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Die Welt · 1908-11-27 · 47 (27.11.1908) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
47 (27.11.1908)
Date
1908-11-27
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Die Neuwahlen in das Distriktskomitee ergaben folgendes Resultat: Obmann Herr Dr. Kuh; ferner wurden die Herren Fabrikant Anton Glaser, Dr. Ernst Gütig, Dr. M. Koh-n, Moritz. Löwy, Ingenieur Slonitz und Professor Wertheimer gewählt. Auf Antrag des Herrn Dr. Emil Margulies wurde Abgeordneter Dozent Dr. A. Mahl er unter den lebhaftesten Akklamationen zum Ehrenpräsidenten des böhmischen Distrikts ernannt. Ehe der Vorsitzende die Tagung schloß, wurden die Beratungen für vertraulich erklärt. PrzemysI: Die „Zionistische Vereinigung in Przemysl" veröffentlichte unlängst ihren Bericht für das erste Bestandjahr. Daraus ist ein erfreulicher Aufschwung der Bewegung zu ersehen. Die Zahl der Mitglieder betrug 150. ""Es wurden 12 Vorträge abgehalten, ein Makkabäer-Abend, ein Morris Rosenfeld-Abend und eine große Herzl-Gedenkfeier veranstaltet. Der im Schöße des Vereins bestehende Klub „Jvria" zählt gegen 50 hebräisch sprechende Mitglieder und verfügt über eine schöne Bibliothek. Für den Nationalfonds wurden durch eins besondere Kommission 442 Kronen, für den Herzl-Wald 311 Kronen gesammelt und abgeführt. Außerdem wurde eine große Anzahl zionistischer Broschüren kolportiert. Schekel wurden 113 — gegen 214 im Vorjahre — verkauft. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die zu späte Inangriffnahme des Sammeins zurückzuführen. Die Gesinnungsgenossen sollen künftighin bedenken, . daß es die vornehmste Pflicht eines zionischen Vereins ist, die Schekelagitation energisch zu betreiben. Im allgemeinen ist eine Stärkung des zionistischen Lebens zu verzeichnen, die sich besonders in der strammen Organisation äußert. Auch hat der Zionismus bei der Bevölkerung zahlreiche Sympathien erworben. Es wäre erwünscht, daß die hiesigen Gg. Gg. jetzt an' intensive, organisierte Arbeit zugunsten zionistischer Institutionen herantreten und dabei versuchen, die Agitation auf die benachbarten Städtchen auszudehnen. . Die am 25. Oktober abgehaltene Generalversammlung der „Zionistischen Vereinigung" nahm den Bericht des Ausschusses mit Befriedigung zur Kenntnis und wählte einen neuen- Ausschuß mit Gg. Klemens Robinsohn an der Spitze. Iglau: Sonntag den 22. November fand im größten Saale Iglaus eine Morris Rosenfeld-Vorlesung, statt Die einleitende Konferenz hielt Herr Professor Dr. Max Eisler unter dem Titel „Von jüdischer Kunst". Der geistvolle Vortrag, eine kurze aber klare Besprechung der ostjüdischen Dichtkunst und der Stellung Rosenfelds in derselben, machte auf das Publikum tiefsten Eindruck und' war eine glückliche Vorbereitung für den Dichter und seine Rezitatoren.^ Morris Rosenfeld trug mit gewohnter Innigkeit und der ihm" eigenen originellen Vortragskunst 6 seiner neueren und älteren Gedichte vor und wurde mit Beifall überschüttet, ebenso wie die beiden Rezitatoren, der Schauspieler Ferdinand Onno vom königlichen deutschen Landestheater in Prag und cand. phil. Heinrich Wittmann von der Prager „BarissiaV Der Abend war fast von der ganzen jüdischen Bevölkerung Iglaus besucht Dem Komitee, das von sämtlichen jüdischen Vereinen Iglaus gebildet wurde, namentlich seinem unermüdlichen Obmann Kaiserl. Rat Gustav Hellmann, dem Kassierer des Komitees Jonas Heim, Herrn Zahnarzt Albert Pokorny und der Leitung des Jüdischen Volksvereins „Theodor Herzl" 'gebührt besonderer Dank für ihre außerordentliche und erfolgreiche Tätigkeit. Auf einen speziellen Dank hat auch das Damenkomitee Anspruch, das durch seine unermüdliche Agitation die außerordentliche Beteiligung der Iglauer Judenschaft ermöglicht hatte. ■ DER SCHEKEL Das Aktionskomitee hat mit Bezug auf die Schekelsammlung folgende Bestimmungen erlassen, auf deren Einhaltung strengstens zu achten ist: 1. Es dürfen überhaupt nur solche Schekel verausgabt werden, die vom Aktionskomitee bezogen oder aber in seinem Einverständnisse und unter seiner Kontrolle hergestellt worden sind. Andere als solche Schekel sind ungiltig und gewähren keinerlei Wahlrecht zum Kongreß. 2. Die Landesorganisationen sind verpflichtet, die eingegangenen Schekelgelder allmonatlich vollzählig und ohne Abzug an das A. C. abzuführen. 3. Die Landesorganisationen sind verpflichtet, allmonatlich in noch näher zu bezeichnenden Zeitungen (je einer besonderen für jedes Land) die Schekeleingänge nach Ortschaften geordnet auszuweisen, und zwar derart, daß aus diesem Ausweis die Summe des in dem betreffenden Monate aus jeder Ortschaft resp. jeder Gruppe eingegangenen Schekels ersichtlich ist. Für solche Länder, die über eigene Ausweisorgane nicht verfügen, wird die Veröffentlichung in der „Welt" vorgenommen. _ Die Schekel für das neue Jahr sind bereits an alle Landesorganisationen versandt, so weit diese die Schekelabrechnung des verflossenen Jahre? mit dem A. C. vorgenommen haben.. Die Vereine und Vertrauensmanner werden ersucht, sofort von den Landeskomitees die erforderliche Zahl Schekelhefte zir verlangen und mit der Sammlung zu beginnen. Die neuen Schekel sind sämtlich mit der Jahreszahl 5669 durchlocht. PALÄSTINA Errichtung einer Wasserleitung in Jerusalem Jerusalem, 5. Nov. Am empfindlichsten hat die Bevölkerung Jerusalems unter dem Mängel an gesundem Wasser zu leiden. Bekanntlich wird hier das Regenwasser in Zisternen für das ganze Jahr aufgesammelt. In den seltensten Fällen jedoch sind die Zisternen so gebaut, daß sie genug Wasser halten und immer sauber bleiben können. Sie sind vielmehr meistenteils in unsauberem Zustande, und jede Zisterne ist ein gefährlicher Herd von Malariabazillen. Nnr so läßt sich die starke Verbreitung des Malariafiebers in Jernsalem erklären, welches, ca. 800 m über dem Meeresspiegel gelegen, an sich durch ein gesundes Klima und trockene, gute Luft sich auszeichnet. Wenn gegen das Sommerende der Wasservorrat in den Zisternen zur Neige geht und die ersten Regentage auf sich warten lassen, tritt das Fieber geradezu epidemisch auf. So ist dies gerade in den letzten drei Wochen hier der Fall. Es gibt wenige Familien ohne Kranke, in vielen Schulklassen fehlt oft ein Drittel der Schulkinder, und noch mehr. Das von der einige Kilometer von Jerusalem entfernten Bitterquelle gebrachte gute Wasser wird zu hohen Preisen verkauft; so daß ärmere Familien sich diese Ausgabe nicht leisten können. So ist die Beschaffung guten Wassers für die Bevölkerung Jerusalems eine Existenzfrage im vollsten Sinne des Wortes. Es gebührt dem jetzigen Gouverneur Jerusalems, Sabhi Bey, das Verdienst, mit einer Energie dieser Angelegenheit sich angenommen nommen zu haben, die auch einen guten Erfolg erwarten läßt. Die Regierung ließ das ihr vorgelegte Projekt, von der Aruba-Quelle (zwischen Bethlehem und Hebron) aus Wasser nach Jerusalem zu leiten, durch Wasseringenieure prüfen und es wurde festgestellt, daß diese Quelle ca. 2000 cbm Wasser per Tag liefern kann. Die Bevölkerung Jerusalems beträgt etwa 80 000. Wird der tägliche Wasserverbrauch im Durchschnitt mit 25 Liter pro Person angenommen, so kann die Arüba-Quelle ganz Jerusalem mit Wasser

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