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Die Welt · 1908-12-24 · 52 (24.12.1908) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
52 (24.12.1908)
Date
1908-12-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Hebung der Juden, sondern. überhaupt um die Wiedererweckung und Stärkung selbstbewußten jüdischen Lebens sind bekannt. Vor kurzem hat sich in Berlin ein Komitee von Freunden des „Bar-Kochba" gebildet das in dankbarer Anerkennung der vom „Bar-Kochba" geleisteten Arbeit, dem Verein aus Anlaß seines Jubiläums einen größeren Fonds überreichen will. Diese Spende, die wenigstens einige tausend Mark betragen soll, soll dem „Bar- Kochba" nicht bloß zeigen, daß seine Erfolge allenthalben gewürdigt werden, sie soll vor allem dem Verein die Möglichkeit geben, in umfassenderer Weise als bisher tätig zu sein, vor allem ihm auch eine größere Bewegungsfreiheit verschaffen, als er, infolge seiner verhältnismäßig ungenügenden finanziellen Fundierung, bis jetzt besaß. Wir richten an die zahlreichen Freunde der jüdischen Turnerei die Bitte, mitbeizutragen, daß der anläßlich des zehnjährigen Bestehens des „Bar-Kochba" begründete Foisds eine recht respektable Höhe erreicht. Beiträge wolle man an Rechtsanwalt Dr. Zirker, Berlin, Alexanderstraße 38 a, senden. Quotierung erfolgt öffentlich. Das Komitee des Bar-Kochba Stiftungsf^nds. Prof. Dr. Albu. Dr. Gronemann. Dr. Franz Oppenheimer. Prof. Dr. Warburg. Dr. Zirker. NACHRICHTEN Palästina (Von unserm Berichterstatter) Einsturz des Baues der Mädchenschule in Jaffa Jaffa. Vorige Nacht ist während eines außerordentlich heftigen Sturmes ein Flügel der im Bau befindlichen Mädchenschule des Odessaer Komitees eingestürzt. Eine Kommission von- Sachverständigen ist von dem Vertreter - des Odessaer Komitees in Jaffa sofort eingesetzt worden, die die Ursache des Einsturzes feststellen soll. Vermutlich ist sie auf einen Konstruktionsfehler seitens des Architekten, der zu schwache Säulen für einen schweren Oberbau vorgesehen hatte, zurückzuführen. Der Bauunternehmer, ein reicher Jaffaer Jude, wird voraussichtlich den größten Teil des Schadens, der auf 20000 Frcs. geschätzt wird, tragen, so daß dem Odessaer Komitee nur ein geringer Verlust zur Last fallen wird. Die Aufregung in der Stadt ist sehr groß; man strömt scharenweise nach dem Bauplatz. Beendigung des Schriftsetzer-Streiks in Jerusalem Jerusalem. Nach vielen Unterhandlungen hat der Streik schließlich in einer Niederlage der Arbeiter sein Ende gefunden. Die Arbeiter, die ohne Arbeit und Erwerb nicht länger aushalten konnten, mußten zuletzt die ihnen von den Arbeitgebern vorgelegte Erklärung, daß sie aus dem Schriftsetzer-Vereine (Agudath ha Poalim ha-dfusiim) austreten, unterschreiben. Es steht den Schriftsetzern allerdings frei, denselben Verein gleich nach seiner Auflösung unter neuem Namen zu begründen; sie müssen allerdings in seine Satzungen die Bestimmung aufnehmen, daß die Anwendung von Gewaltmaßregeln im wirtschaftlichen Kampfe den Mitgliedern verboten ist. Kommission der Alliance Isr. Univ. in Palästina Jaffa. Die Kommission, die vom Zentralkomitee der Alliance zur Inspizierung "der Aliiance-Schulen entsandt wurde und aus den Herren Rabbiner Levy, Prof. an der Sorbonne in Paris, Rabbiner Porges in Leipzig und Herrn Benedict, Sekretär der Alliance besteht, hält sich gegenwärtig in Jerusalem auf. Von Ägypten aus wandte sich die Kommission, an der Landung in Jaffa wegen stürmischen Wetters verhindert, zunächst nach Beirut und Haifa, sodann erst nach Jaffa. Hier hatte die Kommission Gelegenheft, von einer Deputation der palästinensischen Lehrervereinigung zu erfahren, welches Programm für den Unterricht in den palästinensischen Schulen von der überwiegenden Mehrzahl der Lehrer des Landes aufgestellt ist, welche Bedeutung insbesondere dem Unterricht der hebräischen Sprache beigemessen wird. Die Herren der Kommission scheinen einer Erweiterung des hebräischen Unterrichts recht sympathisch gegenüberzustehen. Eine baldige Einführung der hebräischen Unterrichtssprache anstatt der französischen in den Aliiance-Schulen ist nach Ansicht der Kommission zunächst aus dem Grunde unmöglich, weil dann der größte Teil des Lehrer-, Personals durch neue Lehrer ersetzt werden müßte. Die französische Sprache halten die Herren für notwendig, da bei der jetzigen unentwickelten ökonomischen Lage Palästinas die Jugend in andern Ländern Erwerb zu suchen gezwungen sei, wo die Kenntnis des Französischen notwendig sei. „Dagegen wird die Alliance", wie Herr Rabbiner Porges in einem Gespräch mit einem unserer Gesinnungsgenossen versicherte, „sofort bereit sein, alle ihre Schulen den Zionisten zu überlassen, falls sie den" Beweis erbracht haben, daß die Kinder hier im Lande sich ernähren können." Auch die Mädchenschule des Odessaer Komitees in Jaffa und das Hebräische Gymnasium besuchte die Kommission und äußerte sich mit Anerkennung über den Unterricht in diesen Schulen. Österreich 1 (Von unserem Berichterstatter) Aus dem Reichsrat In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom Mittwoch den ' 11. Nov. ergriff als Sprecher des Jüdischen Klubs Herr Abg. "•' Dr. Mahler das Wort. Der Redner brachte auch die Vorgänge an der Universität und die Affäre der Mensa'academica zur'Spräche, wobei er von Christlichsozialen und Deutschrädikalen fortwährend Unsere geehrten Abonnenten, deren Bezugszeit am 31. Dezember 1908 abläuft, bitten wir um rechtzeitige Erneuerung: :: des Abonnements :: damit in der Zustellung des Blattes keine Unterbrechurigeintritt. Der heutigen Nummer liegen Posterlagscheine für die österreichischen und ungarischen Abonnenten bei, die wir zur kostenlosen Überweisung der Abonnementsbeträge zu benutzen bitten« Aus Deutschland werden Abonnementsbeträge auch in Briefmarken entgegengenommen, aus allen übrigen Ländern empfiehlt sich am einfachsten die Einsendung der Beträge per Postanweisung. Bestellungen auf ■ Einbanddecken für den Jahrgang 1908 der „WELT" bitten wir schnellstens aufzugeben, weil nur eine beschränkte Anzahl Decken angefertigt wird. Preis M. 1.50. Porto für Österreich und Deutschland 30 Pfg., für alle andern Länder 60 Pfg. Die Expedition.

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