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Die Welt · 1908-10-23 · 42 (23.10.1908) · page 13

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
42 (23.10.1908)
Date
1908-10-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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: - Im Gegensatz zu den landläufigen Anschauungen ergab unsere - Untersuchung das merkwürdige Resultat, daß die Juden im großen und ganzen eine ihrer Bevölkerungsmenge entsprechende Anzahl-von Geisteskranken stellen. Jedoch konnten wir in bezug auf die Häufigkeit der einzelnen Krankheitsformen weitgehende Unterschiede von der Umgebung beobachten. Ganz besonders.auffallend war die hohe Beteiligung der Juden an den;zirkulär" verlaufenden Krankheitsbildern, das sind jene Formen, die im wesentlichen charakterisiert sind durch einen krankhaften Erregungs- und meist unmittelbar darauffolgenden-krankhaften •Verstimmungszustand, ohne daß es dabei zu einer Beeinträchtigung der --Intelligenz; kommt. Während nun bei dieser Erkrankung in vielen Fällen das seelische Gleichgewicht nach einigen Monaten wieder erlangt wird, dauerten derartige Zustände bei den jüdischen Frauen, bei welchen sie vorzugsweise zur Beobachtung kommen, oft weit über ein Jahr. Dabei war die Gefahr des Rückfalls nach dem Ablauf des physisch krankhaften Zustandes eine besonders große. Auch die Zahl der Erkrankungen an Paralyse, die im Volksmund fälschlicherweise „Gehirnerweichung" genannt wird, war prozentual "höher als die bei den Nichtjuden. Hinsichtlich des Verlaufes konnte keine Abweichung von der Umgebung festgestellt werden. Von weittragender Bedeutung bei den Juden ist die Vererbung, der bei der Entstehung von Geisteskrankheiten nach Professor Sioli r eine größere. Rolle zukommt wie äußeren Umständen. Die Erkenntnis des ominösen Einflusses dieses Faktors hat aus naheliegenden Gründen in jüdischen Kreisen vielfach dazu geführt, die familiäre Belastung zu verheimlichen, beziehungsweise zu leugnen. Wenn somit auch keine genauen statistischen Angaben über die Belastungsziffer der Juden zu erhalten sind, so läßt sich doch aus dem uns vorliegenden Material der Schluß rechtfertigen, daß die Vererbung bei den Juden in .weit höherem Maße Geistesstörung bedingt als bei ihrer Umgebung. Schließlich wäre noch der Kriminalität der jüdischen- Geisteskranken-mit einigen Worten Erwähnung zu tun. Das seltenere Vorkommen strafrechtlicher Konflikte wird im allgemeinen bei den Juden, aus ihrer größeren Mäßigkeit im Alkoholgenuß erklärt. Die Richtigkeit dieses Satzes wird durch unsere Untersuchung an den jüdischen Geisteskranken bestätigt Welche Bedeutung dem Alkohol auf die Entstehung strafbarer Handlungen zukommt, beweist allein schon die Tatsache, daß fast 61°/o unserer vorbestraften Geisteskranken (der letzten Jahre) -zur Gruppe der Alkoholisten gehörten. In ihrer vorwiegenden Tätigkeit in Handel und Industrie ist wohl der Grund zu suchen, daß die Delikte unserer jüdischen Geisteskranken in der Mehrzahl in Verbrechen oder Vergehen gegen das Vermögen bestanden. Meist handelte es sich um Individuen, die "an angeborenem Schwachsinn litten. Bei der Beobachtung des weiteren Verlaufes der einzelnen Erkrankungen konnten wir nicht wie andere Untersucher zu dem Ergebnis kommen, daß die Aussichten der geistig erkrankten jüdischen Bevölkerung in bezug auf Besserung und Heilung ihres Zustandes schlechter seien als die ihrer andersgläubigen Leidensgefährten. Wir fanden vielmehr in diesem Punkte durchaus keinerlei Abweichung von der Umgebung. Das Resultat unserer Untersuchung mag vielleicht viele überraschen. Es wird insbesondere befremden, daß allen bisherigen Annahmen zum Trotz die Juden prozentual kein höheres Kontingent zu den Geisteskranken stellen als ihre Umgebung. Wenn man bedenkt, daß bei ihrer geringeren Widerstandsfähigkeit Angehörige der jüdischen Rasse viel eher sich in ärztliche Behandlung begeben und sich im berechtigten Selbsterhaltungstrieb besonders an namhafte Fachgelehrte hilfesuchend wenden, so wird man die Entstehung der früheren, von unserem Ergebnis abweichenden Anschauungen leicht verstehen. Man wird sich auch der Berechtigung unserer eingangs dieser Arbeit geäußerten Ansicht nicht verschließen können, daß nur von einer öffentlichen Anstalt bei entsprechenden Voraussetzungen ein entscheidendes Wort in der vorliegenden Frage gesprochen werden kann. Gesellschaft zur Forderung der Naturwissenschaften in Palästina Alte, denen die. jüdische Sache am Herzen liegt, haben, seinerzeit mit Freuden vernommen, daß im Lande unserer Geschichte und unserer Sehnsucht ein hebräisches Gymnasium entstanden sei. Es war eine Schöpfung aus dem Nichts. -Denn es mangelte tatsächlich an allem, was eine solche Institution nötig hat, um entstehen und bestehen zu können. Weder Lehrer noch -Schüler schienen vorhanden zu sein, und in dem Mangel von Lehrbüchern erblickte gar mancher" eine unüberwindliche Schwierigkeit. Vor allem aber mangelte es an den nötigen Mitteln, die eine solche .Gründung erfordert. Dennoch entstand dieses schöne; verheißungsvolle Werk und ward weit über die ersten Schwierigkeiten hinausgebracht, ohne daß die abgehetzte Rosinahte der sog. jüdischen Wohltätigkeit, die in den letzten Jahren nur noch durch große Katastrophen in. einen hinkenden Trab versetzt zu werden vermag, in irgendeiner Weise behelligt worden wäre. Mit leeren Händen ging der Gründer ans Werk; aber ihm stand ein reicher Fonds an Begeisterung und tatkräftiger Energie zu Gebote, darum mußte das schwierige Beginnen zum Gelingen führen. k; Schon während seiner Berner Studienzeit war die Gründung eines hebräischen Gymnasiums in Palästina nach europäischem „.Muster das Ideal, von dem Dr. Leo Metmann träumte, und es ward ihm vergönnt, sein Dichten und Trachten in die lebendige Tat ümv zusetzen. Dem Mutigen lächelte äuch hier das Glück. Die Einwanderung in Palästina war nämlich in den letzten Jahren eine ' andersartige geworden, denn mittlerweile hatte auch die Stadtbevölkerung einen starken Zuzug .erhalten. Es wanderten industrielle kapitalkräftigere Kreise ein, -4enen . eine moderne Erziehung ihrer Kindereine unabweisbare Notwendigkeit war. So kam das neu entstandene Gymnasium einem dringenden Bedürfnisse entgegen; ja, mancher Familie dürfte es erst die Möglichkeit geboten haben, im heiligen Lande zu verbleiben. Damit haben wir das Geheimnis des Erfolges dieses Unternehmens verraten. Denn, daß es ein großer Erfolg ist, wenn eine Schule unter diesen Umständen entsteht, nach dreijährigem Bestehen 120 Schüler, die fast aus allen Ländern der Erde sich zusammenfanden, zählt, beinahe ausschließlich von dem Schulgelde sich erhält, das wird wohl niemand in Abrede stellen wollen. Gewiß ist es noch ein weiter Weg bis zur Vollkommenheit, bis die Schule allen gerechten Forderungen wird genügen können und dem Ideale entsprechen wird, das dem Gründer vorgeschwebt haben mag. Unter_ den obwaltenden Umständen wäre es verwunderlich, ■ wenn dem anders wäre. Jedoch darum, weil Mängel sich eingeschlichen, weil Fehler gemacht wurden, wird kein wahrer Freund unseres Volkes und Landesseine Hand dazu bieten, die so vielversprechende Pflanzstätte jüdischer Bildung zu zerstören! Wer die reifen Früchte wünscht, rodet nicht die schwachen jungen Reiser aus, weil sie klein und unansehnlich; er wird vielmehr eifrig bemüht sein, ihnen Luft und Licht zuzuführen, damit sie groß und ästereich werden und die herrlichsten Früchte zeitigen. Daß auch die Leiter und der Gründer des Gymnasiums nicht in kleinlicher Selbstgefälligkeit über das Geleistete das noch zu Leistende vergessen, haben wir hier aus berufenstem Munde uns zu überzeugen Gelegenheit gehabt. Herr Dr. Metmann, der in Bern zu Studienzwecken weilt, hat über diese Dinge im akademischen Zionistenverein, der ihn mit Stolz zu Seinen A. H. zählt, ein' ausführliches und offenherziges Referat gehalten. In seinen interessanten Auseinandersetzungen hat er u. a. hervorgehoben, wie schwierig der Unterricht gerade in den Naturwissenschaften sich gestaltet. Hier ist der Anschauungsunterricht unentbehrlich. Doppelt unentbehrlich sei er bei jüdischen Zöglingen. Denn nicht ungestraft sind wir seit zwei Jahrtausenden dem Boden entfremdet und so von der Natur gleichsam losgelöst gewesen. Die Kenntnis und damit die Liebe zur Natur muß bei unserer Jugend erst geweckt werden, damit wir in Palästina ein wirklich bodenständiges Geschlecht heranwachsen sehen. Wenn also diese Schule auf dem Gebiete des naturwissenschaftlichen Unterrichts mehr leisten müßte als andere Schulen, sieht sie sich verurteilt, weil es ihr an Objekten zum Anschauungsunterricht fehlt, noch hinter dem Normalen .zurückzubleiben. Solange nun die Anstalt nicht in der Lage ist, gleich andern modernen Schulen, sich eki Laboratorium und ein Naturalienkabinett anzulegen, werden die Bemühungen der Leitung und der Lehrer, diesem Mangel abzuhelfen, nur von halbem Erfolge sein können. Der akademische Zionistenverein hat zur Diskussion dieser Sache eine zweite Versammlung abgehalten und fast mit Stimmeneinhelligkeit beschlossen, die Initiative zu ergreifen, um die Mittel — 8--10000 Frcs. — für das naturwissenschaftliche Kabinett zu beschaffen. Der Vorstand wurde beauftragt, sich um die Sache zu bemühen. Die vorbereitenden Schritte sind bereits getan. Einflußreiche und maßgebende Persönlichkeiten sind für die Sache gewonnen worden. Auch haben mehrere angesehene Hochschulprofessoren ihre Mitwirkung zu Rat und Tat bereitwilligst zugesagt. Im Laufe der Verhandlungen stellte es sich jedoch heraus, daß es zweckmäßiger wäre, die Sache dahin auszudehnen, eine „Gesellschaft zur Förderung der Naturwissenschaften in Palästina" zu grüuden. Denn wie nahe Palästina an der Schwelle der Kultur gelegen.sei, so ist es in naturwissenschaftlicher Hinsicht,'so z. B.„

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