Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 47 (27.11.1908)
- Date
- 1908-11-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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.stantinopels geschaut haben, den Blick auf das Goldene Horn von Galata ans oder auf die beleuchtete Kästenstadt; während man abends von Skutari.her über die Meerenge fuhr, — all' diese Wunder des Orients vermögen nicht einige der Erinnerungsbilder auszulöschen oder-auch nur zu überstrahlen, die uns Palästina geschenkt: den Ausblick vom Karmel über Haifa und das Meer, den Blick vom und nicht einen andern Küstenort zur Schilderung einer modernen Hafenstadt Palästinas auswählte. Der heutige Besucher des Landes muß an seine Phantasie, aber nicht an die nach Träumen und Utopien jagende, sondern die Phantasie, die erst eine Erwägung wirklicher Chancen möglich macht, nicht geringe Anforderungen stellen. Die Bilder aus alter Zeit, die aus den Urkunden aufsteigen, E. M. LILIEN: DER SIEBENTE SCHÖPFUNGSTAG aus „Die Bücher der Bibel", Verlag von George Westermann Russenturm auf dem ölberg über die Stadt Jerusalem, den Blick vom galiläischen Gebirge über den Tiberiassee. Das macht, weil hier zur natürlichen Schönheit der Landschaft der traute Schimmer gefügt ist, den heimatliche Gefilde ausstrahlen. Da klingen Obertöne unserer Seele mit, die in der Pracht Ägyptens schwiegen. Wir begreifen, warum Herzl, der in seinem Roman „Altneuland" ein visionäres Bild des zukünftigen Palästina zeichnen wollte, Haifa und die wenigen Punkte im heutigen Palästina, in denen ein neues Leben erwacht ist, geben das Gerüst ab, das die Phantasie je nach der Eigenart der einzelnen nach menschlicher Tatkraft harrenden Orte auszufüllen hat. Nur an wenigen Punkten wird die Phantasie zu dieser wieder aufbauenden Tätigkeit in gleicher Weise angeregt, als eben in Haifa, wo nicht nur die Gesamtlage des Ortes, sondern' auch die Schönheit und Fruchtbarkeit der Landschaft zu hoffnungs-