Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1908-10-16 · 41 (16.10.1908) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
41 (16.10.1908)
Date
1908-10-16
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3315709-3316296-3316338--51152-3378771
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

er heute nach zweitausend Jahren wieder alsmenschliche Wohnstätte dient Aus der Philisterzeit stammen mehrere Töpfe und Vasen, die elegante, mit Gold eingelegte Ornamente tragen. Die Zierate zeigen Anklänge an den kretischen Stil und verraten einen höheren Kulturgrad als den der damaligen Kanaaniter und Israeliten. Es scheint, daß die Philister es nicht verdient haben, daß man heute ihre Namen gebraucht, um Unkultur und Rückständigkeit zu treffen. Sie waren offenbar ein hochzivilisiertes Volk, das verraten auch -die Schiebelampen aus Silber, die sie den Toten in die Gräber mitzugeben pflegten. In dieser Periode waren offenbar noch Menschenopfer gebräuchlich. Man fand die Skelette von Kindern, die wahrscheinlich in den Grundstein der Anlagen eingemauert worden sind. Einer der interessantesten Funde war eine astronomische Tafel, auf der die Sonne und ein Stern — vielleicht Venus — eingezeichnet waren, zusammen mit Figuren, die die Sternbilder darstellen. Alle Zeichnungen konnte man nicht entziffern, wahrscheinlich enthält die Tafel auch die Ekliptik und die Milchstraße. Die Figuren erinnern an babylonische Funde. Neuerdings hat man eine ähnliche Tafel entdeckt, deren Figuren allerdings mit denen der ersten nicht ganz übereinstimmen. Auch diese zeigt unverkennbar babylonische Einflüsse, so daß an einer engen Verbindung zwischen Gezer und Babylon nicht zu zweifeln ist. Zahlreicher noch sind die Funde, die den Zusammenhang mit Ägypten verraten. Mehrfach wurden Steine mit ägyptischen Hieroglyphen gefunden. Eine Vase trägt das Bild von Ramses III. Auch Skarabäen wurden mehrfach aufgefunden. Gezer war während des größten Teiles seiner Existenz in beständigem politischem und kommerziellem Verkehr , mit Ägypten. Eine der wichtigsten Entdeckungen aus der amoritischen Periode war die Aufdeckung eines Tempelgrundrisses. Man fand in gerader Reihe die runden Grundsteine, auf denen die hölzernen Säulen der Fassade ruhten. Es ist interessant, daß man heute noch in China ähnliche Konstruktionen vorfindet Überhaupt fand man in Gezer . Beispiele von fast jedem Baustil, der überhaupt sonst irgendwo in Palästina vorgefunden wurde. Das mächtigste Baudenkmal, das man entdeckte, ist der gewaltige Tunnel, der zu einer Quelle führt Er dürfte ungefähr im Jahre 2000 vor unserer Zeitrechnung erbaut und bereits im" Jahre 1500 wieder verschüttet worden sein. Er geht in acht Stufen bis zu einer Tiefe von hundertunddreißig Fuß unter der heutigen Erdoberfläche. Der Tunnel ist so konstruiert, daß das Licht von seiner Öffnung bis zum Spiegel der Quelle gelangt, wo die Wasserschöpfer standen, um ihre Krüge zu füllen. Er stellt das größte derartige Werk dar, das bisher in Palästina gefunden wurde. Von nicht geringem Interesse - sind auch die grotesken Zeichnungen, die man an der Seitenfläche einer Höhlung in der Nähe des alten Walles fand; sie stellen Menschen und Tierfiguren in höchst primitiver Manier dar und stammen wahrscheinlich aus einer Zeit vor 1500 vor unserer Zeitrechnung. Aus der ältesten Periode fand man mehrere Höhlen, die den Bewohnern zum Aufenthalt dienten. Sie dürften mindestens dreitausend Jahre alt sein; auch hier "fand man dieselben Zeichnungen, wie man sie in Höhlen von Kanstadt, Perigord usw. fefunden hat, rohe Linienzeichnungen von Haustieren und Wild, ie stellen also die ältesten Denkmale von Kunst in Palästina dar. Berichtigung In dem Leitartikel der vorigen Nummer muß es in der vor- letzten Zeile der ersten Spalte auf Seite 2 u. s. f. heißen . . . und das moderne, besonders in europäischen Sprachen predigende Juden - selbst... als ein Symbol bezeichnen, ist nichts anderes als usw. PARTEIFONDS Beim Jewish Colonlal Trust, London, eingegangen: Sammlung der Liverpool Young Mens Zionist Association, Liveipool, fünfte Liste: S. Salinger £ 0.5.0. A. Burmann, S. Henkowitz ä 0.4.0, H. Goldberg 0.3.0 .............zus. £ 0.16.0 Sammlung der Sammelstelle des Jüd. Nationalfonds für Bosnien, Slawonien und Kroatien: Trawnik (Bosnien): Sanitätsinspektor Dr. Bernard Zauderer, Frau Ester Altaraz und Herr Moses Altaraz ä Kr. 20.— Zagreb (Kroatien): Frl. Clara Jacobi Kr. 5.—, Ignjat Lang 2.30.......-..........zus. Kr. 67.30 Sammlung der South African Zionist Federation, Johannesburg: Gesammelt von der Johannesburg Zionist Association und dem United Johannesburg Jewish. National Fund Club £ 25.15.6 Isaak Bloom, Leeds, zweite Rate........... £ 0.2.0 Insgesamt Je. 548.85 Berichtigung Die in No. 31 der Welt ausgewiesene Parteifondsammlung der Pretoria Zionist Association beträgt £ 22.3.0 und nicht £ 19.18.9. Eingegangen bei Herrn Professor Warburg: Für das Palästina-Ressort: L. Sojka und N. Rosenzweig, Myszkow, spenden beim Schlüsse eines Geschäftes............. . RbL 10.— - Für den Kulturfonds: Meyer Frenk, '.Myszkow, Ertrag für amat-photographische Aufnahmen gelegentlich eines Ausflugs....... Rbl. 3.50 Für die Palestlne Land-Development-Company: Anläßlich der Vermählung Frl. Maira Turner, Jaffa, mit Herrn Moses Ajsenstatt, Jerusalem, am 14. Tischri 5669 gratuliert die Großmutter Chana Turner nebst Kindern aus Zawiercie (Russ.-Polen) und kaufen auf Namen des jungen Paares 2 Aktien der P. L. D. C.......Rbl. 19.20 Für das hebräische Gymnasium: Anläßlich der Vermählung Maira Turner und M. Ajsenstatt, Jaffa, spendeten die Herren Moses-Fischmann, Czenstochau..................Rbl. 1.50 L. Frenk, Zawiercie.................—.50 Frau Chana Turner nebst Kindern aus Zawiercie ... „ —.80 Rbl. 35.50 Gesucht! i ......___________________________________________________ J zösisch in Wort und Schrift erforderlich. Offert, mit Zeugi eine israelitische Gouvernante. Perfekt Deutsch und Fran- M5ü A. BAMDOS, 32 Rue du grand chien, Antwerpen Wilhelm Schulz, Der bunte Kranz. Gedichte. Mit vielen Zeichnungen vom Verfasser. Preis geheftet Jt 2.—, inv Originalleinenband Jt 3.50, in Halbfranz gebunden Jt 4.50. Verlag von Albert Langen, München. Daß der bekannte Simplizissimuszeichner Wilhelm Schulz auch ein Dichter ist, weiß die große Gemeinde seiner Verehrer längst Zum. erstenmal aber erscheint eine umfassende größere Sammlung seiner Gedichte: Man wird auf jeder Seite an unser Volkslied gemahnt; und bei Schulz wirkt dieser Volkston durchaus nicht absichtlich und gemacht, — ihm ist er wirklich natürlich. Durch und durch echt sind diese entzückenden, lustigen und wehmütigen, sinnvollen und oft schalkhaft pointierten Gedichte. Wilhelm Schulz selbst hat das Büchlein mit vielen Zeichnungen und Vignetten geschmückt von denen ein großer Teil eigens dafür gemacht, — und bisher noch: unveröffentlicht ist HEIRAT! Ein sehr hübsches, charaktervolles, intelligentes : \ junges- Mädchen aus feiner jüd. Familie mit ent- : | sprechender Mitgift wünscht sich mit gebildetem , *"und sehr gut situiertem jungem Manne in ge-; sicherter Stellung in Palästina (Jaffa bevorzugt) zu verehelichen. Nur nicht anonyme Zuschriften unter „Diskretion Ehrensache 105" an dfe Administration dieses Blattes.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.