Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-01-15 · Heft 3 (15.1.1882) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 3 (15.1.1882)
Date
1882-01-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/1304829-3452870-3452872--0023-3454017
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2 M 11• K \t ג ein bereits geschaffen wäre, unser Journal das correspoudirende Mittel zwischen Verein und Mitglied bilde. Wir betrachten die״Oest.-ung. Cantoren-Zeitung"und den gegründeten Cantorenverein als ein einiges unzertrennliches Ganzes. Doch kaum, daß wir den ersten Impuls gegeben, kaum daß die Gründer der״Oest. - ung. C antoren - Zeitung" ihrer Ueberzeugung Ausdruck gaben, nur durch die Bildung eines C a nt o r e n-V ereines können einzig und allein all die unserem Stande anhaftenden Mängel und Uebelstände beseitiget werden, könne der Cantorenstand gehoben werden, da jubelten sie Alle, Alle aus Fern und Nah, uns fteudigen Herzens zu — und Alle legten, vertrauend auf uns und unser bestes Wollen, ihre Vertretung in unsere Hände. Und so wollen denn die Gründer der ״Oest.-ung. Cantoren-Zeitung", ausgerüstet mit dem Mandat der öst.- ung. Cantoren getreulich für die Interessen ihrer Collegen einstehen, wollen den gewordenen Intentionen stricte Nachkommen, wollen einen Verein für Cantoren ins Leben rufen. Was von der Nothwendigkeit geboten wird, muß schnell und rasch ansgetragen werden, soll es nutzbriugend sein, und so haben wir denn auch in diesem Sinne gehandelt, nicht gezögert. Und heute sind wir in der angenehmen Lage, ein herzliches, frohes ״G l ü ck a uf" unseren Collegen aus Nah und Fern zuzurufen.- Der erste Spaten st ich geschah! Die Vorarbeiten für den Bau haben begonnen, und wenn uns nicht von Collegen selbst Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden, so soll derselbe rasch zu Ende gefiihrt sein. Die Gründer der ״O e st. - u n g. C a n t o r e n- Zeitung" beriefen als Gründer des Cantoren-Vereines nach vorausgegangener Conferenz mit Herrn Professo r S u l z e r, sämmtliche Cantoren Wiens Zu einer Vorbesprechung, welche auch Mittwoch, den 11. d. M. in der Wohnung des Professors Sulzer stattsand. Herr Obercantor Jacob Bauer, der Eigenthümer unseres Blattes, begrüßte die Versammlung in kürzen, Herzlichen Worten, indem er derselben den Zweck niittheilte, weshalb er die Versammlung einberufen. nämlich einzig allein um ein C o m i t e zu bilden und die p r o v. S t a t uten für den Verein aufzustellen und zu berathen. Schließlich beantragte er die Wahl Professor's Sülzer's zum Ehrenpräses des Vereines, welche auch mit Akklamation angenommen wurde. Herr Professor Sulzer dankte und hielt folgende Ansprache: ״Ich begrüße Sie Alle, meine Herren, aus vollem Herzen. Ich begrüße Sie Alle, die Diener des Herrn Hoaudim bewes adonai baldos, ob es Nacht oder hell und klar ist, die Sie sich unverdrossen daztt bestimmt haben, den Dienst Gottes zu verrichten, wenn man Ihnen auch nicht mit solcher Anerkennung entgegenkommt, die sie zu fordern sich für berechtigt halten. Sie sind und bleiben Die treuen Diener im Hause Gottes-al-ba16103. Nochmals begrüße ich Sie aus vollstem Herzen. — Daß unsere erste Zusammenkunft zur Besprechung, alles dessen, was wir wollen und sollen, noch in meinem Beisein, in meiner Wohnung stattfindet, bewegt mein Herz gar tief (in sehr gerührtem Ton.) und ich knüpfe daran die Hoffnung daß bei klarer Erkenntniß und' hingebendem Eifer das Resultat unserer Besprechungen von glücklichstem Erfolge sein werde. Im Namen Gottes gehen wir arüs Werk. (Lebhaftes Bravorufen und Applaus.) Ein erfreuliches und glückverheißendes Zeichen ist es. für den von uns zu gründenden Verein,. daß alle unsere Collegen in Wien sich für unsere Idee derart üegeisterten, daß sie sogar weit mehr noch wollen und beantragten, als wir. Die Gründer der ״Oest.-ung. Cantoren-Zeitung", wollen nämlich, unterstützt durch das Vertrauen und das Wollen so vieler Hunderte ihrer Collegen in der Provinz, einen C a n t o r e n-V e r e i n gründen, dessen Zweck einzig und allein darin bestehen soll, den Stand der Cantoren zu heben, zu schützen, eine Pensionskasse für alte, nicht mehr dienstfähige Cantoren und für deren Witwen und Waisen zu gründen. Dies ist das Ziel das leuchtend uns vor Augen steht, dem wir Zustreben wollen, unter allen Bedingungen, von welchem wir nicht Haarbreit abweichen werden, was auch geschehen sollte. Einige der Herren Coinite-Mitglieder waren in ihrem übergroßen Eifer für die Wichtigkeit der Sache sogar der Ansicht, es müsse auch eine C a n t o r e n-S ch u l s geschaffen werden, nebst dem gegründeten Cantoren-Vereine, oder eigentlich sei selbe ein integrirender Bestandtheil desselben, ie wollten eben schaffen — schaffen, vergaßen aber dabei, daß erst der Verein selbst gegründet sein müsse. Wir sind nicht derselben Meinung, da unseres Dafürhaltens, wenn sich überhaupt das Bedürfnis für eine Cantorenschule kundgibt, was jedenfalls Gegenstand einer Berathung in späterer Zeit sein könnte, erst der Verein fest und stark bestehen müßte, der C a n t o r e n - V e r e i n, den wir erst für die jetzt existirenden Cantoren, deren Frauen und Kinder, mit Hilfe Gottes und unserer Collegen und Freunde gründen werden. Nächstens werden wir noch a u s f ü h rl i ch er dar a n f z u r ü ck k o m m en, heuteabe r stellen wir a 1t alle unsere Collegen der ganzen Monarchie die Bitte, d i e s e lben m ö g e n, um eine Einhelligkeit zu erzielen, gleich nach Erhalt des Blatt e s, uns mittelst Correfpondenzkarte a n z e i g e n, ob sie für die Mikdung eines Kantoren - Vereines sind, für die B i I b ung einer P e n s i o n s k a s s a in e r st e r L i n i e, oder für eine GanLoren-Schuke. Es ist dringend n o t h w e n d i g u n d äußerst wichtig, daß sich diese Erklärungen unse- ,rer Collegen in wenigen Tagen schon in unseren Händen befinden, darum möge auch mit selben nicht gezögert werden. Iie Schäden in der SLeüung des jüdischen tzantors. Wir mäßen es mit wahrhafter Genugthuung begrüßen, daß innerhalb des jüngsten Trienniums für uns Cantoren eine Erscheinung zu Tage tritt, welche für die Fortentwickelung unserer amtlichen Thätigkeit als auch für die Hebung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.