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Die Welt · 1908-10-30 · 43 (30.10.1908) · page 3

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
43 (30.10.1908)
Date
1908-10-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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%"t ~a ^v^^'-^^^-^r*1*^^-? ~^*^:r fj^555^;se?SS2er:ST?! No. 43 Aus der vorliegenden Tabelle ersehen wir, daß in der ganzen - Jaffaer jüdischen Gemeinde 20°/o im eigenen Hause wohnen. Unter den Besitzern von Privatwohnungen stellen in den getrennten jüdischen Gemeinden die sepbardischen und misrachischen Juden den kleinsten Satz, die Jemenitischen den größten. Dazu muß man aber bedenken, daß die Wohnungen der Jemeniter sehr klein, meist zeltartig angelegt oder Holzhütten sind, daher auch die Zahl der Vermieter sehr klein sein muß. Unter den übrigen Gemeinden steht die moghrebinische an erster Stelle, da diese Einwohner sich zuerst in Jaffa niedergelassen haben. Was dieSephardim betrifft, sehen wir, daß, obgleich ihre Ansiedlung in Jaffa der der Aschkenasim zeitlich voraufgeht, die Zahl der Besitzer eigener Wohnungen unter ihnen 'gering ist. Jedenfalls aber darf man daraus, daß diese Zahl bei den sephatdischen und misrachischen Juden kleiner ist sogar im Verhältnis zu den aschkenasischen, nicht schließen, daß der ökonomische Zustand der beiden Gemeinden schlechter sei als der der Jemeniten. Erstens gibt es in diesen beiden Gemeinden Hausbesitzer, die überhaupt nicht in Jaffa wohnen; zweitens gibt es unter den Besitzern der jemenitischen Häuser sehr wenige, welche an andere Wohnungen vermieten, und unter den Wohnungsbesitzern der sephardischen und misrachischen Gemeinde solche, die Wohnungen und Kaufläden für Tausende von Franken verdingen; drittens gibt es unter den Besitzern von Wohnungen solche, die es aus gewissen Gründen für gut finden, ihre Wohnungen zu vermieten und selbst eine Wohnung zu mieten. Die Ursache letzterer Erscheinung liegt manchmal in der Entfernung vom Zentrum der Stadt und in kaufmännischen Interessen. Wenn wir berücksichtigen, wie jung die jüdische Ansiedlung in Jaffa noch ist, werden wir begreifen, daß die jüdische Gemeinde viel Lebensfähigkeit besitzen mußte, um in kurzer Zeit dahin zu gelangen, daß ein Fünftel eigene Häuser besitze. Wir müssen auch wissen, daß in allen wohlgeordneten Staaten der Häuserbau "durch leicht zu erlangenden Kredit gefördert wird. Nicht so in Palästina, wo der Bodenkredit noch sehr unentwickelt ist und außerdem noch die Errichtung neuer Häuser Verwaltungsschwierigkeiten zu überwinden hat Zu bemerken ist noch, daß der Preis des Bodens in Jaffa in den letzten Jahren bedeutend gestiegen ist; man bezahlt jetzt für die Quadratelle ungefähr dreimal so viel als vor zwanzig Jahren (etwa 2—3 Frcs.), und auch die Einnahme der Wohnungen ist in Steigerung begriffen. Die Häuser bringen im' Mittel 6—8°/o Einnahme, manchmal auch 10°/o und mehr. Nach den angestellten Untersuchungen haben wir uns überzeugt, daß der Bau eines Hauses von zwei Zimmern samt dem Platze in Jaffa zumeist 2200 bis 2400 Frcs. kostet, und in demselben Maße, als sich die Zahl der Zimmer vergrößert, verringern sich die relativen Ausgaben infolge der geringeren Zahl der Wände. Für eine Wohnung von zwei Zimmern samt Küche erhält man in Neweh-Schalom jährlich -170—180 Frcs., in Neweh-Zedek, das von der Stadt weiter entfernt ist, 120—140 Frcs. Jetzt wollen wir sehen, wie viele unserer Brüder Wohnungen vermieten und wieviel Zins sie dafür bekommen. Soweit uns bekannt ist, vermieten bis auf wenige Ausnahmen unsere Brüder ihre Wohnungen nicht an Nichtjuden. Einerseits ist die Zahl der den Juden "gehörenden Wohnungen überhaupt gering, anderseits ziehen die jüdischen Mieter es immer vor, in jüdischer Umgebung sich niederzulassen. Die Vermieter und die Miete, die sie bekommen : Dl El^ELT- Zahl der Verwöhnungen Zahl der Juden mieteten "Wohnungen Geldsumme, Vermieter bekommen - in Frcs. Einnahme einzelnen Vermieters inv Durchschnitt in Frcs. Geldsumme, welche der Vermieter durchschnitt]. für jede Wohnung erhält Aschkenasim 73 207 29 580 405,2 142,9 Sephardim .. 17 57 6 890 405,3 120,8 Moghrebiner. 36 110 11 320 - 314,4 111,8 Jemeniter ... 10 21 850 85 40,4 Misrachim---- 3 10 1 950 650 195,0 Zusammen .. 139 405 50 590 363,9 124,9 wir solche, deren Zins nur 30—50 Frcs. jährlich betrug, und nur vier unter allen jemenitischen Mietwohnungen, deren jährlicher Zins 60 Frcs. überstieg. Unter denen, welche Wohnungen an andere vermieten, nehmen,- wie wir gesehen haben, die Misrachim (2 Grusinier und 1 Bucharer) den ersten Platz ein, sowohl in bezug auf die durchschnittliche Einnahme der Vermieter als auch in bezug auf die mittlere Höhe der Miete. Aber man darf aus der Höhe des Wohnungszinses, den die misrachischen Vermieter beziehen, nicht schließen, daß ihr Vermögen größer sei als das der anderen Gemeinden, da die Zahl der misrachischen Vermieter nur 3 beträgt und diese zufällig viele Häuser besitzen, ja einer derselben, der reichste, gar nicht ständig in Jaffa lebt. Jetzt wenden wir uns der Zahl der Wohnungen zu, die unsere Brüder an Juden vermieten. Zahl der Vermieter, nach der Zahl der von jedem vermieteten Wohnungen geordnet Aschke- Sephardim 1 Mogh- Jcme- Mis- Zu- Vermieter 1 Wohnung 30 6 1 10 r i 52 „ von 2 Wohnungen 20 6 8 ' l — 38 „ „3 6 — 7 — — 13 » .4 6 1 3 1 i 12 „ „5 „ 4 } ' 2 — i " 8 „ „ 6 2 2 I 2! — . — 6 r, * 7 1 1! 1 1 - - 3 „ „ 11 2 — i 1 j 2 — — 4 » „32 1 — - — — 1 Summe » 17! 36 | 10 3 139 Wir müssen bemerken, daß man die Wohnungen mit einem Zimmer nicht mit jenen vergleichen darf, die mehrere Zimmer besitzen. Jedenfalls erhalten wir, wenn wir im Durchschnitt jene, welche mehr als drei Wohnungen vermieten, zu den Wohlhabenden rechnen, unter den Aschkenasim 31 % Wohlhabende, unter den Sephardim 29%, unter den Moghrebinern 50°,o, unter den Jemenitern nur 10°/o, hingegen unter den Misrachim 66°,o. Wir haben hier nur die Zahl der Wohnungen berücksichtigt ohne die Beschaffenheit der Mietwohnungen heranzuziehen. Darum wollen wir noch versuchen, die Wohnungen nach der Höhe des für sie gezahlten Zinses in Betracht zu ziehen. . Höhe der jährlichen Miete, welche die Vermieter erhalten in Frcs. Aschkephardim Mogh- Jnker" Mis- Zuweniger als 50 _ 1 1 4 _ 6 50—100 10 1 3 3 — 17 100—200 22 6 10 3 — ■ 41 200—300 16 3 12 — — 31 300—500 9 3 4 — 2 18 500—1000 13 1 5 — — 19 1000—2000 2 1 1 — 1 5 2000—3000 — 1 — — — 1 5000 1 - — — — 1 Zusammen 73 17 36 10 3 139 Auf Grund der Tabelle II sehen wir noch einmal, daß sowohl in -Hinsicht auf die Geldsumme, die im Mittel jeder Vermieter einnimmt, als auch in Hinsicht auf den Preis der vermieteten Wohnungen die Jemeniter' in der letzten Reihe stehen. Und in der. Tat, als wir die Mietwohnungen der Jemeniter verzeichneten, fänden Aus der Tabelle IV ersehen wir, daß unter den Aschkenasim, welche Wohnungen vermieten, sich nicht einer befindet, der weniger als 50 Frcs. jährlichen Wohnungszins bekäme; dagegen bekommen von den Jemenitern 40 > der Wohnungsvermieter weniger als 50 Frcs. Natürlich kommt dies daher, daß die Jemeniter meist kleine und

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