Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 1 (30.12.1881)
- Date
- 1881-12-30
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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! /. m ....*3$—SS. jfe». Men. — o'eter des Toleranz-Ediktes. Laut Beschluß des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, sindet am Samstag den 31. d. in den Leiden Bethäusern, Stadt, Seitenstettengasse und Leopoldstadt, Tempelgasse, anläßlich des durch den unvergesslichen Kaiser Joseph II. vor hundert Jahren erlassenen Toleranz-Ediktes, feierlicher Gottesdienst mit Predigt statt. Merkemmttgsfchreröen. Die traurige Katastrophe des Ringthsacerbrandss, welche unerbittlich fast an die Tausend Menschenleben forderte, — Menschenleben mit wenigen Ausnahmen noch alle in der ersten Blüte ihres Daseins stehend, ist eines jener düsteren unheimlichen Ereignisse, welche sich mit betäubender Gewalt, mit eherner Schrift eintragen in das Jahrbuch der Chronik für alte Zeiten, alle Länder, alle Völker. Die Zahl unserer Glaubensgenossen, welche durch dieses Schreckensereigniß umgekommen, ist groß, fürchterlich groß, — und ein gar ergreifendes Bild war es an jenem Trauertage der Leichenbestattung am CenLrat-Friedhose. — Dieses Massenbegräbniß erforderte aber riesige Anstrengungen der Funktionäre der israelitischen Cultus-Gemeinde. Mit Befriedigung müssen wir nun konstatiren, daß die Herren Prediger Dr. I e l l r n e k und Dr. G ü d e m a n n, sowie die Oberkantoren Singer und G o l d st e i n, die Can- Loren Fischer, Blatt und Schiller in Ansehung ihrer äußerst mühevollen, zugleich aber auch anstrengenden Funktionirung bei dieser großen Todtenseier mit sehr schmeichelhaften Schreiben der israelititschen Cnltusgemeinde in Wien, ääto. 18. Dezember 1881. in hervorragendster Weise ausgezeichnet wurde. rathsn ist, so verdient doch der Wein den Vorzug vor allen anderen Getränken. Wenigstens ist bemerkt worden, daß Weinländer, obgleich in diesen auch noch viele andere Verhältnisse, vorzüglich der im Süden so sehr vorherrschende Kunstsinn und die Liebe zur Thonkunft insbesondere sich vereinigen, um schöne Stimmen zu erzeugen, verhältnißmäßig reicher sind an schönen kräftigen und klangreichen Stimmen. Die vorgefaßte Meinung, als sei der Genuß des Bieres, namentlich den Baßisten zuträglich, ist eine durchaus irrige, indem dasselbe nachtheilig ans den Wohllaut der Stimme einwirkt. Wenn dasselbe auch in seltenen Fällen der Stimme Kraft und Tiefe verschaffen sollte, so werden in weil mehr Fällen die Stimmen dadurch rauh, unsicher und unrein gemacht. Ein solch künstlich tiefer Baß wird gemeiniglich als Bierbaß bezeichnet. Tenoristen werden in kurzer Zeit ihrer Höhe verlustig. Für die Frauenstimmen insbesondere und für deren allgemeine Gesundheit überhaupt ist unzuträglich: der über״ mäßige Genuß des Thee und Kaffe. Beide kommen, sobald sie zu häufig, namentlich in zu großer Menge und zu wasserig genossen werden, in einer gewissen erschlaffenden und schwächenden Wirkung überein, welche sich hauptsächlich in den Nerven und der Blutverbreitnng ausspricht. Mit einem geschwächten Zustande dieser letzteren aber können sich dre schönsten Eigenschaften der Stimme, Kräftigkeit und Frische, unmöglich verbinden: abgesehen davon, daß diese beiden Getränke ihre nachtheiligen Wirkungen auch anderweitig offenbaren. Dr. G. Kleine Zeitung. Unser College, Herr ׳David F r e i s iug e rHwurde in der israelitischen Gemeinde in Wottitz in Böhmen als Oberkantor acceptirt und tritt mit 1. Jänner 1832 seine neue Stelle an. — (Wir grarnliren der Gemeinde Wottitz zu dieser Akquisition. Die Redaktion.) Telegramme. A u e- Ä a r ן ch a 1t. Vom 27. tclegmpljirr man : Gestern hat ijiev eine Iudenheizc stattgesunden, bei der mehrere Lchänken beraubt und Fenster eingeschlagen wnrven; das Militär musste die Ruhe Herstellen. Anlaß;u dieser Hetze gab, daß in Folge eines falschen, angeblich von einem beim Taschendiebstahle betretenen Inden ansgestossenen Feuerlärms gegen 20 Personen beim Verlassen der Liren;-Kirche erdrückt und Biele schwer verletzt wnrden. Irätrsche Kegeln für Sänger. Wir erhalten im Nachstehenden einen kleinen Beitrag über das oft und vielfältig besprochene Thema des diätischen Verhaltens für Sänger von einer in dieser Richtung hervorragenden Spezialität auf ärztlichem Gebiete. Frisches Obst, in Verbindung mit etwas Brot, vor dem Singen genossen, verleiht der Stimme Reinheit und Frische. Nachtheilig für die Stimme sind: die fetten, geräucherten, gesalzenen und unverdaulichen Speisen, ^namentlich sehr settes Fleisch und alle schweren Mehlspeisen. Bei nasser Külte und besonders bei jähem Uebergange aus einem Extrem der Temperatur in das andere ist zu empfehlen: eine Tasse Thee, noch besser ein Glas Punsch oder-warmer Wein. Wenngleich es wenig Getränke gibt, die bei mäßigem Genüße nachtheiligAuf dje Stimme einwirken und nur das Aebermaß namentlich bei reizenden und spirituösen zu wider- Offener Sprechsaal für Alle. Geehrter Herr Redakteur! Ihr w. Schreiben habe ich erhalten, und mit vielem Vergnügen daraus ersehen, daß endlich einmal Etwas für unsere minder gut firuirteu Eoilegen geschehen soll, daß endsich einmal daran gedacht wird eine Einigkeit unter den Eantoren anzustreben und durch ins L.-ben rufen eines Organes für Eamoren gleichzeitig auch der erste Schritt geschehen sei, -H, >.׳. r B i:.l!׳ u,tt g e i n e 2 E an r o r e n- Vereines ■ü־: sie österreichische Monarchie. Wollen 2 0: überzeugt sein, daß mich Ihr Schreiben, in welchem Sie nur Ihr Projekt miu ׳eilte״, eine Lebhafte Freude bereitete, und w.-rde ich nt-cl); tii üie:2 .י bl uernehmen in jeder Beziehung interesuren, nno H\v dasselbe in einer bestmöglichen Weise wirken. Mir aller Hochachtung ׳ I. Holdstem, 2ber-Ca!uor der Israelin Cnüul--Geme>nse - in der?eopotdiladi.