Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 42 (23.10.1908)
- Date
- 1908-10-23
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3315709-3316296-3316339--51173-3378793- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
die Fürsorge--für Minderjährige und psychisch Minderwertige wird durch packende Bilder illustriert, von dem Standpunkt eines Menschen aus beleuchtet, der auch in den..„Menschen, die den Pfad verloren",- noch seine Brüder und Schwestern sieht Es werden Vorschlage zur Verbesserung dieser traurigen Zustände gemacht, die keine Utopien, sondern aus der Praxis selbst geboren sind. Eduard Fuchs, Illustrierte Sittengeschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit Erster Band. - Mit über 450 Text-Illustrationen und 50 bis 60 meist doppelseitigen farbigen und schwarzen Beilagen, bestehend aus den seltensten und schönsten Dokumenten zur Sittengeschichte seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Umschlagzeichnung von Heinrich Kley. Komplett in 20 zehntägigen Lieferungen ä 1 JC, -Verlag von Albert Langen in München. — Lieferung 1 dieses mit Spannung erwarteten Prachtwerkes ist soeben erschienen und macht, wie nicht anders zu erwarten war, den allerbesten Eindruck. Die moderne Literatur besaß bisher keine Sittengeschichte der Zeit seit dem ausgehenden Mittelalter. Also war ein solches Werk ein direktes Bedürfnis, und daß es gerade Eduard Fuchs ist, der es uns gibt ist besonders erfreulich. Es dürfte keinen zweiten Autor in der deutschen Literatur geben, der einer solchen Aufgabe mehr gewachsen wäre als er. Sein wissenschaftliches Rüstzeug garantiert die gediegendsten Resultate. Sein Stil ist geistreich und fesselnd, sein künstlerischer Sinn untrüglich, und seine Bilderwahl trifft immer das Interessanteste und Charakteristische aus der Fülle des Verfügbaren. Gerade bei einer Sittengeschichte spielen die Illustrationen ja eine sehr große Rolle, da man aus diesen zeitgenössischen Dokumenten ein viel lebendigeres Bild gewinnt, als es die längsten Ausführungen des Verfassers geben können. In der Auswahl der Bilder bat Fuchs auch diesmal Glänzendes geleistet, und das Werk wird nichts enthalten, was schon in einem der früheren Werke des Verfassers reproduziert wurde. Eine Sittengeschichte, in der mutig an alle Probleme, die dieses Thema aufwirft herangetreten wird, ist gewiß keine Unterhaltungslektüre für schulpflichtige Kinder, aber sie kann darum doch im ausgesprochendsten Sinne des Wortes ein wirkliches Hausbuch sein, eines der unentbehrlichen Werke der Bibliothek, über die jeder denkende und ernst im Leben stehende Mensch verfügen muß. Der Verlag hat keine Kosten gescheut, dieses Prachtwerk in seiner Ausstattung zu einem typographischen Meisterwerk zu gestalten. Der billige Preis und der bequeme Bezug in Lieferungen machen die Anschaffung jedermann möglich. ' Conrad Haußmann, Im Tau der Orchideen und andere chinesische Lieder aus drei Jahrtausenden. In deutsche Strophen gebracht Umschlagzeichnung von Andre Lambert Preis geheftet JC 2.—, in Originäl-Leinenband -JC 3.50, Liebhaberausgabe' auf echt Japan, in Seide gebunden, 20 numerierte Exemplare, JC 20. Verlag von Albert Langen in München. Keine chinesischen Kuriositäten werden uns hier geboten, sondern poetische Blüten, an denen noch frisch der Tau hängt. Dabei sind es Lieder aus drei Jahrtausenden. Das Gegenständliche und das Äußerliche spricht vom fernsten Osten, der Kern aber ist einfach und rein menschlich. Vieles gemahnt in seiner Schlichtheit an unsere Volkslieder. Und Conrad Hausmann, der bekannte süddeutsche Politiker, der damit seinen ersten Ausflug in den Garten der Dichtung macht bat es in seiner Übertragung in Vers und Reim verstanden, die lyrischen Vorstellungen der chinesischen Dichter flüssig und vor allem getreu wiederzugeben, was bei der sich manifestierenden inneren Verwandschaft der lyrischen Empfindungen leichter glückt, als man erwarten möchte. Dabei sind alle die Anforderungen erfüllt die man an eine Verdeutschung stellen muß. Man glaubt die schlichten, wundervoll stimmungsstarken Lieder deutsch wegsingen zu können, glaubt fast man habe sie schon singen hören. Die Beigabe lehrhafter Anmerkungen ist völlig vermieden. Den Fragen aber nach den Dichtern, die sich dem Leser aufdrängen, wird ein Essay von selbständigem literarischem Wert gerecht, der die Sammlung als Nachwort schließt und dem größeren Publikum auch sachlich viel. Neues bringt Das zweite Oktoberheft des „März" (März, Halbmonatsschrift für deutsche Kultur, Herausgeber: Ludwig Thoma, Hermann Hesse, Albert Langen, Kurt Aram, vierteljährlich (6 Hefte) Jt 6.—, Verlag Albert Langen, München) bietet wieder eine Überfülle des Aktuellen und Wertvollen. Über den geplanten Balkankongreß schreibt Conrad Hanssmann, Mitglied des Reichstags, einige nachdenkliche Be-" trachtungen; der neuen Orientfrage sind noch zwei weitere Artikel {„Bosnien" und „die neue Lage am Balkan") gewidmet H. v. Gerlach ^beshäftigt sich in seinem Essai „Siegreiche Besiegte" mit dem Sozialdemokratischen1 Parteitag, Henriette Fürth, die bekannte Vorkämpferin der modernen Frauenbewegung, steuert einen hochinteressanten Beitrag zur aktuellen Frage der Abschaffung des § 218 („Abtreibungsparagraph") bei. Fritz Wittels gibt einen seiner amüsanten Wiener Briefe. Das Heft enthält weiter den Schluß der Memoiren des Grafen Fleury über Napoleon III auf Wilhelmshöhe, einen Aufsatz von Prof. Aschaffenburg über die Prügelstrafe, feuilletonistische Beiträge von Knut Hamsum, Sir Galahad, Fritz Mauthner u. A. m. In der „Rundschau" und den „Glossen" werden die Fragen des Tages in gewohnt interessanter Weise abgehandelt Sabina Fiederer * Meschulim Scharf VERLOBTE Wiznitz (Bukowina). Zionistischer Parteisekretär. Wir beabsichtigen für die Zionistische Vereinigung für Deutschland einen Parteisekretär anzustellen. Die Tätigkeit desselben ist als eine agitatorische gedacht, und zwar soll der Parteisekretär insbesondere die bestehenden Ortsgruppen besuchen und die Gründung neuer Gruppen vorbereiten. Bewerber um diesen Posten wollen sich unter ausführlicher Darlegung ihres Bildungsganges und Angabe ihrer Gehaltsansprüche umgehend an unser Bureau, Berlin-Charlottenburg 2, Bleibtreustr. 49, wenden. Zentraibureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Jüdischer Verlag, Gm. b. hl, Köln a, Rh, Voranzeige. Demnächst erscheint in unserem Verlag: Erez-Israel (Das Jüdische Land) Reiseerinnerungen von J. H. Kann. (Deutsche Ausgabe). Ein stattlicher, vornehm ausgestatteter Band von zirka 200 Seiten mit einer Umschlagzeichnung von Josef Israels, einem Titelbild (Heliogravüre) und 41 zum Teil ganzseitigen Textillustrationen sowie 2 Karten in Farbendruck. Preis brosch. Mk. 3.50, geb. Mk. 5.—. Bestellungen werden schon jetzt von jeder Buchhandhandlung entgegengenommen sowie vom Jüdischen Verlag, G.m.b.H., Köln a.Rh., Karolingerring 6. Ich habe meine Wohnung nach Berlin W., Neue Bayreuther Straße 8 :: Ecke Viktoria-Louise-Platz :: verlest, wo ich meine Sprechstunden wie bisher von'8—10 vorm. und 4-6Uhr nachm. abhalte. In meinem Ambulatorium, Berlin C, Seydelstraße ig, bia ich wochentäglich voa 12—2 Uhr zu sprechen. Dr. Julius Loewenheim Spezlalarzt für Nasen-, Hals- und Brustkranke.