Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 42 (23.10.1908)
- Date
- 1908-10-23
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3315709-3316296-3316339--51174-3378794- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
No.42 MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NÄTIPNALFONDS IN KÖLN Die Nationalfondskornmission des südgalizischen zionistischen Distriktskomitees hat an sämtliche Vereine und Vertrauensmänner des südgalizischen Distrikts folgendes Zirkular versandt: * ' r Stanislau, im Oktober 1908. P. T. In Gemäßheit des Beschlusses der gefertigten N.-F.-Kommission erlauben wir uns, Ihnen mitfolgend einen Fragebogen zu übermitteln, mit der höflichen Bitte, solchen ausgefüllt an uns laut fußender Adresse umgehend gelangen zu lassen. Mit Zionsgruß Für die Nationalfondskommission des südgalizischen D. C. gez. M. Henisch. Fragebogen 1. Existiert dort eine Nationalfondskommission, evtl. mehrere? 2. Wie ist der Name und die Adresse des Leiters evtl. des Vertrauensmannes, falls keine Nationalfondskommission besteht? 3. Steht die Nationalfondskommission auch in direktem Verkehr mit der Landessammelstelle in Wien? 4. Welcher Sammelmittel bedient sich Ihre Nationalfondskommission zwecks Vermehrung der Einkünfte für den N. F. und bei welchen Anlässen? 5. Ist dort die Selbstbesteuerung für den N. F. eingeführt? Zahl der Selbstbesteuerten? 6. Sind bei Ihnen auch die Nationalfondsbüchsen eingeführt? Wenn ja, wieviel sind gegenwärtig verteilt? Und an wen? Wir bitten um ein genaues Verzeichnis der Büchsennummern sowohl als auch der Namen und genauen Adressen sämtlicher Büchseninhaber, da wir dies zur Evidenzhaltung benötigen. Bei eventueller Nachbestellung wollen Sie uns dies s. Zmitteilen. 7. Welche'Sammelart entspricht am besten den Ortsverhältnissen? 8. Ist der Nationalfonds im allgemeinen und dessen Einrichtungen im besondern populär genug oder erachten Sie die Verbreitung der Propagandaschriften für notwendig? Letzternfalls in welcher Sprache? 9. Führen Sie genaue Evidenz über die Eingänge zugunsten des Nationalfonds in Ihrem Orte, evtl. eine Statistik? Was ist das Resultat derselben? 10. Werden die gesammelten Gelder allwöchentlich nach Wien abgeführt, ohne Rücksicht auf die Höhe des Betrages? 11. Welche Schritte erachten Sie als notwendig, um dort ein regeres Interesse für den N. F. zu erwecken? Wir empfehlen sämtlichen Sammelstellen und Distriktskommissionen des "N. F. angelegentlichst, an die ihnen unterstehenden lokalen Organisationen und Vertrauensmänner ähnliche Fragebogen zu versenden. Die Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Rußland hat dieser Tage ihr Zirkular Nr/3 versandt, dem wir folgende Daten entnehmen: Im Laufe der Monate März-August sind aus Rußland für den Nationalfonds und die^ölbaumspende insgesamt Rbl. 14 920.94 eingegangen. Die Verteilung dieses Betrages auf die einzelnen Spendenarten und Sammelmittel ist die folgende: Allgemeine Spenden Rbl. 4913-67, Goldenes Buch a) Vollzahlungen 1901.97, b) Teilzahlungen- 757,48, Selbstbesteuerung 685.61, Sammelquittungen 786.76/ Biüchsen 1163.08, Verkauf von N. F.-Marken 700.— Verkauf von' Telegrammblanketten 240.—, Spenden von Shares des J. C. T. 636.50, mit Umgehung der Landessammelstelle direkt an den J.-C.T. gesandt 1064.—, Herzhvald 1084.87. Was die Anzahl der Orte betrifft, die an den Spendensammlungen beteiligt sind, so sind allgemeine Spenden ..... aus 156 Orten G. B.-VollzahIungen -....„ 18 „ „ Teilzahlungen -..... „ 27 „ Selbstbesteuerungsgelder - - ■„ 12 (!) „ ' ■ Spenden durch Sammelquittungen „ 44 „ Büchsen ... „ 26 (!) „ Erlös für N. F.-Marken ... „110 „ . , „ Telegrammblankette „ 55 „ ... Aktienspenden....... „ 4 „ Herzlwaldspenden..... „ 34 „ eingegangen. Es steht zu erwarten — heißt es in dem Rundschreiben weiter —,. daß die Wintermonate ein weitaus günstigeres Ergebnis für den N. F. aufzuweisen haben werden. Sind ja allein in der ersten Woche des September 1230 Rbl. für den N. F. eingegangen, — der größte Wocheneingang,. der seit der Konstituierung der Moskauer N. F.-Landessammelstelle erzielt worden ist. Insbesondere hofft die russische N. F.-Verwaltung, daß die Büchsensammlungen mit der Zeit einen großen Umfang annehmen und zu. den bedeutendsten Einnahmequellen des N. F. zählen werden. Auch... die geringen Eingänge aus der Selbstbesteuerung dürfen nicht als Beweis für die geringe Popularität dieses hochwichtigen ' Sammelmittels angesehen werden, vielmehr trägt nach Ansicht der russischen Sammelstelle diefehlende Organisation allein die. Schuld an den bisher wenig befriedigenden Ergebnissen. Die Sammelstelle ist jetzt mit dem Ausbau der Organisation dieses Sammelmittels beschäftigt und hofft, bereits in nächster Zeit eine große Anzahl von Selbstbesteuerungsgruppen in vielen Städten ins Leben zu rufen, wodurch dem N. F. eine neue ständige Einnahmequelle in Rußland erschlossen sein wird. Die Sammelstelle hat anläßlich des Neujahrsfestes innerhalb 10 Tagen über 15 000 N. F.-Ansichtskarten verkauft. Ferner sind von den N. F.-Briefbogen, die die Sammelstelle anfertigen Heß,' 20 000 Stück abgesetzt worden. Bedauerlich, ist—die Tatsache, daß in - manchen Städten und Ortschaften, wo früher für den Nationalfpnds intensiv gearbeitet wurde, neuerdings - wenig oder gar nichts für unsere hohe Sache geleistet wird. Das Zirkular nennt u. a. die Städte Kiew, Kowno, Berditschew, Zitomir, Taschkent, Neu-Buchara, Mohilew a. d. Dnieper, und führt diesen auffälligen Rückgang auf zufällige Ursachen zurück, weshalb zu hoffen sei, daß die genannten Städte in dem nächsten Zirkular wieder unter den leistungskräftigsten aufgezählt würden.. . Das Zirkular verbreitet sich sodann über die Aufgaben der Vertrauensmänner während der Sukkothfeiertage, gibt. Anleitungen betreffs der Organisation der Büchsenleerungen, macht die bisher erschienene Literatur über den N.F. in russischer» hebräischer und. jüdischer Sprache namhaft und schließt unter Hinweis auf die '." Umwälzung in der Türkei mit einem. Ansblickf:auf röie Aufgaben; des Nationalfonds in Palästina -'und 'einem begeisterten Appell an den Arbeitseifer und die Spendenwilligkeit der Parteigenossen.