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Die Welt · 1908-11-06 · 44 (6.11.1908) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
44 (6.11.1908)
Date
1908-11-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Darum ist es sehr wichtig, die Zahl der größeren und der kleinern Familien in Betracht zu ziehen, welche in eignen, in gemieteten billigen, mittlem und teuern Wohnungen leben. Natürlich wird in bezug auf die Wohlhabenden und Reichen das oben festgesetzte Maß auch" jetzt richtig bleiben, da auch die Besitzer der größten Familien, wenn ihr Vermögen geringer ist als das der Mittelbegüterten, keine denen der letztern gleiche Wohnung mieten werden. Jene Wohnungen, deren jährliche Miete weniger als 100 Frcs. beträgt, werden zu den billigen gezählt, jene, deren Miete 100—300 Frcs. beträgt, zu den mittlem, jene'von 300—500 Frcs. zu den guten und von 500 Frcs. aufwärts zu den sehr guten. Zunächst wenden wir uns den billigen Wohnungen zu, da wir in genauester Weise über die Anzahl der Unbemittelten unter den Mietern orientiert sein wollen. Unter jenen, welche weniger als 100 Frcs. jährlich zahlen, können wir diejenigen, die. eine Familie von mehr als 4 Mitgliedern haben, zu den am meisten Bedrückten zählen, denn es ist schwer für eine Familie von 4 Personen, in einem Räume zu leben. Solche Familien von 5 und mehr Personen aber, die in solchen Wohnungen leben, gehören doch zu den unzweifelhaft Unbemittelten. Unter den 451 Familien, welche in billigen Wohnungen leben, befinden sich 151 von mehr als fünf Seelen, das heißt mehr als ein Drittel, oder 14.8 "/o von allen in Jaffa wohnenden jüdischen Familien sind durch ihre mate-ielle Lage gezwungen, in billigen Wohnungen zu leben. Aus der letzten Tabelle ersehen wir, daß, während im Durchschnitt von allen Gemeinden 56 % in Wohnungen von einem Zimmer sich aufhalten, diese Zahl bei den Aschkenasim allein 43 " o beträgt, d. h. viel weniger als in den andern Gemeinden. Unter den Bewohnern vier- und fünfzimmeriger Wohnungen nehmen die Aschkenasim den ersten Platz ein, den zweiten die Moglirebiner. 55"/o aller jüdischen Familien in Jaffa leben in Wohnungen mit einem Zimmer. In Hamburg beträgt die entsprechende Zahl 3Su/o. in Berlin 32",.'©, in Paris 35°«, in Petersburg 52 ",o, in Dresden und Wien je 55 °,o, in Bristol 62 °/o. Auch die in den letzten Jahren gesteigerte Immigration vergrößert von Zeit zu Zeit die Gedrängtheit der Ansiedlung, was -aus dem spätem noch deutlicher hervorgehen wird. Jetzt müssen wir noch die auf jede,Wohnung und jedes Zimmer im Durchschnitt entfallende Personenzafil darstellen. Zahl der Personen per Wohnung und Zimmer. Höhe des Zinses per Wohnung und Zimmer phardir MU I Zahl aller Wohnungen |j 574 : 182 |. 201 I 76 Zahl der Zimmer in den i | ' Wohnungen . . . .} 1105 j 315 : 277 84 Zahl aller Personen in!• j j den Wohnungen . . :; 2616 ' 840; 890 j 292 Zahl der Personen in ' \ \ 1 Wohnung . . . -!' 4,55 ' 4,61 : 4,42 j 3,86 Zahl der Personen in |j : 1 Zimmer.....ii 2,38 i 2,68 ' 3,24 j 4,66 :i :! 26 I 1059 33 | 1814 127 i 4765 4,40 3,84 i 2,63 Aus der Tabelle ersehen wir. daß, während im Durchschnitt von allen Gemeinden auf jedes Zimmer 2,63 Personen entfallen, diese Zahl bei den Aschkenasim auf 2,38 herabsinkt, bei den Jemenitern dagegen doppelt so groß ist. Aber auch diesmal sehen wir, .daß, was die Persohenzahl jedes Zimmers betrifft, nicht nur die Zimmer der Jemeniter und Misrachim auffallend stark bewohnt sind, sondern auch bei den Aschkenasim, trotz ihres Strebens nach bessern Lebensverhältnissen, die auf jedes Zimmer durchschnittlich entfallende Personenzahl sehr groß ist. Nach den Angaben Blochs fand man in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts als die durchschnittliche Bewohnerzahl eines Zimmers in Wien lind Moskau 2,1, in Berlin 1,9, in St. Petersburg 1,6, in Paris 1,1. Nachdem wir über durchschnittliche Bewohnerzahl jeder Wohnung und jedes Zimmers ins Klire gekommen sind, wollen wir zeigen, wieviel die 897 Mieter durchschnittlich für jedes Zimmer bezahlen. Aus der folgenden Tabelle ersehen wir, daß, während die Aschkenasim weniger Wohnungen zu einem Zimmer im Vergleich zu den andern Gemeinden mieten, die Wohnungen der Aschkenasim an sich teurer und geräumiger sind. In zweiter Reihe stehen die Sephärdim, und in letzter die Jemeniter. Im allgemeinen können wir sagen, daß in ' A„s:r! Scpharj Mogh- Jr; Mis- Zu- Zahl der Wohnungs- 448 163 156 57 23 847 Zahl der Zimmer in den Mietwohnungen 885 2861 210 65 28 1 474 Gesamtpreis aller Mietwohnungen 88 285 24 696 |-14 207 3 650 1 710 132 598 Durchschnittspreis eines Zimmers . . 93 3 * 86.70 ' 67.65 56.15 61 89.98 den letzten Jahren, infolge der gesteigerten jüdischen Immigration, der Mietzins um ein Viertel oder sogar e:n Drittel gestiegen ist gegenüber den frühem Jahren, besonders in jenen Teilen der Stadt, wo sich die Juden gewöhnlich niederlassen. Natürlich ist diese Erscheinung unbeständig und beweist nichts, wir müssen darum unsere Aufmerksamkeit dem in den frühern. d. h. in den beständigen Jahren üblichen Mietzins zuwenden. Wir haben z. B. gefunden, daß im Jahre 1901 nach Jaffa 96 Personen kamen, im Jahre 1902 — 40, 1903 — S3, 1904 — 153. 1905 — 430, und wenn wir die Einwandererzahl des Jahres 1906 feststellen sollen, würde dieselbe mehr als doppelt so groß sein, gegenüber der gesamten Einwandererzahl von 1901 bis 1906. Jedenfa ls ließen sich auch im Jahre 1905 vielmal mehr Juden in Jaffa nieder als in den 4 frühern Jahren. Wir können daraus verstehen, warum die Wohnungsmiete (und so auch die Wohnungsdichte) im Vergleich zu den früheren Jahren zugenommen hat, und daß die Aschkenasim, die den überwiegenden Teil der Einwanderer bilden, gezwungen sind, eine höhere Wohnungsmiete zu zahlen als die Angehörigen der andern Gemeinden, zu:nal die letztem auch nicht so viel Wert darauf legen, gerade in jüdischen Vierteln zu wohnen und ebensogut in arabischen Häusern, die vondiesen Vierteln weit entfernt sind, sich einquartieren. Alle Wohnungen von zwei Zimmern können wir mit Bezug auf die Miete in drei Kategorien einteilen: 1) Wohnungen bis 120 Frcs. jährlicher Miete, 2) Wohnungen zu 120 — 160 Frcs., 3) Wohnungen zu 160—240 Frcs. Miete. Einteilung der Wohnungen von 2 Zimmern Ü dies- | W..1 Wohnungen bis 120 Frcs. . . : von 120—160 Frcs. bis 240 Frcs. . . i 6 340 105 1 520 143 13310 i 198 Zusammen 27 170 152 Demnach beträgt bei 121 Wohnungen die Miete weniger als 152 Frcs., und nur bei einem Drittel mehr als 152 Frcs. Jedenfalls ersehen wir. daß im Mittel die Miete einer aus zwei Zimmern bestehenden Wohnung 152 Frcs. beträgt. Um zu wissen, welchen Prozentsatz der Wohnungsins im Vergleich zu den übrigen Ausgaben unserer Brüder in Jaffa darstellt, zu diesem Zweck haben wir solche Leute ausgewählt, welche für ein bestimmtes Gehalt bei andern arbeiten. Denn bei den Selbständigen ist das Maß ihres Einkommens nicht beständig fixiert, - und sie selbst können dasselbe nicht genau für die Dauer des Jahres festsetzen. Auch unter den fix Angestellten haben wir wieder nur solche gewählt, welche keine Nebeneinkünfte haben, sondern nur von ihrem Monats- oder Jahreseinkommen leben. Dazu haben wir uns mit 62 typischen Familien aus verschiedenen Klassen begnügt, welche fixe Einnahmen haben. Diese sind: 18 Arbeiter (Familienväter)einerEisenschmelzerei, 24 Handlungsgehilfen, 12 Lehrer und Melam'dim, 8 höhere und kleinere Beamte. Die folgende Tabelle enthält 44 Aschkenasim, der Rest gehört den andern Gemeinden an. Wir sehen, daß unter den 62 Familien nur zwei Melam'dim und ein Handlungsgehilfe 18° » ihrer Einkünfte auf Wohnungszins verausgaben. Außer diesen dreien, welche große Familien haben, gibt es noch einen Handlungsgehilfen, der 16 ".o verausgabt und elf Angehörige verschiedener Berufe, welche 14°/o verausgaben. Demnach verausgaben drei Viertel von allen Verzeichneten für Wohnüngsmiete 7 —13"/o ihrer sämtlichen Einkünfte. Im allgemeinen können wir die Vertreter aller Berufe in drei Gruppen

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