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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-01-31 · Heft 5 (31.1.1882) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 5 (31.1.1882)
Date
1882-01-31
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 Ideen erschüttert war, deshalb gesellte sich die Stimme des Gesanges zu dem nur, in alltäglichen Reden gehörten Worte und Poesie und Musik traten vereint und gewaltig an das Licht. Hriginar-Gorrefponöenzen. Kremnitz. (Orig.-Corr.) In der Frage, ob ein Cantorenverein oder eine Cantorenschule oder Beide zugleich gegründet werden sollen, stimme ich für den Cantorenverein, damit mir aber nicht Egoismus und Mangel an Gemeinsinn zugemuthet werde, erlaube ich mir meine Ansicht zu motiviren: 1. Finde ich es ganz logisch und consequent, daß schon aus dem Grunde, da die ״Oesterr.-ungar. Cantorenzeimng", was auch aus ihrem Motto zu ersehen ist, eine sociale Tendenz verfolgt und die Aufgabe hat, die Interessen der Cantoren zu vertreten, im Sinne der im Leitartikel dieses gesch. Blattes Nr. 3 zum Ausdruck gebrachten Anschauung, daß Journal und Verein als ein einziges, unzertrennliches Ganzes zu betrachten sei, folgerichtig auch der zu gründende Fond nur zü einem socialen Zwecke verwendet werde und nur den an dem Fonde Betheiligten, resp. Denen, die mit-der Zeit in die Lage versetzt werden, dessen Hilfe beanspruchen zu müssen, zu Gute komme. 2. Wenn ich die Bedeutung des Wortes richtig aufgefaßt, so ist die Cantorenschule eine Anstalt, in welcher Jünglinge, welche die nöthige Vorbereitung haben, zu Cantoren herangebildet werden können. Unstreitig macht sich das Bedürfniß einer solchen Anstalt täglich mehr fühlbar, aber nach meiner Ansicht wäre dieses die Aufgabe der gefammten Israeliten Oesterreich-Ungarns, resp. aller Gemeinden der Monarchie, eine solche in's Leben zu rufen, da diese es doch sind, welche Cantoren, und zwar7 wenn sie einen geregelten, zeitgemäßen Gottesdienst wünschen, ordentlich ausgcbildete, die nöthige Schule absolvirte Cantoren haben müssen und mit der Zeit, ob früher oder später werden sie auch zu dieser Einsicht gelangen-. Nicht aber an uns ist es, eine Cantorenschule zu gründen, ebensowenig als die Rabbiner eine Veranlassung gefunden, eine Rabbinerbildungsanstalt zu errichten, und sehe ich über- Haupt nicht ein, warum, wenn schon aus irgend einem mir unerklärlichen Grunde gerade die Cantoren dazu berufen sind, für die kommende Generation fachkundige Cantoren heranbilden zu lassen, sie diese Ausbildung aus eigenen Mitteln bestreiten sollen. Doch vielleicht nicht aus Pietät? — Oder sollen wir etwa bei der Gründung einer solchen Schule die Ausbildung unserer Kinder vor Augen haben? Wenn dieses der Zweck sein soll, so können diese so gut auch ein anderes Brodstudium wählen oder Kaufleute, Handwerker u. f. w. werden und können eben so glücklich und vielleicht noch glücklicher als im Cantorenstande sein. Und wenn hie und da bei Einzelnen ein besonderes Talent wahrgenommen wird> und wieder bei Anderen eine besondere Vorliebe zu dem Berufe vorherrscht, so können diese immerhin wie so viele Andere bis nun, auch den höchsten Grad der Ausbildung selbst ohne Cantorenschule erreichen. Zugestanden, daß sich auch manche junge, bereits fungirende Cantoren finden würden, welche eine solche Anstalt zu ihrer weiteren Ausbildung benützen würden, so bilden diese nur einen verschwindend kleinen Theil, ein sehr geringes Percent der Gesammtzahl der Cantoren'und überhaupt ein Umstand, der wieder nur den Gemeinden und nicht dem Stande Vortheil bietet und ist darum noch keine Dringlichkeit vorhanden, eine solche Anstalt ans eigener Initiative zu errichten und dieses um so weniger aus Mitteln, welche dienstunfähigen oder sonst stellenlosen verunglückten Collegen oder dem Elende preisgegebene Witwen und Waisen solcher zugute kommen könnten. 3. Die Verbindung Beider zugleich, d. i. des Cantoren- Vereines und der Cantorenschule, finde ich, abgesehen der oben angeführten Einwendungen gegen Letztere, noch für den Anfang sehr risquant, da durch die Zersplitterung des voraussichtlich nicht allzu großen Fondes, aus demselben nach keiner der beiden Richtungen genügende materielle Hilfsmittel zufließen würden, und in diesem Falle Gefährdung, eventuell das Scheitern der guten Sache erfolgen könnte. Das Resumö des Gesagten ist, daß, nachdem ich überzeugt bin, daß vorläufig nur in der Gründung des Cantoren- Vereines, der unter Anderen auch Das zum Zwecke haben soll, den an denselben gegen Erlag einer gewissen, in den auszuarbeitenden Statuten zu bestimmenden, jährlichen Prämie Betheiligten zur Zeit der Dienstunfähigkeit, resp. den Witwen und Waisen solcher Art an dem Vereine betheiligten Cantoren eine entsprechende Unterstützung in Aussicht zu stellen, das Heil der Cantoren zu sichern und zu finden sei, ich mich auch nur einem solchen Vereine anschließen kann. In jedem Falle aber werde ich stets bestrebt sein, die ״Oesterr.-ungar. Cantoren- Zeitung" nach Kräften zu unterstützen. Moriz Blitz, Cantor und Religionslehrer. Hör» ic. (Orig.-Corr.) Wollte ich das geflügelte Wort eines gefeierten Schriftstellers gebrauchen, um meinen Zeilen ein besonderes Relief zu verleihen, so müßte ich diesen meinen Aufsatz mit den Worten ״Nach der Fluth" überschreiben, da derselbe den Zweck hat, daran zu erinnern, daß, nachdem die Fluth der Zustimmungsadressen sich verlaufen, es endlich an der Zeit sei, ernstlich daran zu gehen, den ersten Grundstein zu legen, auf dem dann rüstig, ununterbrochen, wenn auch mühevoll und mit kleinen Bausteinen fortgebaur werden müßte Was in erster Linie Noth thut, ist ein Mann, dessen Name und Stellung die Gewähr enthält, daß sein Wort überall Gehör findet und die Wirkung auf die Gemüther nicht verfehlt; ein von einem solchen Manne gezeichneter Aufruf an alle Gemeinden Oesterreich-Ungarns mit der Bitte, sich an der Gründung eines Cantorenpensionsfondes zu betheiligen, dürfte es bald dahin bringen, daß ein solcher Fond, wenn auch Anfangs im kleineren Maßstabe, realisirt werde, da bei einer Gründungsspende von-10 fl. per Gemeinde schon ein erstes Gründungscapital bald einfließen würde. Wiederholen muß ich jedoch, daß Alles darauf ankömmt, daß eine Capacität von Weltruf und von dem Einflüsse unseres Nestors Sulz er den Grundstein lege und rasch für uns, die wir ja Alle zumeist seine Jünger sind, in die Schranken trete Wir sind sanguinisch genug, zu hoffen und zu erwarten, daß, was den eben nicht sehr zahlreichen israelitischen Lehrern Böhmens gelungen, auch uns Cantoren Oesterreich-Ungarns gelingen dürfte, wenn wir uns nicht scheuen, eine jüdische Capacität ersten Ranges, sowie jüdische Körperschaften vom besten Klange mit unserer Bitte anzugehen, daß sie unsere Sache unter ihre Fittige nehmen und mit ihrem Schilde decken. .א ן חב! ש מתיר עצמו מבית אסורים Besteht nur einmal unser Pensionsfond, wenn auch nur vorerst als Embryo, wird auch jeder Cantor seine Ehre darein setzen, *

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