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Die Welt · 1901-07-05 · 27 (5.7.1901) · p. 5

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
27 (5.7.1901)
Article
Die vierte Jahresversammlung der amerikanischen Zionisten
Date
1901-07-05
Page
5 (sequence 3)
Language
German
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-'Nr. 27 „Die # Welt46 Seite 5 alle erwarten grosse Thaten von Ihnen und wir sind dessen sicher, class Sie uns nicht enttäuschen werden." Beide Briefe wurden von der Versammlung mit minutenlangem stürmischen Beifall aufgenommen. Nachdem sich dieser gelegt, nimmt Mr. Moes Klein, der Referent des Literatur- Comites, das Wort, um der Versammlung in einer ausgezeichneten Rede Vorschläge zur Verbreitung der hebräischen Literatur, zur Kindeierziehung in nationalem Geiste usw. zu unterbreiten. Seine sehr beachtenswerten 'Vorschläge wurden einem Special-Comite zugewiesen. Rev. Stephen S. W i s e aus P o r 11 a n d , Oregon, schlägt hierauf der Versammlung vor, folgendes Begrüssungstelegrainin an Dr. Herzl abzusenden: „Die vierte Jahresversammlung der amerikanischen Zionisten sendet den verehrten Führern Grüsse und gibt aufs neue ihrer Treue zur grossen Sache des Zionismus Ausdruck". Dieser Antrag gelangt einstimmig und unter grosser Begeisterung zur Annahme, worauf die Versammlung sich bis Nachmittag vertagt. Nachmittags- Sitzung. Die Nachmittagssitzung wurde durch die Verlesung der aus allen Theilen des Landes eingelaufenenBegrüssungstelegramine eingeleitet. Darauf wird vom Delegierten Gabriel H. Mayer rais P h i 1 a d e 1 p h i a ein Resolutionsantrag eingebracht, dahingehend, dass 1. nur Actionäre des „Jewish Colonial Trust" als Funetionüre der „Föderation", sowie als Delegierte zu den Jahresversammlungen und Cougressen wahlberechtigt sein sollen; 2. dass alle amerikanischen Congress-Delegierten von dem Jahreseon vente der „Federation of American Zionits" bestätigt werden müssen* und 3., dass die folgenden amerikanischen Jahresversammlungen stets mit einer Ausstellung von Palästina-Producten verbunden seien. lieber diese Anträge entspinnt sich eine äusserst lebhafte Debatte, durch die fast der ganze Theil der Nachmittagssitzung ausgefüllt wird. Schliesslich werden die Anträge 1 und 2 von der Verammlung verworfen, dagegen wird der Antrag 3 zum Beschlüsse erhoben. Es wird ferner beschlossen, ein Comite einzusetzen, das über Mittel und Wege zu berathschlagen hat, wie die Shares der Jüdischen Colonialbank sich am besten in Amerika absetzen liessen. Der Delegierte Rev. Dr. Stephen S. W i s e aus Port- 1 a n d schlägt sodann dem Präsidenten vor, den Rabbiner in Philadelphia Dr. Marcus J a s t r o w einzuladen, eine Ansprache an die Convention zu richten, was geschieht. Der ehrwürdige Rabbiner von Philadelphia und bekannte jüdische Gelehrte Dr. J a s t r o w ergreift nun unter grossem Beifalle das Wort, um die Zionisten aufzufordern, ihren Führern volles Vertrauen entgegenzubringen; denn wenn dieses mangle, sei der Erfolg des Zionismus in Frage gestellt. Der Zionismus sei keineswegs etwas Neues im jüdischen Volke; die Juden, die unter der Führung Moses' aus Egypten auszogen, waren die ersten Zionisten. Auch in Egypten gab es Juden, die die Fleischtöpfe Mizrajims der Freiheit vorzogen. Dennoch wurden die Juden erlöst. Wenn sich die Geschichte daher in unseren Tagen wiederhole, so dürfe das uns keineswegs entmuthigen. In scharfen Worten wendet Dr. J a s t r o w sich hierauf gegen die Unterstellung, dass Zionismus und Vaterlandsliebe sich .-nicht vereinigen liessen. „Der weitaus grösste Theil der amerikaniehen Juden, die sich anlässlich des letztem spanisch-amerikanischen Krieges freiwillig zum Kriegsdienste .meldeten", ruft er aus, „hat den Reihen der Zionisten angehört." Der als Gast anwesende Mr. Clarence J. de Sola, der Präsident der canadischen Zionisten-Fcderation, überbringt der Convention die Grüsse der Zionisten Canadas und berichtet über die grossen Fortschritte, die der Zionismus in der canadischen Dominion gemacht hat. „j . Delegierter Rev. Dr. W i s e schlägt sodann vor, ein Fünfer- Comite einzusetzen, das über die Begründung eines monatlichen .Journals in englischer Sprache und im Jargon Beschlüsse zu fassen und diese noch der Ji^m^gen ^hre^^er^a^nujlung z.ur Gutheissung zu unterbreiten habe.. Nach kurzer Debatte wird der Antrag Dr. W i s e s einstimmig angenommen und folgende Herren werden in das Comite gewählt: Rev. Dr. Wise (Portland), Leon Zolotkoff (Chicago), A. J. Leon (Minneapolis), Gabriel II. Mayer (Philadelphia) und Rev. J. Brodsky (Newark), Nachdem hierauf noch über Antrag des Delegierten M a y e r (Philadelphia) unter grosser Begeisterung einhellig beschlossen wurde, der hebräischen Nationalbibliothek in J e r u s a I e in 50 Dollars aus den Mitteln der Federation zuzuwenden, wurde die Nachmittagssitzuug vom Präsidenten Prof. G o 11 h e i 1 geschlossen. Zweiter T a g. Philadelphia, 17. Juni 1901. In der heutigen Vormittagssitzung, in der Rev. Dr. Wise präsidierte, erstatteten die vom Convente eingesetzten verschiedenen Comites ihre Berichte. Mr. Morris, der Obmann des Finanzcomitos, constatiert, dass die. Cesammteinnahnicn der „Federation" im letzten Verwaltungsjahre 2040 Dollars und 70 Cents betragen hatten, und dass nach Bestreitung aller Auslagen ein üeberschuss von 315 Dollars und 25 Cents in der Federationscasse verbleibt. Der Casscnbericht wird hierauf zur Kenntnis« genommen und der Beschluss gefasst, ihn in allen jüdischen Blättern des Landes zu veröffentlichen. Sodann werden die Wahlen in die Leitung der „Federation" vorgenommen, die folgendes Resultat ergeben: Prof. Richard G o 11 Ii e i 1 , Präsident; Isidore D. M o r r i s o n , Tlonorar-Seeretär; William Morris, Honorar-Schatzmeister. Zu Viee-Präsidenten wurden erwählt: Rev. Dr. Gustav Gott heil (New- York), Rev. Dr. M. Jastrow (Philadelphia), Rev. W. S. Margolis (Boston), Rev. B. Levinthal (Philadelphia), Rev. 11. M a s 1 i a n s k y (New-York), Rev. S. N. D e i n a r d (Chicago), Rev. A. J. Silver (Worcester), Rev. Jos. Sc f f (New-York), L. N. Dembitz (Lousville), Rev. Isidor Meyers (San Francisco) . In das Executiv-Comite wurden gewählt: Dr. B. L. G o rden (Philadelphia), Moses Klein (Philadelphia), Abr. Radin (New-York), Miss Henrietta Szold (Baltimore), Gabr. H, M a y e r (Philadelphia), M. Lande (Boston), Dr. S. Mosess o n (New-York), S. D. Solonio n (Syracuse), S. A b e 1 (Baltimore), M. R o s e n b a u m (Philadelphia), lsaac A 11 e n (New- York) und Mr. Biscoe (New-York). Als Vertreterin der amerikanischen Frauen- und Mädchenvereine auf dem fünften Congresse wurde Frau Prof. G o 11 h c i 1 bestimmt. Ferner wurde beschlossen, auf dem fünften Congrese folgende Herren als amerikanische Vertreter im grossen Aetions-Comite in Vorschlug zu bringen: Prof. Rieh. Gottheil, Rev. Dr. S. Schaff er, Rev. Dr. P e r e i r a, H. M ende s, Leon Zolotkoff und Rev. Dr. Stephen S. W i s e. Das neugewählte Executiv-Comite erhielt sodann den Auftrag, die Collection von Sehekelgeldern auch bei Nichtmitgliederu der „Federation of American Zionists" vorzunehmen. Damit schloss die A ormittagssitzung des zweiten Tages. N a c h m i 11 a g s s i t z u n g des z w e i t e n T a g e s. Die Nachnnt.ti)gssilznng wurde mit einer Discussion über die Jüdische GoloUiabank eingeeitet, als deren Ergebnis der Heschluss anzusehen ist, überall in den Vereinigten Staaten, wo dies möglich ist, Share-Clubs zu organis.eren, die ihren Mitgliedern die Erwerbung van Actien der Colonialbank durch kleine Thcilzahlungcn ermöglichen sollen. Prof. Gott heil stellte der Versammlung sodann Rev. Dr. Bernard D r a c h m a n n vom New-Yorker jüdisch - theologischen Seminare vor, der einen Vortrag ..über die praktischeil Pflichten der amerikanischen Zionisten" hielt. Als solche bezeichnet er 1. die Erweckung und Wachhaltung des jüdischen Zusammengehörigkeitsgefühles, 2. die Pflege der hebräischen Sprache und 3. die Kräftigung der Jüdischen Colonialbank. Nachher nahm Prof. Got theil das Wort, um über die glossangelegte jüdische Eneyklopädie zu sprechen, deren erster Band kürzlich erschienen ist. Dieses Riesenwerk sei für uns Zio- ■•t; i •» .... nisten von ganz besonderem Interesse, Ueber Antrag des Secretärs

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