des Kantoren־ faches tüchtigen Fachmännern mit.Keckheit begegnen und hiedurch dieWürdedesCantorenstandes schmälern", sind dieselben von wirklich ganz schätzeuswerther ״Frechheit" und ״G emein heit" und scheinen Sie, liebwerther Herr, gar keine Ahnung zu haben, was ״A n st a n d" ist. Doch wir sind nicht böse darüber, da wir ja ganz gut entnehme», welch' Geisteskind Sie sind, wenn Sie nach langweiligcr, unstäthiger Jeremiade endlich zu des Pudels Kern kommen, den Sie folgendermaßen einleiten: ״ . . . glücklich darf sich der Cantorcandidat preisen, der das Glück ha:, in Chasonis von Professor Obercantor Friedmann Unterricht zu genieße״. Dieses sage ich Ihnen, der es sich ohne Ueberhebung nachsagen kann, daß er von dem größten Theile der österr.-ungar. Chasonim als ״verständiger" Fachmann anerkannt ist". Ohne Glossen liest sich diese Verhimmlichung auch nicht schlecht. Zum Schlüsse rufen Sie noch aus: ״Ja dies, lh ure Collegen, ist der kürzeste Weg, welch-.r nach ״Rom" führt!" Ja, um Golteswillen, wollen Sie denn ans allen Cantoren Römlinge machen? Wir sind sehr darüber erstaunt, daß Sie auch noch schreiben, es sei schon an dem Fachblatte Der jüdische Cantor" genug, man bedü fe nicht auch noch der ״C a n t o r e n - Z e i t u n g". Ja, wer hat Sie den, eigentlich dazu g zwungen, unser Blatt zu abonniren'? Wir ersuchen Sie in Ihrem eigenen Interesse, wenn Sie sich schon hiezu berufen fühlen. Anwalt des Herrn Professor F r > e d m a n n zu spielen, dies in anständiger, geziemender Weise zu rhun, wie es überhaupt der gute Ton oorschreibt. — Sonst nichts! College A. F. in P. Ihr uns, zngesendetes Inserat berechnen wir Ihnen für dreimal mit 6 st. College B. Haas, Lipto-Szent-Miklos. Besten Dank, war leider ein Vr׳.s h:n. Löbliche Redaction des ״Israel. Lehrer-Boten" in K l a t t a u. Mit Vergnügen bereit. Wollen Sie Bewußtes an uns einsenden