Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 8 (24.2.1882)
- Date
- 1882-02-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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der Schulsection der hiesigen Cultusgemeinde zu danken. Besonders anerkannt muß es werden, daß es namentlich die Herren Dr. Kompert und Em. Baumgarten waren, welche sich um das schnelle Zustandekommen derselben in allen Bezirken Wiens verdient gemacht haben. — Der Jugendgottesdienst, welcher unter sehr zahlreichem Zuspruche der Schuljugend um 11 Uhr Vormittags begann, wurde von den׳ nachfolgend verzeichneten Herren Cantoren geleitet: Im 1. Bezirke: Herr I. Schiller; im II. Bez.r Herr Moriz Blatt; im III. Bez.: Herr Weiß; im IV. und V. Bez.: Herr Deutsch; im VI. und VII. Bez.: Herr Alois Kulka; im VIII. Bez.: Herr Fleck; im IX. Bez.: Herr Jurberger (Quartettsänger im Stadttempel); im X. Bez.: Herr Hirsch. Interessant war es zu beobachten, mit welcher Ruhe und Spannung die kleinen ״andächtigen Zuhörer" dem Vortrage des Cantors sowie den Choralgesängen lauschten. Zn eigener Zache. In der letzten Nummer des ״Ungar. Israelit" wurde unser Redacteur Herr Alois Kulka von dem Redacteur des genannten Blattes in gemeinster Weise mit einer Fluth von Verdächtigungen und Grobheiten überschüttet. Die nachstehenden Zeilen haben nicht den Zweck, dem Dr. Back zu erwidern. Mit ihm haben wir, mit Ausnahme der gerichtlichen Schritte, die wir gegen ihn einzuleiten gedenken, nichts zu thun und wollen auch nichts zu thun haben. Wir können nur unserer Verachtung durch das Wörtchen ״Pfui" Ausdruck geben. Blos unseren Abonnenten in Ungarn, denen obgenanntes Blatt etwa zu Gesicht gekommen sein sollte, wollen wir folgende Erklärungen geben: Herr Alois Kulka war durch zwei Jahre bei der Wiener israelitischen Cultusgemeinde als Cantor angestellt. Hierauf wirkte er durch 672 Jahre in Lundenburg, wo er, bei seinem Scheiden in Anerkennung seiner Verdienste einen silbernen Pocal nebst folgender Adresse erhielt: Sr. Wohlgeboren Herrn Alois Kulka, Obercantor. Sie haben während Ihrer mehr als sechsjährigen Thätigkeit in der hiesigen Gemeinde jederzeit mit rastlosem Eifer wie unermüdlichem Fleiße Ihre Pflichten erfüllt und unseren Gottesdienst zu einem höchst weihevollen und würdigen erhoben. In gerechter Anerkennung Ihrer unvergeßlichen Verdienste, wie als Beweis tiefgefühlter Dankbarkeit erlauben sich die gefertigten Gemeinde- und Gemeindeausschußmitglieder, Ihnen mitfolgenden Pocal als Angebinde zu überreichen und wünschen, daß dieses Sie lange Jahre noch an Ihre hiesige so erfolgreiche Thätigkeit wie an unsere Sympathie erinnern möge. Lundenburg, 4. September 1880. David Stein, Samuel Glück, Jakob Bittuer, Gemeindeausschußmitglieder. Gabriel Stein, JsakHoffmanu, Berthold Weinberger, H. Kuffner, Heinrich Bittner, Max Haas, Jacob Hoffmann, Leop. Stein, Nosalie Glück, Josef Glück, E. Holländer, Bernhard Frankl, Markus Hoffmann, re. re. (Die angesehensten Mitglieder. Anm. d. Red) Gegenwärtig ist Herr Alois Kulka als Obercantor für den VI. und VII. Bezirk in Wien angestellt. Außerdem ist derselbe im Besitze des folgenden Anerkennungsschreibens von einer der ersten Capacitäten auf musikalischem Gebiete, des Regierungsrathes Herrn Prof. Dr. Ed. Hanslick, Musiki schriftsteller und Musikrecensent der ״Neuen Freien Presse" in Wien. Herrn Obercantor Alois Kulka. Sehr geehrter Herr! Ich fühle mich gedrungen, Ihnen für Ihren freundlichen Besuch und für den mir verschafften musikalischen Genuß bestens zu danken. Ihre schöne, durch Kraft und Wohllaut sofort einnehmende Stimme, Ihre ungewöhnliche Kehlengelüufigkeit und Ihr warmer, echt musikalischer Vortrag haben mich in hohem Grade erfreut. Besonders die gottesdienstlichen Tempelgesünge machten mir durch Ihren ebenso kunstvollen, als frommbegeisterten Vortrag tiefen Eindruck. Seit Meister SnlzeVs guten Zeiten habe ich diese Tempelgesänge nicht wieder so gehört. Ich kann nur wünschen, daß Ihr Talent bald einen größeren Wirkungskreis als den gegenwärtigen sinden möchte. Mit aufrichtiger Werthschätzung Ihr ergebenster Prof. Dr. Eduard Hanslick. Hiemit glauben wir diese Sache einfür allemal abgethan zu haben und erklären zugleich, uns durch solche Angriffe von der Verfolgung unseres Zieles nicht abhalten zu lassen. Möge Dr. Back den Mund noch so voll nehmen — mit dem Kothe, den er Anderen in's Gesicht zu schleudern wähnt, besudelt er nur sich selbst. Den einen Rath aber wollen wir ihm geben: ״Wer Butter auf dem Kopfe hat, der scheue sich, an die Sonne zu gehen". (SratuCaiionen sind uns zugekommen von den Herren Collegen: A. Goldenberg in Kronstadt: D. Engel in Fogarasch; I. Groß in Abacy-Szikszo; L. Blum in Schlau; M. Rosenfeld in Pisek; I. Bachmann in Odessa. Korrespondenz. College M. W. in D.: Der Verein soll für Cantoren (Chasanim, auch wenn sie Lehrer oder Schächter sind) gegründet werden. College F.I. inM. beiDobrischow: Einverstanden, jedoch nur unter Beobachtung der strengsten Discretion. M. St. in M,: Per Jahr 6 fl. College M. Sonntag in Totis: Zu unserem Erstaunen, erhalten wir ein Schreiben des Lehrers Leundörfer in Totis, in welchem nebst anderen geistreich sein sollenven Floskeln ein gar eigenthümlicher Passus enthalten ist. Dieser Herr Leundörfer sagt nämlich, daß weder Sie noch die meisten ungarischen Cantoren im Stande sind, zu schreiben, weshalb er auch von Ihnen autorisirt wurde, uns einen Brief zuzusenden, welcher mit Ihrer Unterschrift versehen ist. Es wäre doch besser, wenn dieser ״geistreiche" Mann sein Bischen Verstand der lieben Schuljugend widmen wollte. College P. in P.: Danken bestens, bitten fortzufahren. College Sp., I. Ihr Abonnement bis 31. März vorgemerkt. Kommen uns noch 30 kr. C o l l e g e R., V. Besten Dank. Wir haben uns nicht zu fürchten, da wir für eine gerechte Sache kämpfen. College A., St. Ihrem Wunsche entsprechend, haben wir das Uebersendete Herrn Lector W. übergeben. Gelangt es zum Abdrucke, so stellen sich die Spesen auf cirea 16 fl. College Z. C. Die Bereinsstatuten werden einen Passus enthalten, welcher auch Ausländern gestattet, Vereinsmitglieder zu werden. Betreffs Geldsendung müssen wir bemerken, daß wir für Briefmarken keine Verwendung haben und Sie am besten Geldbeträge mit Postanweisungen übermitreln. Betreffs der Agende werden wir Ihnen seinerzeit übermitteln. Die Preise für Inserate werden wir möglichst billig berechnen und wäre es uns angenehm, wenn Sie uns immer gleichzeitig den Preis selbst angeben wollten.