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Die Welt · 1908-12-11 · 49 (11.12.1908) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
49 (11.12.1908)
Date
1908-12-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Die Referenten werden später angegeben werden. Alle zionistischen Sektionen werden das Recht haben, zwei Delegierte zu entsenden. Die Wahl der Delegierten wird vom 19. bis 27. Dezember d. J. im ganzen Lande vorgenommen werden. Südafrika Johannesburg:: Die Zionistische Federation von Südafrika ist in ein neues Stadium eingetreten, und die frühern Klagen haben nunmehr aufgehört. Eine Reihe von Propagandaversammlungen hat stattgefunden. Mitglieder der Federation sprachen in Pretoria," Maraisburg, Heidelberg,. Durban, Standerton und andern Städten. Lichtbilder mit Ansichten von Palästina wurden den Vereinen zur Verfügung gestellt und „Hatikwah" ist unter die Schulkinder gratis verteilt worden. Mehrere Versammlungen wurden in Gemeinschaft mit der Zionistischen Vereinigung in Johannesburg abgehalten, zu dem Zwecke, darüber zu beraten, ob es angebracht sei, einen zionistische» Gesangverein zu gründen. Mit diesem Vorschlag befaßt sich jetzt eine Kommission. Die Halbjahresversammlung der Ivriarfand in der Zionist Hall statt. Präsident der Versammlung war Rabbiner Dr. J. Landau. Beim Vortrag des Jahresberichtes sagte er, daß die Gesellschaft in Anbetracht der Opposition und der Hinderhisse, gegen welche eine Bewegung, wie sie von der Ivria erstrebt werde, notwendigerweise zu kämpfen habe, einen unbestreitbaren Erfolg errungen habe. Ein gewisser Teil rein idealistischer Arbeit war nötig, bevor irgendein Erfolg zutage trat Trotz der Tatsache, daß die Johannesburger Judenheit den größten Teil ihrer Arbeit auf philanthropische Werke richtet, ist die Ivria ein gutes Stück Weg weiter gekommen, und man kann ihr für die Zukunft das günstigste Prognostikon stellen. Der Präsident schloß mit einem ernsten Appell zur Anwerbung neuer Mitglieder. Der Bericht und der Kassenbericht wurden angenommen. Die Wahl ergab folgendes Resultat: Rabbiner Dr. J. Landau Präsident, Rabbiner H. Lipschitz und Mr. A. Roon, Vizepräsidenten, Mr. B. Hirsch Schatzmeister, Miss R. Weinstein und Mr. S. Braude, Schriftführer, Messrs. Goldstein, Jielfand, Levin und Stein Beisitzer. Die vorgeschlagenen neuen Änderungen der Witwatersrand Zentralschulbehörde, nämlich in allen öffentlichen Elementarschulen, wo eben angängig, den Nachmittagsunterricht einzuführen, gaben Anlaß zu einigen heftigen Auslassungen von Seiten einiger Mitglieder. Dr. Landau sagte, daß diese Änderungen dazu angetan seien, den Unterricht im Hebräischen und in der Religion zu beeinträchtigen, da die Stunden, welche jetzt diesen Unterrichtsfächern dienen, durch den weltlichen Unterricht in Anspruch genommen würden. Die Eltern fühlten, und nicht ohne guten Grund, daß ihre Kinder Zeit zur Erholung und Erquickung haben müßten, und daß, wenn, wie vorgeschlagen, die Schule erst um 4 Uhr geschlossen würde, keine Zeit für SpezialStudien mehr übrig sei. Zuletzt wurde folgender Beschluß einmütig angenommen: Die Versammlung empfiehlt dem Vorstand der Ivria, alle nötigen Schritte zu tun, um die maßgebenden Behörden über die speziellen Bedürfnisse der jüdischen Gemeinde in bezug auf Schulangelegenheiten aufzuklären und zu verhindern, daß die. geplanten, den Nachmittagsunterricht betreffenden Änderungen nicht an solchen öffentlichen Schulen eingeführt werden,* die von einer großen An- " zahl jüdischer Kinder besucht sind. Ferner ersucht die Versammlung den Vorstand; wenn nötig, eine Massenversammlung von Eltern und allen denen, die für das jüdische Erziehungswesen Interesse haben, einzuberufen, um diese ■wichtige Frage zu besprechen. Die South African Zionist Federation gibt» seit dem 15. November unter dem Namen „The Zio.nist Record" ein monatliches Organ, heraus, zum Zwecke, die zionistische Vereine im ganzen Lande wie auch die einzelnen Zionisten über die Phasen zionistischer Tätigkeit in Südafrika auf dem laufenden zu halten. Das Blatt, dessen erste Nummer 5 Seiten; umfaßt, soll keine Zeitung ersetzen. Es enthältlediglich die offiziellen Bekanntmachungen und Mitteilungen der Federation, Vereinsberichte, die Ausweise der Geldeingänge usw. Es wird in je einem Exemplar, den Schriftführern der einzelnen •Vereine kostenlos zugestellt, die einzelnen Mitglieder erhalten es gegen Ersatz der Unkosten. Die erste Nummer enthält 2L B. nach Mitteilungen offizieller Bekanntmachungen einen; begeisterten Aufruf des Präsidenten der Federation, Herrn Hyman Morris, zur Unterstützung der zionistischen Bewegung, Berichte über zionistische Versammlungen in Somerset" West, Garies in Namaqualand, Buffeljagsfonfein und Graaffreinet Auszüge aus dem Protokoll' der Sitzungen des Exekutivkomitees, Finanzausweise usw. (Uns scheint eine solche Einrichtung, die übrigens seit einiger Zeit auch bei der English Zionist Federation eingeführt ist, ein ausgezeichnetes Mittel der gegenseitigen Verständigung und Fühlungnahme, insbesondere für solche Organisationen, die nicht in der Lage sind, eine eigene Zeitung zuunterhalten. Anm. der Red.) Die Jahreskonferenz der südafrikanischen Zionisten wird Sonntag und Montag, den 3. und 4. Januar in Johannesburg stattfinden. Amerika Die Federation of American Zionists hat beschlossen, die Chanukkahfeiertage als „Schekelwoche" einzusetzen. Sie versendet Flugblätter in großen Massen durch das ganze Land, um überall darauf hinzuwirken, daß während dieser Tage der Schekel gegeben werde. England Cardiff. Am Sonntag, den 22. November verstaltete die Cardiff Dorschei Zion unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Mr. Joseph Lewis, eine sehr gut besuchte Versammlung. Herr Norman Bentwich aus London eröffnete die Veranstaltung mit einer ausgezeichneten und durch und durch zionistischen Rede „Schaut vorwärts!" Von Dr. Gaster, Dr. Nordau, Herbert Bentwich u. a. waren Begrüßungsschreiben eingelaufen. Holland Leiden: Endlich ist es gelungen, an der Universität Leiden eine Organisation jüdischer Studenten zu bilden. Und zwar haben unsere Freunde einen Debattierklub „Theodor Herzl" gegründet. Für das nächste Jahr sind in den Vorstand gewählt: Dr. L. S. Ornstein, Assisent für theoretische Physik am Ph. Institut, Präses; S. van Vriesland, jur. cand. ab actis; F. Fryda, jur. cand. quaestor. Deutsch-Südwestafrika Aus Swakopmund erhalten wir einen interessanten Brief, dem wir folgendes entnehmen: Die hiesigen Juden sind fast alle Zionisten und gehören verschiedenen zionistischen Vereinen in Südafrika an. Allerdings ist es kaum möglich, einen besondern Verein hier zu gründen, da die meisten Juden nur vorübergehend sich hier aufhalten. Im ganzen befinden sich nur ungefähr 40 Juden in Deutsch-Südwestafrika, die natürlich auf große Entfernungen hin verstreut sind. Einige Familien wohnen inSwakopmund, andere in Windhuk und auch in Lüderitzbucht gibt es jüdische Familien. Australien Sydney. Die Sydney Zionist Society hat soeben eine Broschüre unter dem Titel „Ziel und Zweck des Zionismus" herausgegeben. Die Broschüre enthält eine Serie von Artikeln zionistischen Inhalts, sowie einen umfassenden Oberblick über die ganze Organisation der zionistischen Bewegung. NACHRICHTEN Österreich (Von unserm Korrespondenten). Theodor Herzl-Abend Der von der poale-zionistischen Organisation Wiens Sonntag den 6. Dezember veranstaltete Theodor Herzl-Abend gestaltete sich zu einem Ereignis. Etwa 900 Personen überfüllten den Saal des Hotel Continental. Der Andrang war geradezu nicht gefahrlos. Hunderte begehrten .vergeblich Einlaß. Die festlich gestimmte Versammlung lauschte andächtig den Reden und Vorträgen. Nach einer Begrüßungsansprache des Herrn Kaplansky feierte Felix Saiten in seiner Gedenkrede Theodor Herzl als den Vorkämpfer und Voranschreiter des modernen Judentums, der das Blatt der jüdischen Geschichte gewendet und uns den Judenstolz, Judenadel und die Judenwürde wiedergegeben hat. Die herzliche und eindringliche Sprechkunst Felix Saltens, dieses Goldschmieds scharf pointierter Gedanken, erntete rauschenden Beifall. Anschließend an die Rede Saltens las Herr Egon Brecher, Mitglied der Neuen Wiener Bühne, die zweite Kongreßrede und die „Menorah„. Herr Brecher ist ein schlicht-vornehmer Rezitator, er trug die

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