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Die Welt · 1908-10-09 · 40 (9.10.1908) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
40 (9.10.1908)
Date
1908-10-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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der Not der rückständigen Bevölkerung als auch von der körperlich und geistig aufstrebenden, im nationalen Geiste und in hebräischer Kultur aufwachsenden Jugend, wie sie in den Kindergärten des Hilfsvereins, im Bezalel, in den Kolonieschulen usw. herangebildet wird. Der Jugendfürsorge durch die jüd. Frau bietet sich ein weites Feld der Betätigung und deshalb sei u. a. die allseitige Förderung des Verbandes jüd. Frauen für Kulturarbeit in Palästina dringend zu emfpfehlen. Mit besonderm Nachdruck wies sie auf eine der jüngsten zionistischen Einrichtungen, das Beth-am — das jüd. Volkshaus —, in dem man sich nach des Tages Arbeit gesellig zusammenfindet. Die schlichten und klaren Ausführungen der Rednerin, die von hoher Auffassung ihres Berufes und inniger Palästinaliebe zeugten, fanden lebhaften Beifall bei den zahlreichen Zuhörern, die trotz der nahe bevorstehenden Feiertage den Saal bis auf den letzten Platz füllten. Österreich Karlsbad. Der jüdisch-akademische Klub Karlsbad hat das erste Jahr seines Bestandes beendet. Trotz dieser kurzen Zeit hat er sich bereits die Sympathien der Karlsbader Bevölkerung zu verschaffen gewußt, was sich am glänzendsten bei dem feierlichen Eröffnungskommers -im Dezember vorigen Jahres zeigte. Der Klub war natürlich immer am Platze, wenn es galt, jüdische Interessen zu fördern und zu wecken, wobei er seine Tätigkeit nicht allein auf Karlsbad beschränkte. So ermöglichte er im Verein mit seinem Ehrenmitglied Rabbiner Dr. Ziegler, unserm bedeutendsten Jargondichter Morris Rosenfeld einen Vortrag, der einen großen Reingewinn für den Dichter einbrachte. Bei allen größeren Veranstaltungen und Aktionen in Böhmen und auch außerhalb, war der Klub teils korporativ, teils deputativ vertreten. In den Hauptferien, auf die sich selbstverständlich die Hauptarbeit konzentrierte, wurden Seminare abgehalten, in denen alle Fragen jüdischen Lebens zur Erörterung kamen. Schließlich veranstaltete der Klub einige kleinere Tanzunterhaltungen und Ausflüge, um den gesellschaftlichen Pflichten zu genügen. Bukowina Auf Wunsch der Akademischen Verbindung „Hebronia" teilen wir hierdurch mit, daß diese Verbindung lediglich die Manipulationen des Distriktskomitees für die Bukowina übernommen hat, ohne selbst als Distriktskomitee zu fungieren. Czernowitz: Zufolge'Beschlusses des Bukowinaer D. K. findet am 25. Oktober ds. Js. in Czemowitz im jüdischen Nationalhaus ein Distriktstag statt. Eröffnung 9,30 Uhr vormittags. Amerika New York: In einer großen öffentlichen Versammlung, der ersten öffentlichen Veranstaltung der Wintersaison, diskutierte der Zionist Council of Greater New York die zionistischen Aussichten mit Bezug auf die Umwälzungen in der Türkei. Die Versammlung war ungewöhnlich stark besucht. Der erste Referent, Rev. Joseph Seff, äußerte sich sehr hoffnungsvoll hinsichtlich der Bedeutung der politischen Begebenheiten in der Türkei für die zionistischen Pläne. Er gab der Meinung Ausdruck, daß den Juden jetzt eine außerordentliche Gelegenheit geboten sei, und sprach die Erwartung aus, daß im Laufe "der nächsten zehn Jahre eine sehr starke Einwanderung jüdischer Elemente nach Palästina stattfinden werde. Mit dem Äugenblick, da die Freiheit in dem Lande proklamiert sei, das ein traditioneller Freund der Juden sei, habe ein neues Kapitel der jüdischen Geschichte begonnen. Die Juden und Zionisten möchten mit vollem Vertrauen auf die Türkei hoffen. Aiich der zweite Redner, Rev. Masliansky, der sehr beifällig empfangen wurde, gab der Meinung Ausdruck, daß die Zionisten alle Ursache hätten, mit dem Umschwung der Dinge in der Türkei zufrieden zu sein. Er gab seiner Bewunderung für die türkischen Freiheitskämpfer Ausdruck, die in einer überaus sympathischen und geschickten Weise die Revolution unblutig durchgeführt hätten. Lebhaftes Interesse erweckten die Ausführungen Prof. Isaac A. Hourwichs, des bekannten sozialistischen Theoretikers, der die neue Lage vom Standpunkte des Statisten und Volkswirtschaftlers aus betrachtete. Er führte des längern aus, warum unter den obwaltenden Umständen eine jüdische Ansiedelung in Palästina zu den besten Hoffnungen berechtige. Die unsern Lesern aus unserm neuerlichen Artikel aus der Feder Prof. Hourwichs bekannten, logisch durchdachten und streng wissenschaftlichen Ausführungen erweckten allgemeines Interesse. Letzter Redner war Mr. Fromenson, der sich einigermaßen gegen die von Prof. Hourwich vorgetragenen Anschauungen wandte, mit dessen politischen Meinungen er nicht übereinstimmte. Die Versammlung war alles in allem ein großer Erfolg. An unsere Leser! Gesinnungsgenossen! Mit der vorigen Nummer hat das IV. Quartal des XII. Jahrganges be-* gönnen. Es ist gleichzeitig der Beginn einer regen Tätigkeit im zionistischen Vereinsleben. Mehr als je erfordert der gegenwärtige Zeitpunkt von uns die stärkste Anspannung der Kräfte für die Propaganda unserer Idee. Es bedarf keiner näheren Begründung, daß jede Organisation in ihrer Presse das wertvollste und stärkste Mittel für die erfolgreiche Arbeit besitzt. Die zionistische Presse ist nach wie vor die stärkste Macht für die Propagierung des zionistischen Gedankens, für die Forderung der zionistischen Institutionen. Je großer ihre Verbreitung, desto mächtiger ihr Einfluß,destostärker sind die ErfolgedesZionismus. Gesinnungsgenossen! Es ist in .erster Linie eure Pflicht, für die Verbreitung des Zentralorgans,, DieWelt" zu sorgen. Unzählige organisierte Zionisten, die ohne weiteres in der Lage wären, auf „Die Welt«* zu abonnieren, tun es bloß aus Lässigkeit nicht. Und doch ist es gerade jetzt von außerordentlicher Wichtigkeit, daß jeder Gesinnungsgenosse über alle Vorgänge in der Bewegung auf dem Laufenden gehalten wird. Authentische und ausfuhrliche Nachrichten über alles, was innerhalb der Bewegung vorgeht, regelmäßige Berichte Ober sämtliche zionistische Institutionen bringt „Die Welt". Gesinnungsgenossen! Unterlasset bei keiner Gelegenheit, neue Abonnements für „Die Welt" zu werben. Im Monat Dezember d. J. beabsichtigen wir, eine groß angelegte Propaganda mit der „Welt" durchzuführen. Näheres tolgt in einer der nächsten Nummern. — Aber schon heute ersuchen wir unsere geehrten Leser, uns ausgewählte Adressen einzusenden, an die wir szt. Propagandanummern versenden können. Unsere geehrten Abonnenten, deren Bezugszeit am 30. September 1908 abgelaufen war, ersuchen wir um rechtzeitige Erneuerung des Abonnements, damit in der Zustellung des Blattes keine Unterbrechung eintritt. Der vorvorigen Nummer sind Posterlagscheine für die österreichischen und ungarischen Abonnenten beigelegen die wir zur kostenlosen Uberweisung der Abonnementsbeträge zu benutzen bitten. Aus Deutschland werden Abönnementsbeträge auch in Briefmarken entgegengenommen, aus allen übrigen Ländern empfiehlt sich am einfachsten die Einsendung der Beträge per Postanweisung. Die Expedition der „Welt"

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