Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 1 (30.12.1881)
- Date
- 1881-12-30
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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t i g eine Derartig prekäre, — eine d e ra rtig u n s i ch e r e, von der Willkür jedes Einzelnen in der G c.m cinbc abhängige fei, d aß er thatsächlich von Tag zu Tag für seine und seiner Familie Existenz e r n st l i ch besorg! sein nt u ß, — denn ein Machtausspruch dies oder jenes Vorstehers oder angesehenen Mitgliedes der Gemeinde ist oft hinreichend, ihn brodlos zu machen. Und den n och sollte u n d m ü ß t c de r j ü d. E a n t o r als einer der er st e tt E u l-! t u S 6 e a 11t t c 1t seine r G e m ctn.de, — ei n c u { dieser h e r v o r r a g c n d c 11 Stellung g emast w n r d i g e r e n R a n g e i n n e h m e 11, a l s es thursächlich der Fall ist. Dieses anzustrcben soll unsere erste Aufgabe sein. Ist ein solches Ate 1 errcichbar i G ewist! Ein einiges Zusammengehen unserer Herren Eollegen wird dies erreichen. Wir wollen in Bälde eine Versammlung der Cantoren ausschreiben, damit jener oben angeführte Passus in reise Erwägung gezogen, sowie auch noch andere unseren Stande anhaftende schwer schädigende Uebelstände zur Sprache kommen und in Berathung gezogen werden. Wir glauben und hoffen, daß sich unsere Herren College» alle an dieser hochwichtigen Berathung b״theiligen werden, wenigstens in der Weise, daß sie uns -ihre Meinungen •׳rrb Ansicküen schriftlich mittheilen, die wir dann in diesem Blatte veröstentlichen und dadurch fettem Ziele näher ru-,.n, welches uns als Endzweck unserer Bestrebung vorschwebt. Haben wir endlich dieses Ziel erreicht dann können wir wieder einmal ruhig ausathmen, — getrost in die Zukunst schauen. Wissen wir ja doch dann, daß wir endlich einmal unangetastet in dem von uns erworbenen Heint weilen können, und nicht einstens der trattrigcn Eventualität ansgesetzt sind, נע ונד den Wanderstab zu ergreifen und mit unseren Thenren ein Nomadenleben führen zu müssen. Diese beruhigende Gewtstheit sind wir zu fordern bercchtigi. Berechtigt in dem die Getncinde bei Anstellung eines Eantors wohlweislich prüft, ob ihr Eandidar alle jene ethischen, musikalischen und sonstigen Qualisicationen besitzt, die ein ans der Höhe der Zeit stehender jüd. Cantor sich angeeignet haben must, oder bei eventuellem Mangel dieser Befähigung sich dieselbe oftmals mit dem Auswande aller erdenklichen Mittel nachträglich erwerben muß. Eine erschöpfende Klarlegung aller hieraus bezüglichen Gedanken würde den Rannt dieser ersten Nummer überschreiten. Wir haben zu Beginn dieses die Frage an uns selbst gestellt:״Was wir wollen?" Wir können diese Frage nicht im Einzelnen beantwarten, unsere Herren Eollegen werden es aus unserem Wirken ersehen. Außer der angedeuteten Verbesserung und Hebung 1t nseres Standes, wollen wir auch noch eine Ausgäbe zur Lösung bringen, deren Erfolg einen' schmerzlichen dunklen Punkt unseres Lebens beseitigen soll: Das Wohlergehen unserer Familie! Mit dem Begründen eines Eantor-Vereines werden uns die Mittel geboten werden, auch eine Versorgungs- Eassa für dienstunfähige Eollegen, eventuell der Witwen und Waisen zu schassen. Und daß wir Alle, — Alle uns daran beteiligen ist wohl zweifellos, — handelt es sich ja dabet um das Geschick jedes Einzelnen. Wir rechnen mit Zuversicht darauf, daß besonders die Cantoren der kleineren Gemeinden, — als die Bedrängtesten von uns, unserem Mahnrufe Folge leisten, und sich diesem bald in's Leben tretenden Eautoren-Vercin fest anschließen werden. Dies d i e T e n d e n z n n i e r e s Bl a t t e s. Was wir hier versprechen, tvollen wir auch getreulich halten, und um dies zu können haben uns die hervorragendsien Eollegen in Würdigung des ernsten Strebens mit wetchem wir zur Ersülluug unserer Ausgabe, deren Größe wir uns im vollsten Maße bewußt sind, ihre Mitwirkung srenndlichst zugesngt, das Unternehmen weitgehendst zu unterstützen. Die ״O e st.-u n g. E a 1t t 0 x c u-Z eitung" soll in der Wohnung keines unserer Eollegen fehlen, — sie soll die Eentralstimme sein, — die Vereint gang all der Met nungen, der Gutachten jedes einzelnen Eantoren und wir hoffen mit Zuversicht, daß unsere Eollegen im Interesse des Unternekmcns, nackt Kräften biefür thätin sein werden. Wir bitten daher unsere Herren Eollegen mch; ober-! slächlich zu sein, — dieses Unternehmen nicht etwa für ein ^-beliebiges Zeituttgsnuternehmen anzujehen, welches darauf ausgeht einzig und allein Nutzen zu ziehen: — unsere Worte mögen reiflich erwogen und beherziget werden, in der ״D e st.-u n g. C a n t o r e n-Z c i tu 1! g" liegt zugleich die Lösung ׳unserer Exisiettzsrage, — i c Z ukunst u 1t ן e r e r F r a u e n, u tt sere r K i nd e r. — — — Um für unsere Eollegen auch nutzbringend zu wirken, werden nnr• int Inseratentheile jederzeit vakante Stellen oc. pnbltziren, welche uns, nachdem wir uns mit den verschtedenen Gemeinden in׳s Einvernehmett gesetzt, jederzeit zugesendet werden. Was wir bringen — unsere geehrten Eollegen und Freunde mögen cs aus vorliegender Nummer selbst entnehmen, nur wollen wir noch betonen, daß wir dem Fentl-! leton unsere ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet haben, | daß auch für die Unterhaltung bestens gesorgt sei.! Was ich Euch biete ׳? Es schwimmt noch leuchtend im Strome der Zeiten, Aber die Zeiten finb trüb, und es enteilet der Strom. FreundeErlcnnct das Nisi und steuert behutsam den Nachen, Denn er ist leck schon. Er sinkt, wenn ihm die Brandung erreicht. v.