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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-02-24 · Heft 8 (24.2.1882) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 8 (24.2.1882)
Date
1882-02-24
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4, Originär- Korre sponö enzen. Prutzkou. Die electrische Beleuchtung und ihr Gefolge mit einem nothwendigen Beitrage erhellend, das Leben, die Existenz des Landcantors der Wahrheit getreu wiedergeben, mögen meine Landcollegen geeigneten Falls bestätigen oder widerlegen. Im Blatte ist zu lesen: ״Der Posten eines zeitgemäßen ״Cantors, der קורא und שוחט ובודק sein muß, ist zu besetzen. ״Verstänvniß des Gemeindenotariats ist erwünscht und der als ״Hilfslehrer Verwendung findet und מוהל ist, wird bevorzugt. ״Gehalt 3—400 fl." Also nur fünf verwendbare Eigenschaften sind erforderlich, um solchergestalt sein Leben fristen zu können — aber wie? Als Cantor ein Künstler ersten Ranges; als שוחט ein מומחה; als Notar ein Stylistiker und Kalligraph; als Hilfslehrer, werden ihm 15—20 Bengel aus der niedrigsten Schichte zur Abrichtung überwiesen; als b:מור für die Armuth, denn der Reiche verträgt es nicht, seinem Untergeordneten den ersten Platz anweisen zu müssen.-Und da finden sich 15, ja oft 20 Bewerber, die, weil mit Noch kämpfend, ihre vom Munde abgesparten letzten Groschen vergebens daran wenden; zumeist hängt eine solche Wahl von der Laune eines Gemeindepascha's ab, der gerade einen minder befähigten, darum auch zu einer Gehaltsermäßigung sich herbeilassenden Cantor acceptirt, der zu seiner Uebersiedlung die besten Effecten zu verpfänden oder gar zu veräußern gezwungen ist, um wieder von A anzufangen. Sein armseliger Postenantritt ist auch der Anfang von neuen Leiden und Nergeleien; vom Reichen mit Geringschätzung, vom Armen mit Neid- und Scheelsucht behandelt, wagt dieser nicht recht seine Stimme zu erheben und wehe ihm, wenn er vermessen genug ist, einen eigenen Willen und Gedanken kund zu geben. Das drohende Gespenst des Postenwechsels vor der Thür, überläuft ihn ein Grauen, daran zu denken, den Wanderstab bald wieder hervorholen zu müssen. Ist er mit Familie gesegnet und will er diese zu anständigen oder gar gebildeten Menschen heranziehen, von der Gemeinde keine Nachhilfe, von seinen Collegen verlassen, von unbemitteltem Hause, eine nur vierclassige Volksschule im Orte, sieht er seine blühenden, zu den besten Hoffnungen berechtigten Kinder in dem 10. Lebensjahre sich selbst und ihrer eigenen Unwissenheit überlassen; zu zart, in die Fremde zu schicken, verkommen sie und bleiben unnütze Glieder der menschlichen Gesellschaft. Dauernd wird der Cantor selten im Amte belassen, damit ja die Gemeinde im Falle einer Leistungsunfähigkeit keine Verpflichtung auf sich lade; im günstigsten Falle wird er statt pensionirt, als שמש oder zum Leichenbestatter degradirt. Und da wird gegen einen Selbsthilfeverein intriguirt und von den Größen verpönt! Wer sein Schärchen im Trocknen hat, dem ist leicht auf seinen minder begünstigten Mitmenschen mit Geringschätzung herabzublicken. — Ein Fürst im Reiche, wer will ihm gleichen!! — Böhrn.-Leipa. In Nummer 5 Ihres geschätzten Blattes finde ich von Herrn Collegen A u s p i tz in Horschic einen Vorschlag, dem auch ich gerne beistimme. Herr Auspitz schlägt vor, daß sämmtliche Gemeinden unseres weit verzweigten Vaterlandes bittlich angegangen werden mögen, zur Begründung eines Fondes für den Cantorenverein einen Beitrag zu leisten. Ich glaube und hoffe, daß die Gemeinden, aufgefordert von einer besonderen Capacität wie unser gefeierter und hochverehrter Papa Sulz er, gerne bereit sein dürften, diesem Rufe entgegen zu kommen. Liegt es doch in dem eigenen Interesse einer jeden Gemeinde, daß der Cantor, der ihr jahrelang gedient, ruhig in die Zukunft blicken soll oder, wenn er aus diesem Leben abgerufen, seine Hinterbliebenen nicht dem Mangel und der Noth preisgegeben sein sollen. Meines Erachtens dürfte sich kaum eine Gemeinde ausschließen. Selbstverständlich müßte der Impuls zu diesem Aufrufe vom Cantorenverein selbst durch Ihr geschätztes Blatt ausgehen. Török Szt.-Miklos. Bei der so schlechten und gedrückten Lage der hiesigen armen Leute wurde bei den Herren Doctor Ignaz Fuchs und Alexander Piltzer der Gedanke rege, für diese Armen eine Sammlung einzuleiten, deren Resultat äußerst günstig ausgefallen ist, nachdem außer einer Summe von 400 fl. ö. W. in Baar-em noch einige Metercentner Frucht, Stroh u. dgl. gespendet wurden. Der Vorstand ließ allsogleich eine Repräsentantensitzung einberufen, bei welcher Gelegenheit ein Theil des Geldes an die Armen vertheilt wurde, wogegen ein anderer Theil für Darlehen an Geschäftsleute bestimmt wurde. Mehl, Stroh u. dgl. wurde allsogleich für die armen Witwen vertheilt. Jedenfalls ist der Gedanke der Herren Dr. Fuchs und Piltzer sehr lobenswerth. Mögen auch alle jüdischen Gemeinden diesem Beispiele Nachkommen, um für die Armen bei der heurigen schlechten Lage etwas thun. Ki'eine GHronik. Pgpa Sulzen. Unserem hochgeehrten Papa Sulz er wurde vor einigen Tagen wieder eine Auszeichnung zu Theil, die deutlich dafür spricht, daß dessen Ruhm auch weit jenseits des Oceans leuchtet. Wir bringen hier im Nachfolgenden die an denselben gelangte Adresse (aus dem Englischen übersetzt) zum Abdrucke. ׳ Die Adresse lautet: In einer am 1. Jänner 1882 abgehaltenen Sitzung der Congregation ״Beim ahuwim“ in der Stadt Stockton, im Staate Californien, wurde — um Ausdruck zu verleihen der unter deren Mitgliedern für den ausgezeichneten und unvergleichlichen, den hochverehrten Herrn Professor S. Sulzer herrschenden Gesinnung — Folgendes beschlossen: ״Wir erachten es für unsere Pflicht, dem Compositeur des ״Schir Zion", dem hochverdienten Manne, welcher durch 50 Jahre treue Wacht und Hut über den heiligen Gottesdienst in der Synagoge gehalten, in Würdigung seiner vielen und großen Verdienste unsere herzlichsten Dankesgefühle hiemit auszudrücken. Wir geloben es, diese heilige Musik nicht nur unserem Gedächtnisse einzuprägen, sondern dieselbe auch der Nachwelt zu überliefern. In Demuth erflehen wir Gottes Segen auf Ihr Haupt. Möge die allmächtige Vorsehung Sie ferner beschützen und schirmen!" I. Stümper, Präsident. M. Marko, Vicepräsident. Rev. H. Davidsohn, Pastor. Der Jugendgottesdienst. Am verflossenen Samstag den 18. d. M. hat der Jugend gottesdienst der Schüler und Schülerinnen der Volks- und Bürgerschulen in den Synagogen Wiens begonnen. Die Einführung dieser Reform haben wi

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