Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 50-51 (18.12.1908)
- Date
- 1908-12-18
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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. In Palästina beginnt jetzt ein neues Leben. Hier, wie überall im Orient, wird das Kunstgewerbe in der ersten Reihe der Entwicklung stehen, Laßt uns die •Schöpfer dieser neuen Kunst sein, laßt uns in dieser Arbeit leben und-wirken! <^^^»/^^ Abraham Mapu Von Dr. A. Eliaschow-Kowno So oft ich m den einzigartigen Werken Abraham Mapus, wie etwa „Ahawath Zion" und „Aschmath und gar viele von den Juden Slabodkas zogen eilend and hastig mit dem Talithbeutel unter den Armen vorüber, ohne zu ahnen, welcher würdige und seltene Gast in ihrem Städtchen daherwandle. . In einem armen litauischen Städtchen unter den gekrümmten niedrigen Dächern ruinenhafter Häuser wandelt ein kleiner Jude mit gebeugtem Rücken und pechschwarzem Barte um das fahle Gesicht, dem man alle jene Merkmale von Erniedrigung und Knechtschaft ansieht, die den Juden vor noch wenigen Generationen zu einer häßlichen ekelerregenden Karikatur gemacht haben. Kein Lächeln verrät das Gesicht dieses kleinen Juden, das-mit dichten schwarzen Haaren ganz bedeckt ist; auch seine Stirn ist unsichtbar, denn Kappe und Mütze verhüllen -tief auch den einzigen lichten Streifen an seinem Gesichte. Nur ein dunkles freundliches J. STARK (BEZALEL) .. ■ •/ EIN TRÄUMER Schomron* blättere, beschleicht mich ein sonderbares Gefühl. Ich glaube einem schier unlösbaren Rätsel gegenüberzustehen, ein unfaßbares Wunder zu schauen, das beinahe. einer Änderung im Schöpfungswerke gleichkommt. Erschiene plötzlich in" irgendeinem entlegenen Winkel die sagenhafte Prinzessin aus den Kindermärchen und den Parabeln des Dubrioer Maggid, erschiene sie unvermutet über dem aschgrauen Horizonte irgendeines jüdischen Städtchens in ihrer ganzen Pracht und Herrlichkeit, es würde dies kein größeres Wunder bedeuten als das Erscheinen der Dichtermüse in den unsaubem ärmlichen Straßen einer Stadt wie Slabodka an der Wilia. Die Dichtermuse erscheint nur noch zarter und ätherischer als jene Märchenprinzessin. Nur den wenigsten Menschen ist sie zu sehen vergönnt, Augenpaar blickt /wunderbar glänzend aus dem tieftraurigen Gesichte hervor. Diese Augen lächeln sogar. Aber'ihr'Lächeln ist nicht gegen die Außenwelt, die Menschen und. die Dinge ringsherum gewendet; es ist ein sonderbares geheimnisvolles Lächeln. Die Augen Abraham Mapus blicken fast ebenso geheimnisvoll vor sich wie diejenigen der Meisterwerke Leonardo di Vincis und Luinis. Ihr Lächeln ist nicht der äußern, sondern der innern Welt zugewendet. Sie lächeln angesichts der. Bilder und Gemälde, die sie in ihrem Innern erschauen, der Welt, die allein in ihrer Phantasie. lebendig ist Ihr heller freundlicher Blick verrät das Lächeln eines Träumers, das Lächeln eines Musikers beim Klange' süßer Melodien, die in seinem innersten ertönen, das Lächeln eines Kabbalisten und Mystikers ob der göttlichen Harmonie, die einzig und allein sich ihm offenbart.