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Die Welt · 1899-09-15 · 37 (15.9.1899) · p. None

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
37 (15.9.1899)
Date
1899-09-15
Page
None (sequence 13)
Language
German
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7 Der Handlungsgehilfentag gibt daher zu dem am I. Baseler Gongress geschaffenen Programm der Zionisten seine Zustimmung. Da jedoch der Zionismus lediglich eine Abhilfe der Judennoth ist, er also mit der inneren Politik der respectiven Länder nichts zu schaffen hat, erklärt der Handlungsgehilfentag des weiteren, die politische Geberzeugung eines jeden Zionisten als Privatsache, empfiehlt aber aus tactischen Gründen — angesichts der gesellschaftlichen Verhältnisse in Oesterreich — dass die zionistischen Handlungsgehilfen in wirtschaftlichen sowohl als auch in politischen Angelegenheiten nur diejenigen Parteirichtungen unterstützen mögen, welche bereit sind, auch die jüdischen Arbeiterinteressen als solche energisch in Schutz zu nehmen. In fernerer Erwägung des Umstandes, dass die Nothwendigkeit der energischen Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen für die jüdischen Handlungsgehilfen eine nicht mindere Wichtigkeit hat als für die arischen, und in weiterer Erwägung der Thatsache, dass die wirtschaftichen Interessen der jüdischen Handlungsgehilfen in vielen Fällen — wie zum Beispiel in Bezug auf Stellenvermittlung etc. — nicht die gleichen sind, als die der arischen Handlungsgehilfen erklärt der Handlungsgehilfentag: II. Dass es nothwendig sei, dass die jüdischen Handlungsgehilfen sich gewerkschaftlich organisieren, um so — durch vereinte Kraft — im Kampfe gegen den antisemitischen Boycott Stellung zu nehmen, weiters durch gegenseitige und nach den Principien der Humanität geleitete Stellenvermittlungen die Judennoth — wenn auch nur theilweise — zu lindern, und endlich durch Gründung eines unabhängigen und für die Interessen der jüdischen Handlungsgehilfenschaft stets mit der nothwendigen Energie und Entschiedenheit eintretenden Presse ihre wirtschaftlichen und nationalen Interessen zu fördern. Der I. jüdische Handlungsgehilfentag fordert daher sämmtliche jüdischen Handlungsgehilfen Oesterreichs auf, für die Kräftigung der heute beschlossenen Organisation zu agitieren und dort, wo jüdische Handlungsgehilfen vorhanden sind, dieselben möglichst gewerkschaftlich zu organisieren. * * * Spenden zur Gründung der Parteipresse und Stellenvermittlungsabtheilung nimmt der Bevollmächtigte Delegierte Max Hickl auf dem von der O r g anis a t ion ausgestellten Sammelbogen entgegen. EXECUTIV-COMITt. Bei dem am 6. und 7. August 1899 in Brünn stattgefundeuenI.jüdischen Handlungsgehilfentage wurde Brünn als Sitz der auf dem Baseler Programm stehenden zionistischen Handlungsgehilfen - Organisationen Oesterreichs bestimmt und folgende Parteigenossen in das Executiv- Gomit4 gewählt. L. Rosenzweig, Obmann, S al. -R u bin st. ein, Berth. Tintner, Oscar Hüttner, Max Hickl, Brünn; Egon Lederer, Alfred Weissberger, Nathan Gross, Wien; Samuel Schorr, Lemberg; Em a n u e 1 Turns chein, Drohobycz; Marcus Pfeffer, Stanislau; Paul B ra ff, Julius Brandstädter, Bielitz. Der I. jüdische Handlungsgehilfentag beauftragt das Executiv-Comitä behufs Gründung einer Stellenvermittlung an den Baseler Gongress ein Memorandum zu überreichen, dem Executiv - Comite der jüdischen Handlungsgehilfen Oesterreichs eine Subvention zu gewähren, um mit Hilfe der Stellenvermittlungs-Abtheilung, die unter den jüdischen Handlungsgehilfen ihres Judenthums wegen bestehende Noth wenigstens theilweise zu lindern. Der I. jüdische Handlungsgehilfentag beschliesst an die Gründung eines Parteiblattes für die Interessen der jüdischen Arbeiter zu .schreiten, und beauftragt die Executive das Notlüge zu veranlassen, u. zw. derart, dass eine jede Organisation einen Festabend veranstaltet, dessen Reinerträgnis dem Pressfonde zufällt. Weiters ist es Pflicht einer jeden Organisation, Sammlungen behufs Stärkung des Pressfondes einzuleiten. Die gesammelten Gelder müssen binnen acht Wochen an das Executiv-Comite nach Brünn gesendet werden. In das Pressbureau erscheinen als gewählt: die Gesinnungsgenossen: Max Hickl, Obmann, Salomo mR ubinstein. Schriftführer, Oscar Hüttner Beisitzer, Brünn; ferner: Alfred Weissberger, Egon Lederer, Julius Zobel, Wien; Samuel Schorr, E. Evinger, Leo Koffler, Lemberg; Paul Br aff, Bielitz; Em. Turnschein, Drohoby cz. * 4 * Spenden zur Gründüng der Parteipresse und Stellenvermittlungsabtheilung nimmt der Bevollmächtigte Delegierte Max Hickl auf dem von der Organisati o n ausgestel 11 e n Sammelbogen entgegen. Jüdischer Musikverein. „Wir sind in der angenehmen Lage, mittheilen zu können, dass die von uns gegründete Musikvereinigung „Harfe", welche sich zur Aufgabe gemacht hat, jüdische Musik zu pflegen, binnen kurzem ins Leben treten wird. Wir fordern daher jüdische Musiker auf, uns ihre Compositionen (nebst Adresse) behufs Aufführung freundlich st zukommen zu lassen und zwar vorerst in die Privatwohnung des Unterzeichneten Viee-Präses. Präses: Vice-Präses: Max Herzl, stud. med. Hugo Alt, Musiker. Wien, I., Lazenhof 1." Ein Meeting in London. , London, 8. September. Die English Zionist Federation übte am vergangenen Sonntag eine Pflicht der Gastfreundschaft aus, indem sie zu Ehren zweier amerikanischer Gongress - Delegierter ein Meeting im Westend veranstaltete. Auf der Plattform nahmen neben den Vorständen der Federation Professor Gottheil von der Columbia-Universität und Mr. H. G. M a y e r aus Philadelphia Platz. Die Versammlung war sehr gut besucht. Auffallend war die grosse Zahl nichtzionistischer Zuhörer, die den mehr in strenger Logik entwickelten als an die Herzen sich wendenden Reden mit gespannter Aufmerksamkeit folgten. Zwei Momente waren vor allem interessant. Das eine, die gegen Schluss der Versammlung eingebrachte Resolution, betreffend die Fusion mit den Chovevi-Zion. An den von einem Versamnilüngstheilnehmer. gestellten Antrag knüpfte sich eine Debatte, in welcher es von mehreren Seiten für wünschenswert erklärt wurde, eine solche Fusion eintreten zu lassen. Das zweite Moment war die enthusiastische Rede Mr. S. Alexanders, der als Dr. Adlers Schildknappe in allen Gemeindestreitigkeiten bekannt ist. Mr. Alexander wohnte einer Sitzung des Gongresses bei und kehrte als Anhänger des politischen Zionismus zurück. Der Vorsitzende Mr. B e n t w i c b begrüsste die Gäste, deren Erscheinen unter ihren englischen Gesinnungsgenossen

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