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Die Welt · 1901-03-29 · 13 (29.3.1901) · p. 7

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
13 (29.3.1901)
Article
Die Verhandlungen des ersten österreichischen Zionistentages
Date
1901-03-29
Page
7 (sequence 6)
Language
German
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Nr. 13 „Die & Welt*8 Seite 7 in diese Körperschaften ist auch Nichtzjonisten zu ermöglichen, um aus ihnen Zionisten zu machen. 13. Die Vereine haben an nationalen Gedenktagen Feste zu veranstalten. - 14. Elm den gese lisch afdiohen Züsammerrschluss zu einem regeren zu gestalten, haben bei passender Gelegenheit gesellige Zusammenkünfte stattzufinden, bei welchen für die zionistische; Idee zu agitieren ist. Bei diesen Anlässen hat sich das zionistische Lied besonderer Pflege zu erfreuen. 15. Wo nur die jiöglichkeit vorhanden ist, sind Ge- ^selhgkeitS" und Sportvereine zu gründen. Diese Vereine haben in ihren Statuten die national-jüdische Tendenz zu bekunden. Besondere Aufmerksamkeit ist der Grün düng von Gesangs- und Turnvereinen zu schenken, weil in diesen einerseits durch die Macht des Gesanges, andererseits durch die Macht der Disöiplin in zionistischen? Sinne erzogen werden kann. 16. Üm ein einheitliches taktisches Vorgehen zu ermöglichen, sollen sämmjliche Vereine, welche sich in einer Stadt oder in einem Bezirke befinden, ein gemeinsames Executiv-Comite bilden, 17. Das Landes-Comite hat eine geeignete Agitation zum Zwecke der Aufklärung der nichtjüdischen Kreise einzuleiten. . ' Resolutionen zu Punkt: Agitation. Resolution I (ß 1 o c h) : In Erwägung, dass öffentliche Volksversammlungen das beste Agitationsmittel sind, und da: solche in vielen Städten — besonders in Westgalizien — aus Mangel, an gewandten Rednern unterlassen werden müssen, wird beantragt, dass das Landes-Gömite" so bald, als möglich für Redner Sorge tragen soll, und mindestens zweimal jährlich einen Redner nach Westgalizieri, behufs Einberufung von Versammlungen sende. Resolution II (D i stri c ts - C o mite Prag) Es wird beschlossen: (\ie Bestellung eines zn honorierenden Wanderredners dnrch das Landes-Comite — die ßeisespesen haben womöglich die Emzelvereine, in welchen der Wänderredner spricht, zu bestreiten. Wo Vereine noch nicht bestehen, zahlt' die Spesen das Landes-, beziehungsweise das Districts-Comite. , Resolution III (Dr. J. G ü n z ig, R a b b i n o w i t z); Zionistische Flugschriften und Broschüren wären als erste Gegenleistung für die an das Districts-Comite gezahlten Beiträge (Parteisteuer) den Einzel vereinen womöglich gratis beizustellen und sollen von diesen auch unentgeltlich vertheilt werden. Resolution IV (Dr. Zweig): - - Das Landes-Comite sorgt dafür, dass die der zionistischen Agitation dienlichen Presserzeugnisse und Verseht^issartikelj sowie ihre Bezugsbedingungen ständig in den zionistischen Parteiblättern angekündigt werden. Resolution V (Löwenstein, Löbl): Es ist. dringend nöthig, dass vom Landes-Comite allmonatlich, zumindest vierteljährlich, sämmtlichen Mitgliedern eine sachliche, statistische Zusammenstellung über den Stand der-gesammten Bewegung zugesendet wird. Resolution VI (Frl. K o lim a n n): Der Zlonistentag fordert das Landes-Comite auf, dahin zu wpkeiu dass die Mädchenun d Frauen vereine1 verhalten wer.d,eik.. .mchtTinnx..*dem,:,3?iiel- und den Abzeichen nach zionistisch "zu "s* m*' vielmehr in allen, ihren Veranstaltungen uud Kundgeb'üngen den zionistischen Charakter deutlich zum Ausdrücke zu bringen; Presse. Ein vorzügliches, gründliches Referat hielt Herr Ob er¬ Ingenieur: La u ., Jfupkte .P«r $ s.,s, e. ^on foespjiderer Wiöhtiglcert wafefiJ"'söne Äüsführungen in Bezug , auf heö-räisc^^üfid ^ügeitfdsctiriffle^ aüf sei che-WerkeV die diev cKenntflis Palästinas ^vermitteln. Ebenso tretfüch Wk&m seihe Vorschläge in Hinsicht auf die periodische zionistische evfteesse^ von, der er fordert, dass sie in Form und Inhalt gleich vorzüglich sei. Delegierter F e i w e 1 ergänzt die Ausführungen des Referenten und schildert die schwierige Situation, in der sich die Redacteure der ^zionistischen Blätter befinden. Ein Hauptfehler der Organisation bestehe darin, dass die Zionisten ihre Pflicht gegenüber ihrer Presse und ihrer Literatur noch nicht erkannt hätten. Einige Wünsche bezüglich der »Welt", deren Redaction unter lebhaften! Beifalle die Anerkennung ausgedrückt wurde, und der „Jüdischen Volksstimme" sind in den nachstehenden ^Resolutionen ausgedrückt. An der Debatte nahmen theil die - Delegierten T a g, R e z e k, Gross, .Braff, Reich und Di% Zweig, welch letzterer besonders warm für die Pflege - der hebräischen S p r a c h e eintrat. : •" * 1. Die Presse ist das wichtigste Machtmittel jeder praktischen Idee. Daher verdient die zionistische Presse : grösstmögliche Förderung jedes Parteigenossen, jeder Partei- Organisation. - 2. Die zionistische Presse* muss das volle Vertrauen / aller Parteigenossen gemessen; sie darf darum nie auf Gewinn abzielen, und falls die wünschenswerte Herausgabe officiell-zionistischer Organe 'undurchführbar wäre, sollen sich die zionistischen Parteigruppen gegen Gewährung von Zuschüssen wenigstens eir/en Controller enden Einfluss auf die finanzielle und redactiohelle Gebarung der Parteipresse sichern. . . i- . % 3. Die zionistische .presse verpönt jeden Personencult und bekämpft Personen bjoss vom Parteistandpunkte, spricht in ernst-würdigem Tone, verschweigt nichts und gibt jeder ehrlichen Sondermeinung eines Zionisten Raum. 4. Die zionistische Presse verfolgt die Aufgabe, einerseits die Parteigenossen über die Bewegung am Laufenden, untereinander in Fühlung zu erhalten und deren zionistische Bildung zu vertiefen, andererseits neue Anhänger zu werben 5. Die zionistische Presse widmet entsprechende Sorgfalt der äusseren Form, bedient sich womöglich textbegleitender Illustrationen, sowie einer correcten, leicht fasslichen Sprache. Artikel philosopischen und sonst schwer verständlichen Inhaltes sind Fachblättern vorzubehalten, hingegen verdienen Palästina und seine Verhältnisse mehr Aufmerksamkeit. 0. Die Verwaltung der zionistischen Presse muss auf kaufmännischer Gebarung und nicht rastender, doch anständiger Reclame beruhen. Der Preis ist möglichst iniedrig zu stellen. 7. Bei1 Vei'meidung unnöthiger Zersplitterung ist doch eine Gliederung der zionistischen Presse nach Sprach-, Berufsunid sonstigen Interessen behufs Heranziehung stets neuerer Leserkreise wünschenswert. Ein modernes Tagblatt mit zionistischer Grundtendenz würde weithin dringen und der jüdischen Assimilantenpresse bald Leser und Mitarbeiter entziehen. Für die jüdische Jugend und Frauenwelt ist »durch Unterhaun che Familienblätter zu sorgen . 8r. Billige Broschüren und Flugblätter sollen nebst knapper Darstellung des Zionismus auch die ihn berührenden Zeitereignisse skizzieren/Ein kurzgefasster Katechismus soll dem Zionisten all seine Pflichten einschärfen. Der zionistische Kalender, zunächst der Unterhaltung dienend, soll sämmtliche für fdie zionistische Agitation nöthigen Adressen verzeichnen. 9. Das zionistische Liederbuch soll gediegen-reichhaltig sein, 'zum Liedertexte die begleitenden Noten bringen und hierbei möglichst altjüdische Weisen benützen. 10. Der Parteitag legt die von der Sprachwissenschaft anerkannte Aussprachedes HebräjXchen als allein giltig fest, veranlasst die Wahl, beziehungsweise . Herausgabe eines billigen,, brauchbaren Lehrr und Wörterbuches, um so Jedem Zionisten das unerlässliche Studium seiner Volkssprache zu erleichtern. Sämmtliche zionistische Biäftef sind verhalten, einen kleinen Raum febr^seten 'Aufsätzen ständig zu widmen,

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