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Die Welt · 1908-10-16 · 41 (16.10.1908) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
41 (16.10.1908)
Date
1908-10-16
Page
– (sequence 20)
Language
German
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'pS&f&c1 ^S^'-^w* DIE3§£eLT Nd. 41 MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN r I» PI Tf iW Ihr bi In dem vorliegenden Speridenausweise ist zum ersten Male eine Summe aus Griechenland vertreten. Wir stellen mit Freuden fest, daß sich auch in diesem Gebiete Gesinnungsgenossen gefunden haben, welche bereit sind, für den Nationalfonds tätig zu sein. Wenn Griechenland auch zu den Ländern gehört, deren jüdische Bevölkerung die Zahl 10 000 noch nicht erreicht hat, so dürfen wir doch hoffen, daß es uns mit Hilfe der dortigen Gesinnungsgenossen gelingen wird, ein neues, ständiges-Einnahmegebiet für den Nationalfonds zu schaffen, von wo aus die Propaganda in den Mittelmeerstaaten neubelebt und gefördert ■werden wird. t? Der SchweizerischeZionistenverband hat ein künstlerisch ausgeführtes Gratulationsblatt herausgegeben, das bei allen freudigen Anlässen an die betreffenden Personen oder Familien in -taktvoller Weise den Glückwunsch der Sammelstelle übermittelt. Auf schönem quartgroßem Karton, der mit den Reproduktionen •des bekannten Golden-Buch-Diploms und der Quittung für Ölbaumspenden verziert ist, werden die Adressaten in folgenden Worten um eine Spende für den Nationalfonds ersucht: „Es war immer eine Ehrenpflicht in Israel, in Zeiten der Freude und des Glückes der in Not Lebenden zu gedenken und ihnen hilfreiche Hand zu bieten. Es kann das in ebenso edler wie zweckdienlicher Weise geschehen, wenn Sie Ihre Spenden dem Jüdischen Nationalfonds zuwenden, dem Nationalfonds, dessen Zweck es ist, Grund und Boden in Erez Israel zu erwerben und zu bebauen, wo den Unglücklichen und Heimatlosen unseres Stammes eine dauernde Heimstätte geschaffen werden soll. Indem der Vorort des Schweizerischen Zionistenverbandes sich erlaubt, Ihnen seine herzlichsten Glückwünsche zu dem fröhlichen Ereignisse..............................................................................................................— darzubringen, gestattet er sich zugleich, auf obenerwähnten, alten jüdischen Brauch Ihre werte Aufmerksamkeit zu lenken, und zweifelt keinen Augenblick, daß Sie unsere notleidenden Juden nicht vergessen werden. Auch die kleinste Spende ist willkommen. Mit vorzüglicher Hochachtung! Der Vorort des Schweizerischen Zionistenverbandes. Ihre Spende, für die wir im voraus bestens danken, wollen Sie gefl. senden an unsere Sammelstelle, Herrn Dr. Camille Levy, Bahnhofstraße 18, Biel." Es ist zu erwarten, daß auch dieSamrnelstellen und Nationalfondskommissionen anderer Länder dieses erfolgreiche Propagandamittel ■dem Nationalfonds dienstbar machen. Büchsensammlung und Kolportage Eine große Zahl von Zionisten ist mit lobenswertem Eifer be- , müht, immer neue Einnahmequellen für den Nationalfonds zu entdecken und nutzbar zu machen, und zahllos sind die Anregungen, die dem Hauptbureau aus allen Ländern zugehen. - So anerkennenswert und mitunter wertvoll diese Anregungen an sich sind, so wvird oft übersehen, daß es weniger auf die Vielartigkeit der Sammlungen, als vielmehr auf den Ausbau der alten, zum Teil bereits eingebürgerten Methoden ankommt Ein schlagender Beweis für diese Auffassung ist die „Chaluka", die sich fast nur auf Büchsensammlungen beschränkt und hierbei eine Jahreseinnahme von ca. zwei Millionen erzielt, also mehr, als der Nationalfonds seit seinem Bestände überhaupt aufgebracht hat! Tatsächlich finden die Nationalfondsbüchsen immer mehr Verbreitung: ca. 35 000 Stück sind bereits -in den verschiedenen Ländern verteilt worden. Was aber leider noch fehlt und allein die Voraussetzung für einen vollen Erfolg der Sammelbüchse bildet, ist: 1. eine peinlich genaue Evidenzhaltung und Kontrolle der Sammlungen und 2. eine pünktliche, in gewissen Zeitabschnitten vorzunehmende Leerung der Büchsen. Wie die erstere beschaffen sein soll, haben wir in dem in Nr. 31 der „Welt" veröffentlichten Instruktionsentwurf kurz auseinandergesetzt Neben der Kontrolle durch die Landessammelstellen mittels Evidenzha-ltungsheften (die sich gegenwärtig im Druck befinden) hat das Hauptbureau eine Kartothek angelegt, welche die Ergebnisse jeder einzelnen Büchse verfolgen soll. Zu diesem ZweckesowiezurEvidenzhaltungdurchdieNaü'onaJfondskqmmissionen selbst ist es jedoch absolut unerläßlich, daß über sämtliche zur Verteilung gelangten alten und neuen Büchsen genaue Listen der Namen und Adressen der Inhaber sowie der Büchsennummern angelegt und Abschrift von diesen Listen regelmäßig dem Hauptbureau zugesendet werden. Wir haben darum bereits wiederholt um die Einsendung solcher Listen ersucht und bitten hierdurch nochmals alle Nationalfondskommssionen - und Vertrauensmänner dringend, uns dieselben gütigst raschestens Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß auch die Ausweise der Büchsenergebnisse in der Zeitung neben dem Namen des Inhabers der Büchse auch die Nummer derselben enthalten müssen, da sonst unsere ganze, mühsam angelegte Kartothek und überhaupt jede Evidenzhaltung illusorisch gemacht wird. Der Nationalfonds ist leider noch nicht in der Lage, überall bezahlte Kräfte für die Büchsenleerung zu verwenden. Um* aber schon jetzt eine bessere Übersicht zu ermöglichen, erscheint es angezeigt, daß die Leerung der Büchsen mindestens zwei mal im Jahre vorgenommen wird und zwar in der Weise, daß die Halbjahre mit Chol-Hamoed-Pessach und Chol-Hamoed-Sukkbth abschließen. Dieser Vorgang empfiehlt sich schon deshalb, weil hierdurch erstens die Agitation für den Nationalfonds mit Gedenk-

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