Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1882)
- Date
- 1882-01-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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s Ich habe diese Angelegenheit in der Vorrede zum K o l R i n n a h und T ' sillah deutlich genug in solgenden Sätzen zum Ausdruck gebracht: ״Ich weißsehr wohl, daß die Lösung dieser Ausgabe durch vielfache Hindernisse erschwert wird. Unsere Vorbeter befinden sich oft in einen. Conslikt mit den Gemeinden, Rabbinern, Predigern und in Folge dessen — mit sich selbst. Die Rabbiner haben vermöge ihres Berufes, ihrer Stellung, einen bestimmenden und oft entscheidenden Einfluß auf. die Gestaltung des öffentlichen Gottesdienstes. Es tritt aber auch hier. die nicht seltene Erscheinung zu Tage, daß diejenigen, welche den Cultns zu ordnen, zu beaufsichtigen, gleichsam zu leiten haben, von den musikalischen. Th eil desselben nur geringe, zumeist gar keine Kenntniffe besitzen. Die Urtheile, Aeußernngen und Wünsche von dieser Seite, her, sind oft so wunderlicher Art,, daß es . fast unbegreislich. erscheint, wie Männer von Berus und Verdiensten sich nicht bescheiden können, die Bebauung und Bearbeitung -eines Feldes, welches nicht minder Streben, Befähigung und sachgemäße Ausbildung fordert, denjenigen zu überlassen, welche dieser Arbeit ein ganzes Leben gewidmet haben" u. s. w. Es scheint mir doch nicht unmöglich, daß die Herren Rabbiner das nach und nach einsehen werden und ich glaube, daß beide Fachblätter, der ״jüdische Cantor" nnd die ״Cantoren-Zeitung" die Pflicht haben, die subordinirte Stellung des Cantors zu einer coordnnrten zu erheben. Ich stelle Ihnen anheim, von diesen Zeilen einen beliebigen Gebrauch für Ihre Zeitung ^zu machen. Nur Muth, nur Muth, dann wird es schon gelingen. Mit vorzüglicher Hochachtung und Ergebenheit L. Lewandowski. Seine des Herrn L. L e w a n d o w s k y kgl. Musikdirektor Wohlgeboren Berlin, Wir sehen uns angenehm veranlaßt, Ihnen, sehr geehrter Herr, für das uns so schmeichelhaft gewordene Schreiben in welchem Sie in besonderer Liebenswürdigkeit unser Unternehmen begrüßet., unseren Dank auszusprechen. Wenn gleich es keine geringe Aufgabe ist, die wir uns durch Gründung des Blattes stellten, so gehen wir dessenungeachtet ohne Zagen an die Ausführung desselben und werden jederzeit Ihre Worte beherzigen, die Sie uns freundlichst zurufen, Muth —' nur Muth. Indem wir der Hoffnung Raum geben, daß Sie dieses unser Unternehmen auch fernerhin mit Ihrem so ausgegezeichneten Rath unterstützen werden, zeichnen wir mit besonderer Hochachtung Die Redaktion. למען אחי ורעי אדבוה נא שלום בך. למק בית ה׳ אלהינו אבקשה טוב לך. Mit Freuden begrüße ich das Erscheinen eines Fachblattes in unserem Vaterlande, wo es noch so vieles für den schwankenden Stand der Cantoren auszusechten gibt. War doch der Cantvr bis heute das Prototyp seines von allen Seiten gehetzten Volkes, das stets fertig, mit dem Wanderstabe in der Hand von einem Orte in den andern gejagt wurde. Setzen wir volles Vertrauen in dieses neue Unternehmen und in die. verehrten Leiter desselben uud hoffen wir, daß es diesem Fachorgane mit seinen heilvollen Bestrebungen gelingen wird, unserer Stellung nach Außen hin die gebührende Anerkennung zu verschaffen und uns zn einen wahren Bruderbünde voll der herzlichen Collegialität und Liebe zu vereinen. Mit herzlichem Gruße ״צלח ורבב על הבר אמת״ G r. Kanischa, 1׳. Jänner 1882. G o l d m a n n. Agram, 3. Jänner 1882. Hochgeehrtester Herr! Mit wahrem Interesse habe ich Ihre hierhergesandte und mir zugekommene Zeitschrift gelesen. Schon lange war das Bedürfnis vorhanden, ein Organ zu schaffen, welches es sich zur Aufgabe macht, die Verbesserung der socialm und materiellen Lage der Cantoren herbeizusühren. Leider liegen unsere Zustände noch lies im Argen, und ist unsere Stellung von der Willkiihr eines jeden Einzelnen abhängig. Es ist'Iraurig, daß die Mißgunst eines vermeintlichen Machthabers über uns das Demoklesschwert der Ent, laffung verhängen kann, und nachdem man geglaubt, eine sichere Existenz^ sich verschafft zu haben,, mau wieder den Wanderstab in Bie^Hand gedrückt erhält, um wieder von Neuem zu beginnen. ' Wohl giebt es löbliche Ausnahmen, aber nur Ausnahmen, — die große Mehrzahl nimmr eine prekäre Stellung ellft*amd ist wahrlich die Situation oer Cantoren keine benädenswerthe. i Viel Gemeinnütziges kann erzielt werden, wenn uns Alle .ein Band umfaßt, wenn die österr.-nngar. Cantoren zusammentreten, einen Verein bilden und ihre Interessen wacker und *mannhaft vertheidigen und verfechten. Und so rufe ich Ihnen aus vollem Herzen ein צלה ורבב zu, und möge es Ihnen, geehrtester Herr, gelingen, das vorgesteckte Ziel zum Nutzen und Frommen vieler bedrängter Existenzen zu erreichen. Mit brüderlichem Gruße ergebenster Jakob Großkops, Eantor. K o m o r n , 1. Jänner 1682. Geehrter Herr Redakteur ' Ihnen den Besitz der Nr. 1 Ihres geschätzten Blattes höflichst anzeigend, kann ich gelegentlich nicht unerwähnt lassen, welche lebhafte Freude ich empfand bei der Kenntnißnähme Ihres Entwurfes zur Bildung eines ״Cantoren-Vereines". Woran ich im Stillen gedacht habe, regen Sie jetzt durch Ihr geschätztes Blatt an, welches, wie ich hoffe, des lebhaftesten Interesses sich zu erfreuen haben wird, denn wer könnte gegen dasselbe gleichgültig sein, da es allen Herren Eollegen ein Projekt bringt, welches nicht nur würdige Anerkennung verdient, sondern jeder Einzelne, wie ich voraussetze, wird dahin wirken, die Bildung des Vereines zu beschleunigen und nach Kräften beizutragen, um denselben aus unerschütterlichem Boden zu gründen, denn es ist ja schon an der Zeit, daß die Cantoren nicht so viel herumnomadisiren