Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 50-51 (18.12.1908)
- Date
- 1908-12-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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zum Gottvertrauen. „Laßt uns die Zerstörung unseres Volkes'aufrichten und für unser Volk und Heiligtum streiten. Uns ist leidlicher, daß -wir im Streit umkommen, denn daß wir solchen Jammer sehen ::;aber was Gott im Himmel will, das geschehe!" Die starke Persönlichkeit des- Juda Makkabi erfüllte sein Heer mit heiliger Begeisterung, -seine Feinde mit heiligem Schreck. „Da aber Lysias sah, daß die Juden unerschrocken waren, daß sie bereit waren, .entweder , ehrlich zu leben, oder ehrlich zu sterben, zog er ab gen- Antiochien." Welche Antithese zu jenem Vorgang, der uns dabei vor.- die Erinnerung treten muß! Als die von Moses ,ausgesandien Kundschafter .zurückkehrten, da schilderten sie,- welches Riesenvolk-das Land der Verheißung beherrsche, mit den Worten: „Und wir waren in unsern eignen Augen gleich Heuschrecken ihnen gegenüber, und so waren wir auch in ihren Augen." Die sträfliche Feigheit, der schimpfliche Kleinmut, der sich in diesen Worten malt, rechtfertigt allein die schwere Strafe, die die Kundschafter traf. Wie anders Juda und seine tapfern Scharen! Allein ihre Unerschrockenheit flößte ihren Feinden Respekt ein, ihr Todesmut machte sie unwiderstehlich. Wie mächtig das Gefühl der Mannes- und Kriegerehre in Juda sich entwickelt hatte, wie sehr ihn dieses Ehrgefühl beherrschte, das bezeugte er mit dem eignen Leben.' Mit 20000 Mann und 2000 Berittenen warf sich ihm der syrische Feldherr Bakchides entgegen, ihm, der nur 800 Krieger um.sich hatte; die eignen Leute selbst rieten zur Flucht Aber Juda sprach: „Das sei ferne von uns, daß wir fliehen sollten. Ist unsere Zeit gekommen, so wollen wir männlich sterben um unserer Brüder Willen und unserer Ehre keinen Tadel hinterlassen." So erkämpfte er sich den Heldentod. Wahrlich, in unbefleckter Reinheit hat Juda uns den Ehrenschild seines Hauses hinterlassen, sein Schimmer strahlt hell noch heute und. reflektiert einen Abglanz auf uns und unser ganzes Volk und in unser trübes Golusleben. Lasset uns. auskosten das Glück und den Stolz, daß unser Stamm nicht nur Märtyrer hervorgebracht hat, die für ihr Volk alles zu leiden fähig waren, sondern auch Heroen, die für ihr Vaterland alles zu tun bereit sich zeigten. Der Name Juda Makkabi schwebe uns voran als die nie verlöschende Feuersäuie, erleuchtend und pfadweisend auf dem langen Wege, der noch vor uns liegt, und unser Kampfruf laute allerwege: „Juda Makkabi!" J. BARSKY (BEZALEL) Entwurf für das Hebräische Gymnasium in Jaffa DER BEZALEL Sehr geehrter Herr Redakteur! Gerne folge ich Ihrer Einladung, für die „Welt" einen Artikel über den Bezalel zu schreiben. Mir scheint, wir haben vieles mitzuteilen, das für die Leser unseres zionistischen Organs von Interesse sein dürfte. ' Nach fast dreijähriger Arbeit haben wir jetzt im . Bezalel folgende Abteilungen eingerichtet: 1. Abteilung für Kunst und Dekoration; hier erhalten 12 Schüler und 2 Schülerinnen Unterricht. 2. Teppich-Atelier mit 45 Schülerinnen,, und Arbeiterinnen* die monatlich damit 15—20 Frs; verdienen. An das Atelier angeschlossen ist eine Färberei, in der echte -Holzfarben, wie in Persien,, hergestellt werden. In der: Färberei sind 2 Arbeiter beschäftigt, die 50 resp. 30 Frs. monatlich verdienen. 3. Atelier für-Filigranarbeiten: Hier arbeiten 7 Personen mit einem monatlichen Durchschnittsverdienst von .30—80 Frcs. . 4. Atelier für die Fabrikation von perlmuttergeschmückten' Rahmen, das 10 Personen beschäftigt, deren: Arbeitsverdienst zwischen -10 und 100 Frs. monatlich beträgt..; 5* .Abteilung für Damaszener Kupferarbeit mit Silbers.chjnuck- .: Dieses Atelier beschäftigt 14 Personen, denen es .einen Verdienst von 20 —80 Frs. gewährt. . 6. Holzschnitzerei und Tischlerei: Hier verdienen 6 Personen monatlich zwischen 10 und 90 Frs. Die gesamte Zahl der Lehrer, Angestellten, Arbeiter, Arbeiterinnen, Schüler und Schülerinnen des Bezalel beträgt mehr als 100, darunter sind 15 Familienväter. Außerdem haben mehr als 50 Schüler Unterricht in der Steinhauerei erhalten, von denen ein großer Teil heute als Steinmetze ihr Brot verdienen. Sodann gibt es noch die Abendkurse, die von einer großen Zahl Privater, Arbeiter und. Arbeiterinnen, Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen besucht werden. Zwei Dinge sind es, die die Arbeiter und Schüler des Bezalel, die doch alienmöglichen Gemeinden (Sefardim) Aschkenasim, Jemenitern, Aleppoanern, Georgiern, Karaiten, Moghrebinern) angehören, vereinigen: die hebräische Sprache und das Bestreben, sich durch ihrer . Hände Werk zu ernähren. Für sie ist der Bezalel ein Heim, wo sie des Wochentags fleißig arbeiten und froh und hoffnungsvoll hebräische Lieder singen, und wo sie: am Sabbat und an Festtagen in der kunstgewerblichen Bibliothek und dem Museum reiche Anregung finden. Die Bibliothek und das Museum sind die größten, ihrer Art in Palästina und werden nicht nur von Juden, sondern auch von Nichtjuden besucht und gewürdigt. Die Qualität der Arbeiten hat sich im Laufe der 3*